Was sagt die Dachorganisation der Psychiatrie, die DGPPN 2016 zu dem Thema Religionsschäden?
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, DGPPN, bekräftigt mich 2016 in meiner Psychiatrie- und Religionskritik. Sie schreibt mir, „Fundamentalistische“ Inhalte der Religionen seien anzugehen und geschädigte Patienten müssten wieder auf den Boden der „Realität“ zurückgebracht werden. Man teilt mir von der Geschäftsstelle mit, Religion spiele in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung eine „immer größere Rolle“. Man habe das Thema vernachlässigt und daher in den „jährlich stattfindenden Kongress“ aufgenommen. Seit 2013 habe man sogar ein Referat eingerichtet: „Religiosität und Spiritualität“. Dieses Referat gab 2016 ein Positionspapier heraus.
Der Inhalt des neuen Positionspapieres der DGPPN:
1. Die Datenlage sei insgesamt „dünn“. Man brauche daher eine Forschung, wann Religiosität als ein „Belastungsfaktor“ wirke. Das sei noch nicht „ausreichend fachlich reflektiert“. Von kirchenbedingten „Erkrankungen“ spricht man nicht, denn das Referat ist kirchenfreundlich besetzt worden.
2. Die „Erfassung religiöser Überzeugungen“ müsse heute zur Anamnese gehören. In der Akutpsychiatrie sei eine Einbeziehung religiöser Themen „erforderlich“. Sei eine Religion fanatisch oder fundamentalistisch, so müsse (!) der Patient mit „den geltenden Regeln des Realitätsprinzips konfrontiert werden“. Es müssten dann Grenzen geschützt und wiederhergestellt werden!
3. Man hält es für geboten, dass sich die Psychiatrie „stärker mit diesem Thema beschäftigt als bisher“. Die Fortbildung müsse „verbessert werden“.
Meine „Analyse der Psychoanalytiker und der Kirchen“, die ich der DGPPN im Jahr 2009 übermittelte, ist also verstanden worden. Meine Arbeit wurde als "Pionierarbeit" eingestuft. Doch man tut sich noch schwer auf dem für die Psychiatrie neuen Gebiet. „Religiöse Interventionen“ lehne man ab. Gemeint sind hier leider nicht nur Dinge wie Gebet und Vergebungsrituale. Es sind auch klärende Arztgespräche. Das Referat nennt sie "Grenzverletzungen". Seelsorgerisch solle ein ärztlicher Behandler nicht tätig werden und Sacco-Kranke zu Geistlichen oder Theologen überweisen. Ärzte hätten sich in dder Therapie auf eine Medikamentengabe zu beschränken, so der Stand 2026. Die von der psychologischen Therapie eingeschalteten kirchlichen Seelsorger sollten aber „ihr psychiatrisches und psychotherapeutisches Grundwissen verbessern“.
Es wird also viel Unwissenheit im eigenen Fachgebiet zugegeben. In dieser zugegebenen Unwissenheit stellt man jedoch plötzlich die Aussage: Die in „früheren Jahren“ vorherrschende Religionskritik und Pathologisierung von Religiosität sei „heute nicht mehr angemessen“. Das ist fachlich grundfalsch, sind doch die Religionen seit den achtziger Jahren zurück. Und was ist mit dem Islam? Das Mittelalter ist zurück. Zurück ist religiöser Fundamentalismus. Im Islam wird noch heute Kindern heute die absolute Garantie bezüglich einer Höllenvermeidung im Fall eines Selbstmordattentates zugesagt.
Und das ehemalige Oberhaupt der Evangelischen Kirchen Deutschlands, Bischof N. Schneider, schreibt unseren Kindern, gewisse Sünder kämen nach Jesus Richterspruch in das „ewige Feuer“ . Diese „Botschaft“ Jesu sei „verstörend“. Nein, sie ist als Bedrohung mit ewiger Feuerfolter mehr als verstörend. Auch ist ein von Jesus unterschriebener „Richterspruch“, das ergab meine Nachfrage bei der EKD, gar nicht vorliegend. Ich zeigte Schneider nach Abmahnung an.
Die Aussagen bzw. Lehren der Kirchen sind überaus krankmachend und aus meiner Sicht illegal (§241 StGB, GG Art. 1, Europäische Menschenrechtsvereinbarung). Sie führen Kinder in ein Sacco-Syndrom. Der Kirchenautor Hans-Werner Deppe meint gar, in Jesus Hölle könne er es bis zu 6000 Grad heiß werden lassen und man werde dort „froh“ sei um jedes „nicht brennende Körperteil“. Schlimmer als unter „Hitler“ werde es dort sein. Unter dem Führer habe es ja noch Trost gegeben. Josef Ratzinger, der sich nach seinem Rücktritt als Papst „Heiliger Vater“ nennen lässt, meint gar: Wer heute als Priester das Dogma ewige Hölle infrage stelle, dem werde nie vergeben, nicht in dieser noch in jener Welt. Er sei auf ewig verdammt.
