Das kollektive Unbewusste nach Sacco

Laotse „Wahre Worte sind nicht angenehm, angenehme Worte sind nicht wahr!

Ein neuerliches grundsätzliches Umdenken in der Tiefenpsychologie ist dringend notwendig. Das kollektive Unbewusste ist, so wie ich es definiere, nicht unbedingt deckungsgleich mit Jungs Archetypen. Es ist zwar je nach Bevölkerungsgruppe weitgehend  kollektiv, aber nicht individuell. Und seine Inhalte sind nicht jedem Menschen unbewusst. Es gibt immer Einzelpersonen, meist schöpferisch tätige Menschen oder auch ehemalige Erkrankte, die auf dieses Unbewusste direkten Zugriff haben. Es bleibt in seinem Thema durchaus konstant: Seine Inhalte sind die bedrohlichsten denkbaren Lebensumstände, die, wären sie denn im Bewusstsein, ein an der Oberfläche relativ ruhiges nicht depressives Dasein für die Allgemeinheit unmöglich machen würden. Darum sind sie besser im Unbewussten auszuhalten.

Eine der oben angedeuteten Ausnahmen war A. Schopenhauer. Wolfgang Schirmacher, New York, schreibt über die Ethik Schopenhauers im 21. Jahrhundert (1): „Er verkörperte lediglich die eine Ausnahme von der ehernen Regel, dass durch Selbstmord endet, wer ohne den Schutzpanzer gegen das Leid der Existenz geboren wurde…. Sein Leben lang bleibt gefährdet, wer die Einsicht in den wahren Charakter der Welt (in Grenzsituationen erworben, der Verf.) einmal angerührt hat.“ Ich möchte das ergänzen: Wer ohne diesen Schutzpanzer der „Gesunden“, ohne den Wahn, die Welt sei im Grunde gut und schön, lebt oder leben muss, ist häufig auch anfälliger für psychiatrische Erkrankungen, wie Depression, Manie, Alkoholabhängigkeit oder Schizophrenie. Oft ist ihm aus Glaubensgründen der Zugang zum körperlichen Suizid versagt: Er befürchtet in diesem Fall noch größeres Elend in einer späteren Hölle. Denn die Kirchen lehren: Suizid sei nicht erlaubt. Der Todeszeitpunkt werde von ihrem Gott bestimmt. Nach meiner Erfahrung sind es aber meist Bakterien, die uns zu Tode bringen. Die Todesursache „Gott“ habe ich noch auf keinem Totenschein gelesen. Kirchen führen durch Strafandrohungen Gläubige an den Suizid heran, gestatten ihn dann aber nicht. An ekklesiogenen Suiziden tragen die Kirchen die Verantwortung.

Das Auftreten einer Grenzsituation ist abhängig vom Intellekt, der individuellen Sensibilität und der Schwere des Traumas. Bei Schopenhauer genügte der Blick auf ein Kunstwerk, um ein Entsetzen über diese Welt auszulösen: Er sah das Abbild einer Galeere mit gefolterten Sträflingen. Das reichte aus für die bekannte weitgreifende Veränderung bei ihm. Sein Schutz vor Wahrnehmung der grausamen Seite unserer Realität bestand lediglich aus dünner, ungepanzerter seelischer Haut.

Mögliches eigenes Leid (und Mitleid) sind also Kern des kollektiven Unbewussten, und zwar speziell in ihrer extremen Form der Folter. Kirchlich ist es Folter in der Hölle oder einem Fegefeuer. Es ist, und unsere heutige Psychiatrie verdrängt diese Tatsache, nichts denkbar an Qual, was ewige Folter übersteigt. Und es gibt logischerweise keine denkbare größere Angst als die Angst vor dieser Art Folter. Den größtmöglichen seelischen Missbrauch an Kindern, die Androhung ewiger Hölle, betreiben unsere beiden Großkirchen. Unverholen, öffentlich, ungestraft und weitgehend unbeachtet vom Kollektiv. Das Kollektiv verdrängt diese Schuld der Kirchen aus Angst.

Gesellschaftlich wird der Druck des kollektiven Unbewussten durch visuelles Konsumieren von Grausamkeiten in der Gemeinschaft heruntergeregelt, kollektiv „psychotherapiert“: Man schaut halt fern: Kaum ein „Tatort“ ohne ausgiebige Folterszenen. Brot und Spiele nannten das die alten Römer.

Gewalt bis zur Folter auszuführen oder sie Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr auch nur darzustellen oder sie in der Sache zu verharmlosen, ist nach unseren Gesetzen strengstens nach §131 StGB verboten. Gerade in Deutschland ist dieses Gesetz von herausragender Bedeutung aufgrund unserer speziellen Verantwortung Gewalttaten gegenüber, bis hin zum Holocaust. Hier kommt das Gesetz für Sie.

§ 131 Gewaltdarstellung

(1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,

1. verbreitet, 2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht, 3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder 4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet. (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient.

In den Erläuterungen ist zu lesen: „Grausame Gewalttätigkeit“ setzt voraus, dass einem Menschen besondere Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zugefügt werden und der Täter (hier „Gott“) daneben aus gefühlloser und unbarmherziger Gesinnung handelt. Nun, ein Menschenkoch „Gott“ ist immer unbarmherzig. Und weiter: „Unmenschliche Gewalttätigkeiten sind dann gegeben, wenn in ihnen … eine rücksichtslose Tendenz zum Ausdruck kommt.“ Nun, von Tendenz kann man nicht mehr sprechen. Der Bibelgott ist, wenn ihm etwas nicht passt, die Rücksichtslosigkeit in Person.

Dass ein Pastor heute mit seiner Gemeinde im geltenden evangelischen Kirchenlied Nr. 234 Vierjährigen die „Originalworte Gottes“ vorsingt im Lied: So wahr ich lebe spricht dein Gott“: „…dein Leib und Seel dort brennen muss“, ist unmöglich, weil massiv grausam. Es hat mit Religion ebenso wenig zu tun, wie sexueller Missbrauch in Kirchenräumen. Es ist schlicht Terror und wider das deutsche Gesetz. Das muss man trennen. Und unser Verfassungsschutz trennt das bereits. Unsere Staatsanwaltschaften und Jugendämter müssen es leider noch lernen.

Unter anderem wegen des obigen Terror – Liedes habe ich den Hauptverantwortlichen, den heutigen EKD Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford – Strohm wegen Kindesmisshandlung angezeigt. In einem Zeitungsinterview (Die Welt, 26. 3. 2016) sagt ihm ein Reporter: „Religion scheint sich aber verdammt gut dafür zu eignen, für Gewaltexzesse instrumentalisiert zu werden.“ Bedford – Strohm wiegelt ab: Terror und Gewalt hätten „nichts mit dem Willen Gottes zu tun.“ Terror im Namen der Religion sei „Gotteslästerung“. Das ist vom Papst (s. u.) in Ökumene verordnete Kirchenpolitik: Im Gespräch soll man umgänglich sein, in der Schrift (auch in der sog. heiligen) jedoch hart. „Suaviter in modo, fortiter in re.“ Immerhin outet sich hier ein Ratsvorsitzender als Gotteslästerer. Auch beurteilt er den Stellenwert unserer Religion richtiger als unsere Psychiater es tun: „Religion ist tief in der Seele verwurzelt und prägt die Menschen existentiell.“

 

Die Kirche stört mit ihrer Höllenlehre die Religionsruhe in der Religionsausübung unserer Kleinen, und das ist ein Strafbestand nach unserem StGB. Sie werden unruhig, depressiv und krank bis hin zum Autismus. Würde eine Mutter ständig ihrem Kind drohen, es auf die heiße Herdplatte zu setzten, und das Kind würde danach psychisch auffällig, würden unsere Psychiater entsetzt an der Schweigepflicht vorbei das Jugendamt informieren. Und: Es müsste und würde einschreiten. Auf diverse Briefe an Jugendämter über kirchlichen Missbrauch wurde mir hingegen nicht geantwortet. Das Schweigen zur mir scheint dort recht kollektiv. Den Umgang mit Kindesmissbrauch beherrscht auch Präses Niklaus Schneider, Ratsvorsitzender der EKD. „Nur wer…. Barmherzigkeit und Liebe getan hat, nur der… wird nach dem Richterspruch Jesu nicht dem ewigen Feuer überantwortet, schreibt er unseren Kindern in sein letztes Buch. Hier macht Schneider Jesus zum größten Sünder und zu einem Terroristen. Der Lutheraner Schneider weiter: Für Luther habe festgestanden: Nach dem Tod kommt das Endgericht Gottes, verbunden mit Strafen, an deren Ende die ewige Verdammnis… wartet. Schneider watet knietief im Mittelalter und hat nichts in den Händen, was dem „Richterspruch“ Beweiskraft bieten könnte.