Der Leiter des Referats der DGPPN, Prof. Dr. phil. Michael Utsch, arbeitet in der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“. Er dürfte damit der evangelischen Loyalitätsklausel von 2017 verpflichtet sein und von der Kirche Gehalt beziehen. Doch nicht genug: Die stellvertretende Leiterin des Resorts, Dr. phil. Dr. med. Gabriele Stotz-Ingenlath, schickt kirchengeschädigte Patienten in alter Psychiater-Tradition, aber in einem schweren Kunstfehler zu Geistlichen ihrer "Region", also in den meisten Fällen zu den die Erkrankungen verursachenden Klerikern. Sie schreibt: „Wenn ich wahrnehme, dass das Thema Religion oder Spiritualität sehr bedeutungsvoll ist und den Umgang mit der Krankheit beeinflusst, dann verweise ich für diesen Bereich an einen Seelsorger seiner Religion.“ Sie sei „gläubige Katholikin“.
Nach Anweisung des polnischen Papstes müsse man in geschriebenen Texten hart bleiben. In Interviews solle man jedoch abwiegeln (Fortiter in re, suaviter in modo“). Dieser Politik geht Bischof Schneider nach (siehe oben). Doch er kann auch Gegenteiliges ausdrücken. Das Androhen jenseitiger Feuerstrafen sei doch ein „Geschäft“ der Kirchen. Dieses Geschäft betreibe man ja schon lange nicht mehr (Quelle Der Spiegel, 43/2014). Ich schrieb daraufhin eine Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Hannover. Der Anklagepunkt: Schneiders geschäftsmäßiger Terror mit seinen Folterandrohungen wehrlosen Kindern gegenüber.
Der Retter der Welt, so heißt das z. Zt. teuerste Gemälde der Welt. Es ist von Leonardo. Doch ein Jesus kann niemanden mehr retten, denn er verstarb definitiv am Kreuz. Der christliche Auferstehungsglaube ist schlimmster Aberglaube und seinem ägyptischen Vorbild entlehnt. Er gehört zum „Geschäft“ des Klerus. Jesu Auferstehung musste erfunden werden, um jemanden im Jenseits zu haben, das Lager Verdammnis zu leiten. Jesus rettet nach der Bibel nicht „die Welt“, sondern nur diejenigen, die den Aberglauben Auferstehung als Wahrheit anzunehmen bereit seien. Die allgemeine Auferstehung aller Menschen, von Kindern und ängstlichen Gemütern naturgemäß zunächst einmal froh angenommen, führt gerade diesen Personenkreis später in die nach Karl Jaspers größte Angst des Menschen, die Angst vor einer jenseitigen Hölle. Die Gläubigen fallen hier auf einen üblen Taschenspielertrick der Amtskirchen herein.
Anna
Anna war knapp acht,
da gab Mutter sie das erste Mal in der Kirche ab.
Sie war ein Kind der Liebe.
Sie bekam nie Hiebe.
Pastor Heuer erzählt ihr die Sintflutgeschichte:
„Anna, das ist eine große Hoffnungsgeschichte,
denn in der großen Wassernot,
erspart Gott Noah den Ertränkungstod.“
Auf dem Nachhauseweg machte Anna an einem Baume halt.
Von zuhaus her kannte sie nichts von solcher Gewalt.
Die nächste Woche der Pastor erzählt,
was unsre Anna noch mehr quält,
wie Lot aus Sodom rannte,
sich umsah und sah, wie ihre Familie verbrannte
Auf dem Nachhauseweg machte Anna an einem Baume halt,
von zuhaus her kannte sie nichts von solcher Gewalt.
Sie dachte an das Flammenmeer.
Sie sagte den ganzen Tag nichts mehr.
Die nächste Woche die Mutter wartet,
sie hatte Anna um vier erwartet.
„Trink sein Blut“, hat er gesagt, der Pastor Heuer,
„dann kommst du in den Himmel und nicht ins Feuer.“
Und dann hat der Pastor noch angefangen,
der am Kreuz sei für Annas Sünden ans Kreuz gegangen.
Auf dem Nachhauseweg machte Anna an einem Baume halt.
Als man sie fand, da war sie schon kalt.