Anders gestrickt ist da Karlheinz Deschner, nach eigenem Bekunden und nach meiner Überzeugung ein gläubiger Mensch und Autor der „Kriminalgeschichte des Christentums“. Er ist von beispielhaftem Mut bei seiner Kirchenkritik. Die Kirchen hätten kein Erbarmen mit den „Sündern“, sondern ein nahezu endloses Arsenal von Strafen bis hin zum Scheiterhaufenfeuer, bis „hin zur permanenten Androhung ewigen Höllenfeuers“. Und hier meint er die heutige Zeit und nicht etwa das Mittelalter. Über Deschner verhängte die katholische Kirche den Kirchenbann und man zeigte ihn wegen Kirchenbeschimpfung an. Er wurde von den Sakramenten ausgeschlossen, d. h. von „Gottes“ Vergebung. Seine Kirche würde aber „beten zu Gott“ dass dieser „bald wieder die Gnade der Rückkehr zum Gehorsam gegen die heilige Kirche gewähre“, heißt es in seinem Bescheid. Gott erhörte die Gebete der katholischen Kirche Gott sei Dank nicht: Deschner widerrief nicht. Was an der katholischen Kirche allerdings heilig ist, ist mir nach den Missbrauchsskandalen momentan unbekannt. Oder ist mit „heilig“ etwa „unkritisierbar“ gemeint oder gar „bar jeder Sünde“?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel aus der Praxis. Es zeigt uns heutige Glaubensinhalte und Verhaltensweisen „moderner“ Pastoren auf. Am 5.März 2011 schaute ich mir eine „offene“ Kirche in Hannover an. Der Pastor kam auf mich zu. Im Gespräch erwähnte ich meine kritische Einstellung zum Höllenglauben und verwies auf das Lied „So wahr ich lebe, spricht Dein Gott“ mit dem Inhalt der „persönlichen“ Gottesäußerung, im Fall von Nichtbuße müsse Leib und Seele „in der Hölle brennen“. Er schlug das Gesangbuch auf und begann, das Lied zu verteidigen. Es sei sehr alt. Und man könne ja durchaus büßen! Kinder würden das Lied doch gar nicht lesen. Ich klärte ihn auf, ich hätte das Buch im Alter von 7 Jahren gelesen. Auf meinen Einwand, Gott die Liebe werde ja nicht in einer Hölle mit Feuer foltern, entgegnete er, das wisse man doch gar nicht: Es sei doch „noch keiner aus der Hölle zurückgekommen.“ An solchen Stellen werde ich eingedenk notwendigen Kinderschutzes immer recht deutlich: Ich führte an, man könne Gott nicht unterstellen, dass er in einer Hölle da weitermache, wo Hitler 1945 aufgehört hat und es sei theologisch eine der größten Sünden, Gott auf eine Stufe mit Despoten zustellen. Daraufhin wurde der Pastor etwas blass und fragte, was ich für ein Spielzeug unter meinem Arm tragen würde. Das war eine Übersprungshandlung. Ich habe ihm das Entchen vom Flohmarkt dann geschenkt. Als Andenken an den Tag, an dem ihm das wirkliche Evangelium Jesu erklärt wurde.

Eugen Drewermann bestärkt mich in seinen Büchern in Bezug zur Wichtigkeit und Pathogenität von Höllenangst und Teufelglauben. Die transzendentale Angst, so D., nimmt vom Hinduismus (Naturreligion) über den Buddhismus (Mystik) hin zum Juden- und Christentum zu. Hier ist unser Glaube also führend. Das aus jüdischer Quelle entstandene Christentum ist nur ein noch grausameres Judentum, indem es unsere Kinder zu Mördern Jesu abstempelt. Mit Theologen, die wie Drewermann vom Dogma abweichen, geht man nicht zimperlich um.

1990 erst wurde der Allgemeine Katechismus der katholischen Kirche von Kardinal Ratzinger „neu“ definiert. Sünde wider den Heiligen Geist (mit direkter Höllenstrafe) sei es für katholische Theologen, vom Dogma Hölle abzuweichen. Schon die alleinige „Versuchung abweichender Meinung zu erliegen…(bedeutet), dem Heiligen Geist zu entsagen…“, so der spätere Papst. Unter Glaubensfreiheit verstehen die Kirchenoberen also nicht etwa Freiheit. Benedikt XVI. dazu. „Das verbriefte Recht auf Freiheit des Glaubens“ rechtfertige nicht das Recht auf Abweichung vom Dogma der katholischen Kirche, das er als „Wahrheit“ bezeichnet, eine Wahrheit, die allerdings nicht nachprüfbar ist und lediglich behauptet wird. Man ist nur frei, die Lehren der Kirche zu akzeptieren, aber nicht frei, sie als Unwahrheit zu entlarven. Dann lande man im KZ Hölle mit ihrer ewigen Unfreiheit in Folter. Man hat nur die Freiheit zur Unterwerfung, meinen Michael Baigent und Richard Leich. „Ungeheuerlich“ sei der psychische Schaden in der Bevölkerung, den eingeredete Schuldgefühle, Intoleranz und Bigotterie bewirken würden. Beim Thema Hölle gehen die Kirchen über Leichen. Es ist ihr liebstes Kind.

„Der Glaube an die Existenz höllischer Mächte und Strafzustände mag religionsgeschichtlich viele Wurzeln und Formen besitzen – religionspsychologisch ergibt die Vorstellung von „Teufeln“ sich allemal aus der Projektion der verteufelten Inhalte der eigenen Psyche; Die „Hölle“… erscheint als die projizierte Verselbstständigung aller nur möglichen Strafängste im Schatten eines rigorosen sadistischen Über-Ichs (eingepflanzt durch eine gewissenlose oder abgestumpfte Geistlichkeit, der Verf.).“ Die eigene Aggression, so Drewermann weiter, die sich ursprünglich auf die unterdrückende Instanz (die Eltern, die Kirche) richtete, „muss aus Angst vor der strafenden Autorität verdrängt werden und steht dann als absolut richtende Macht vor den Augen des verängstigten Ichs.“ Teufelspuk und Höllenangst hielten die Kirchen heute noch für unverzichtbar. Deren Dogma laute: „Außerhalb der Kirche ist keine Rettung.“ Das führe zu erheblichen Schuldgefühlen bei Kirchenaustritten. Ich nenne es die „Kirchenaustrittsfalle“, wenn ein aus der Kirche ausgetretener Gläubiger an derartigen Schuldgefühlen psychiatrisch erkrankt. Er ist in die Falle geraten. Ein solcher Patient ist bei mir in Therapie. Ist man außerhalb der deutschen katholischen Kirche und zahlt nicht mehr, landet man in der Hölle, so das Kirchendogma heute. Dann komme ein quicklebendiger Gott und würde Ausgetretene ewig foltern. Aber wo ist er, dieser Lebendige? Wo ist seine Unterschrift unter diesem Dogma?

Die Vorsitzende der Zweigstelle Hannover der Niedersächsischen Ärztekammer und Alt-Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Frau Dr. C. Goesmann, gab in offizieller Sitzung am 17.11.2009 allerdings an, wegen dieser Grausamkeiten aus der Kirche ausgetreten zu sein. Und: Ist nicht Grausamkeit, ist nicht grausam sein verboten? Es sei gut für mich zu wissen, meinte eine meiner Patientinnen, bei der Niedersächsischen Ärztekammer und in der Bundesärztekammer, der Frau Dr. Goesmann im Jahr 2010 ebenfalls als Vizepräsidentin angehört, einen so starken Rückhalt zu haben. Dem Beispiel der Vorsitzenden folgen zu Recht viele nach. Ich bleibe, aus einer sehr religiösen Familie stammend, in der evangelischen Kirche als reformerisch tätiges Mitglied zur Durchsetzung eines für viele unerträglichen Gottesbildes. Hier habe ich, wie alle Kirchenangehörige, direkt von „Jesus“ den unbedingten Befehl zur inneren „Mission“. Ich trete damit in die Fußstapfen eines Familienmitgliedes, der den Stadtverband einer Innere Mission leitete.

Die Korrektur des kirchenbedingten krankmachenden Über-Ich-Anteiles, den ich im Folgenden als Gott-Ich bezeichne, ist ureigenste ärztliche Aufgabe. Das Psychiatern klar zu machen, sehe ich, so schwierig es ist, als meine Aufgabe an.

Der Gott der Bibel sollte, da eine üble Erfindung, keine Überichstruktur sein. Im Grunde ist das Über-Ich nur eine „Außendienststelle der herrschenden Ordnung, die in das Innere der Menschen verlegt worden ist und ihre Dienstbarkeit organisiert und regelt, sodass die externe Polizei nie in Aktion treten muss. Die revolutionäre Opposition wird in jedem einzelnen Individuum in einem ständigen, innerlichen Straßenkampf niedergeschlagen. Das ist die echte, die unsichtbare Gewalt, die unsere Gesellschaft ausübt“, so Harry Mulisch. Das fundamentalistische Überich Bibelgott ist daher leider einer „modernen“ Regierung ganz angenehm und wird oft als schützenswert bezeichnet. Das ist es nun gerade nicht.

Heinrich Heine mahnte uns mit den Worten: „Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja, durch den Blick.“ Sind wir immer noch so? Wollen wir uns noch so? Theologische Argumente dürften in der Wissenschaft keine Rolle spielen, wusste schon Davit Hume (1711-1776).

Der Freiburger Analytiker Tilmann Moser überreichte mir im Frühjahr 2010 anlässlich eines Gespräches unter vier Augen sein neustes Buch: „Von der Gottesvergiftung zu einem erträglichen Gott. Psychoanalytische Überlegungen zur Religion“, Kreuz Verlag. Er berichtete mir über erste (!) Anstrengungen bezüglich Fortbildungsveranstaltungen für Analytiker mit dem Thema Gottangst, Höllenangst etc.. Im Namen der vielen Erkrankten sage ich ihm an dieser Stelle für seinen dauernden Einsatz Dank.

 

Schizophrenie

Zu Unrecht und auch aus Bequemlichkeit werden die Erkrankungen aus dem autistischen Formenkreis und den Schizophrenien heute von oftmals von den Kirchen bezahlten Psychiatern immer stärker als genetisch bedingt erklärt und mit Neuroleptika behandelt. Von der Angstgenese, gar von Höllenangst, spricht man nicht. Zwillingsforschung an eineiigen Zwillingen erbrachte jedoch genetisch gesehen höchstens eine Mitbedingung (H. R. P. Janetzke). Die wirklichen Ursachen der Schizophrenie, die sich meist in der Kindheit schon andeutet, gelten bis zum heutigen Tage als völlig unklar. Das ändert sich jetzt. Oder besser: Jetzt wieder.

Die Erkrankten aus den genannten Gruppen weisen in der Regel eine überdurchschnittliche Intelligenz auf und eine angeborene oder frühkindlich erworbene gesteigerte seelische Empfindlichkeit. Beides, und ein wohl als seelischer Schock registriertes, statistisch signifikant größeres Geburtstrauma vorverlegen das bekannte Entsetzen Schopenhauers über diese Erde in die frühe oder spätere Kindheit. Ungeschönte Realität wird vom Autisten also aufgrund ererbter Anlagen schon als Kind erfasst und als Trauma erlebt. Es erkennt im Menschen das unter Umständen grausamste Wesen dieser Erde und fühlt sich ihm ausgeliefert. Es beginnt trotz einer in der Regel fürsorglichen Mutter seinen Rückzug aus dieser Gesellschaft. Es begeht einen Suizid seiner Seele, wie dieser Vorgang vor 1918, also vor dem Abstieg der Psychiatrie in ein „neues“ Mittelalter, sehr treffend benannt wurde.

Akzentuiert wird das „Trauma Erde“ durch eine zur Glaubensgewissheit gemachte „transzendente Gewalt“ in Form eines übergrausamen, überungerechten „Gottes“ der Sintflut, Sodom und Gomorras und einer ewigen Folterhölle. Daran halten die Funktionäre beider Großkirchen (katholisch / evangelisch-luth.) bis heute ganz offiziell fest. Papst Benedikt XVI. schreibt unseren Kleinen unwidersprochen von den Protestanten dazu: „Mit den protestantischen Freunden teilen wir den Glauben an… Hölle.“ Er wird es wissen.

Er bestätigt im Jahr 2000 als Cheftheologe des Vatikan das schon heutige Vorhandensein einer funktionierenden Großhölle, in der man als unbeteiligter Zuschauer beim bloßen Mitansehen der dort auf „Jesu“ Anordnungen stattfindenden Foltern „vor Entsetzen“ stirbt, wenn „die Allmacht Gottes“ nicht vor einem solchen Tod rettet (3). Ein kleines Heftchen mit dem Text wird für Kinder in Kirchen ausgelegt. So etwas macht Kindern, und so ist es gewollt, so richtig Angst, währenddessen sich die Psychiatrie beide Ohren fest zuhält. Benedikt weiß indes, wovon er spricht. Er verdient mit diesen Dingen ja sein Geld und das der Kirche. Er kennt das Unbewusste seiner im Glauben von ihm Abhängigen. Der Vatikan prüfte jahrelang die Aussagen der Faustine auf ihren Wahrheitsgehalt. Wahr sei alles gewesen! Kardinal R. Bellarmin sagt uns zu dem Thema: „Es ist definitiv zu glauben, dass der Papst bei der Kanonisation von Heiligen nicht irren kann.“ Ich bin gegen die Ökumene. Abendmahl kann jede Konfession für sich alleine feiern. Der tiefe Sinn der gepriesenen Ökumene ist der: Gemeinsam hofft man stärker zu sein. Beim Partner kann man Anleihen in Sachen Brutalität machen.

Die Karriere des Teufels und seiner Hölle beginnt übrigens erst so recht im Mittelalter und zwar bei den Katarern und Jahrzehnte vor dem Ausbruch der Pest im Jahr 1347. Der Fürst der Welt sei der Teufel, so die Lehre. Den Juden wurde Helferschaft bei der Funktion des Teufels nachgesagt, angeblich vergifteten sie die Brunnen und waren die Schuldigen an der Pest. Heute wissen wir es besser: Es waren nicht die Juden, es waren Bakterien und ihre Überträger, die Ratten.

Dante schreibt uns 1313 über die Vorhölle, den Limbus. In der richtigen Hölle gibt es angeblich neun Kreise. Im sechsten Kreis sind die Ketzer und dort beginnen die schrecklichsten Qualen. Der siebte Kreis ist eine riesige Folterkammer. Im letzten, dem neunten Kreis, wird an Brutus, Cassius und Judas genagt: Von Luzifer persönlich. Es passiert dort eine „gottverordnete“, ewig sich wiederholende Menschenfresserei am lebenden Objekt.

Die Hölle ist heute ganz fester Bestandteil unserer kirchlichen Lehre und damit ein ebenso festes Engramm in unserem Unbewussten, aber halt nur dort. Jungs Archetypen klassifiziert er als zunächst leere „Gefäße“, in die Wissens- und Glaubensinhalte gefüllt werden. So gibt es ein Gefäß „Gott der Hölle“ und eines Verbot Gottkritik. Hölle kann im Bewusstsein vor allem von Kindern, die nach unserem Gemeindepastor übrigens alles glauben, was sie in einer Kirche mitbekommen, in aller Regel nicht länger als wenige Sekunden gehalten werden. Der Grund: Sie ist als Gedanke zu schrecklich. Der Mensch verdrängt Schmerz umso mehr, je größer er ist. Der allergrößte Schmerz, eine ewige Feuerfolter, wird am stärksten verdrängt. Sie, lieber Leser, haben in aller Regel natürlich auch keinen Zugriff auf ihr Unbewusstes. Sie sollten sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Höllenangst auch bei Ihnen ein wichtiges Thema ist. Ein Thema in Ihrem tatsächlich Ihnen unbewussten Unbewussten. Jung: „Das Bewusstsein ist nur eine winzige Insel im Meer des Unbewussten.“ Recht hat er. Ein Unwohlsein, das Sie beim Lesen dieses Buches an Stellen einer „Gott“- oder Religionskritik befallen kann, mag Ausdruck Ihrer verdrängter Angst vor göttlicher Höllenstrafe sein.

Das Missionswerk Werner Heukelbach schreibt mir über das „Evangelium“ Gottes und die Bibelstelle Joh. 3,35: „Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“ (so die Bibel, der Verf.). Das Missionswerk dazu: „Niemals zwingt Gott einen Menschen, seine Rettung anzunehmen… Das biblische Evangelium erklärt deutlich beide Möglichkeiten: „Entweder an Jesus Christus glauben und ewiges Leben bei Gott empfangen, oder aber ohne Jesus Christus bleiben und die Ewigkeit in der Hölle verbringen. Das ist die Wahrheit“, so das Missionswerk. Mit dieser Angst verdient das Missionswerk gutes Geld. Aber: Leider an den deutschen Gesetzen vorbei. Diese müssen auch vom Missionswerk seit neuestem einhalten werden. Folter androhende Mission ist Mission mit der Brechstange.

Die Kirchen müssen nach dem Verursacherprinzip und den Prinzipien der Logik an den erheblichen Kosten des Psychiatriewesens beteiligt werden. Der Autist und der Schizophrene zum Beispiel erkennt im Menschen das grausamste Tier dieser Welt, in Gott einen Ewigkeitsfolterer und im „Erlöser“ Bibeljesus einen Pseudoerlöser, nicht besser als der Vater. Er wendet sich voller Angst von allen Wesenheiten ab. Er beschäftigt sich mit Dingen, Sachen und Überschaubarkeiten wie Mathematik oder Technik. Er versucht so eine Defektheilung.

Die allergrößte überhaupt denkbare Angst, die vor ewiger Folter mit Feuer, im „Feuerofen“, wie es in der Bibel bei Matthäus heißt, treibt auch das aspergerkranke Kind in die Isolation mit sich selbst (Asperger beschreibt spätkindlichen Autismus). Es kommt, da körperlicher Suizid als Idee zunächst keine Alternative darstellt, zu besagter Defektheilung. Die „seelische Haut“ unserer Autisten ist nahezu fehlend, wo der „Normalmensch“ vergleichsweise einen „Panzer“ besitzt. Nicht alle Menschen sind halt gleich. Prof. Dr. H. Keller und Prof. Dr. Arnold Lohaus stellen im Buch „Was dein Kind dir sagen will, Falken, klar die Bedeutsamkeit einer verlässlichen sozialen Umgebung für die spätere Bindungsfähigkeit unserer Kleinen heraus. Diese verlässliche Basis müsse „jederzeit Schutz“ garantieren. Eine Kirche, in der in Predigt oder Gesangbuch mit Hölle gedroht wird, ist keine verlässliche Umgebung und für ein Kind ungeeignet. Gestörte Bindungsfähigkeit ist eines der Hauptmerkmale unserer autistischen bzw. aspergerkranken Kinder. Sie sind in Kirchen deren Terror schutzlos ausgeliefert. Kinder gehören daher nicht in Kirchen.

 

Leider lernen Eltern manchmal schnell und oft unbewusst, wie einfach es sich mit dem lieben Gott erziehen lässt. Mütter sagen dann nicht, der Vater werde das Kind verhauen, sie sagen, der liebe Gott werde es strafen. Das macht die bravsten Kinder. Damit liefert man aber sein Kind einem verrückten Gewaltgott aus, der den Kindern verrückt brutal geschildert wird, verbrennt und ertränkt er doch wehrlose und unschuldige Kinder lebendig und schickt zur Not auch einmal „wilde Tiere“, Kinder böser Eltern lebendig zu verspeisen. In vollem Ernst präsentiert zu allem Überfluss unsere Gesellschaft diesen „Gott“ als Gerechtigkeit in Person. So ist aber Gott sei Dank kein Gott.

 

Depression

Bei endogen Depressiven ist analog dazu dieser komplette Rückzug der körperliche Suizid. Diese Art der Depression ist oftmals selbst zugefügte Qual. Der Erkrankte quält sich hier auf Erden, um nicht in einer Hölle gequält zu werden, ein Mechanismus, der uralt ist. Mönche, so auch Luther, geißelten sich, z.B. mit speziellen Bußgürteln und Askese. Für den höllenangstkranken Kierkegaard war Leid „das Schönste“ im Leben. Er opferte Gott „das Liebste“, was er hatte: Er verließ seine geliebte Freundin nur zu dem Zweck, nicht in die Hölle zu kommen. Es war ihm da zu heiß. In der Bild-Zeitung gab es vor Jahren einen Bibel – Quiz: Wie heiß ist es laut Bibel maximal in der Hölle. Drei mögliche Antworten gab es: 333, 666 oder 999 Grad. Für Kierkegaard also deutlich zu heiß. Die endogene Depression ist oft ein solcher Masochismus, den es zu unterbrechen gilt. Die Manie ist lediglich eine Variante der Depression. Sie gilt als Aufbäumen des Geistes gegen eine drohende Schwermütigkeit. Maniker entstehen, wenn Depressionen auf Optimisten, auf Kämpfer treffen.

Es sind Dramen, die nicht sein müssten. Margarete Susman sagt uns dazu: „Das Ich ist Stätte nicht nur der Todesangst, sondern der noch weit furchtbareren Angst des Gewissens.“ Zwischen Über-Ich und Ich entbrennt der letzte verzweifeltste Kampf als ein einziges Ringen um Gnade, so Susman. Und: „Lieben ist für das Ich gleichbedeutend mit Geliebtwerden, vom Über-Ich geliebtwerden, indem die Seele die Liebe dessen sucht, der über sie mit der Unerbittlichkeit des unbedingten Richters richtet.“ Dieser unerbittliche Richter ist der Bibelgott. Ein echtes folterndes Scheusal also, ein von Geistlichen ausgedachtes Scheusal. Fast so „wie der Teufel“, meint Eugen Drewermann zum Thema Gott der Bibel sehr richtig dazu.

Jürgen Habermass hingegen hat die christliche Religion noch nicht ganz begriffen: „Als sich Sünde in Schuld, Vergehen gegen göttliche Gebote in den Verstoß gegen menschliche Gesetze verwandelte, ging etwas verloren.“ Es hat zum einen diese Verwandlung noch nicht gegeben, zum anderen geht etwas verloren, wenn sich im Gegenteil Schuld in Sünde verwandelt: Und das, was da verloren geht, ist die seelische Gesundheit unserer Kinder.

 Bei meiner Anhörung in einem „Gespräch“ über Kirchenschäden bei Kindern vor der Ärztekammer Niedersachsen am 17.11.09 äußerte sich der beisitzende Psychiater stellvertretend für den allergrößten Teil seiner Kollegen. Ich präsentierte ihm in Postergröße die Folterszene eines Altarbildes aus dem Paderborner Dom. Etliche Teufel treiben da im Auftrage „Jesu“ mit zweizackigen Spießen und Feuer „Sünder“ einem überdimensionalen Kochtopf zu, in dem schon einige Sünder gequält werden. Ewig natürlich. Bei einem Besuch in Paderborn hatte ich eine Frau auf Knien betend vor dem Bild angetroffen, während ihr Kind sich betroffen und mit starrem Blick den Topf ansah. Malerei in Kirchen ist eine sinnliche Anschauung und dringt direkt in unser Großhirn ein. Solche Gemälde erwecken uns den Eindruck der Unmittelbarkeit. Es ist und gibt keine Symbolsprache zwischen einem hinschauenden Kind und einem derartigen Bild.

Der Psychiater schloss allerdings definitiv die Möglichkeit aus, dass alleine eine solche Darstellung ein Kind seelisch erkranken lassen könne, auch in dem Falle nicht, wenn zusätzlich die Mutter häuslich diesem Kind die Strafe Gottes ankündige. Hier wirkte er auf mich rührend, ignorant und erschreckend. Es ist dies ein massives Inschutznehmen der Kirchen an jeder Wissenschaft vorbei und wir alle fragen uns, warum er das macht oder machen muss. Meine Ausführung, dass nach Tilmann Moser (Analytiker, Buch: „Die Gottesvergiftung“) „Millionen Kinder“ durch kirchliche Grausamkeiten krank werden, „überhörte“ der Psychiater. Er brachte kein Wort einer Kirchenkritik über die Lippen. Die Vorsitzende der Zweigstelle Hannover der Niedersächsischen Ärztekammer, Frau Dr. C. Goesmann, pflichtete mir allerdings, wie gesagt, bei. Sie als Allgemeinmedizinerin kann seelische kirchliche Gewalt noch, im Gegensatz zu Psychiatern, als solche identifizieren und kritisieren und individuell eine richtige, kirchentherapeutische und logische Gegenmaßnahme treffen: Ihren Kirchenaustritt. Das durfte natürlich nichts ins Protokoll! Es hätte meine Ansicht ja bestätigt. Bezüglich verständnisvoller Psychotherapie ist man mit einer kirchenbedingten Psychose bei Allgemeinmedizinern insgesamt besser aufgehoben als bei unseren angeblichen „Experten“ für Ängste, den Fachärzten für Psychiatrie. Doch hier gilt wie immer: Keine Regel, keine Aussage meinerseits ohne Ausnahme. Sie bestätigen ja die Regel.

Warum kann es die Psychiatrie nicht? Kirchliche Gewalt will von ihr heute in aller Regel nicht mehr als solche erkannt oder als krank machend identifiziert werden. Den Beweis dieser These liefert ihre nahezu vollständig fehlende Kirchenkritik und ihre breitflächige Assoziation mit den Kirchen in Trägerschaften mit gemeinsamer (Theologe, Seelsorger, Arzt) Therapie in den psychiatrischen Krankenhäusern. Glaubenskonflikte und die dadurch entstandenen Erkrankungen werden allerdings vom Anstaltsgeistlichen allein „therapiert“. Das solle auch so bleiben, meint die „Nachfolgerin“ Sigmund Freuds, Frau Prof. Leuzinger–Bohleber, Direktorin am Sigmund Freud Institut. Sie könne nicht transzendental denken. Dieses Denken fehle ihr und ihren Kollegen! Der am 17.11.2009 beisitzende Psychiater bestätigte das sinngemäß: Die heutige Psychiatrie unterhalte sich nicht mehr über Gott und Sünde, so der Arzt. Er konnte so auch die größte Angst des Menschen, nach dem katholischen Priester Eugen Biser die Angst vor ewiger Folter in der Hölle, nicht mehr benennen! Ein Hineindenken in die Psyche und die zugegebener Maßen verborgenen seelischen Qualen eines Kleinkindes in einer Kirche oder in einem Dom mit Höllendarstellungen war ihm nicht möglich. „Pornographie“ anzusehen, sei doch wesentlich „schlimmer“. Hier irrt er, für Sie als Leser hoffentlich einleuchtend, fundamental. Mir drehte der Facharzt damit den Magen um. Pornografische Darstellungen sind für Kinder zum einen erträglicher als die Offenbarung einer eventuell auf sie persönlich wartenden ewigen Hölle, zum anderen ist es streng verboten, Pornographie Kindern überhaupt vorzuführen: Siehe Jugendschutzbestimmungen § 184 Abs. 1 Nr. 1 und 2 Strafgesetzbuch und § 4 des Jugendmedienschutzstaatsvertrags. Höllendarstellungen in Kirchen im Verein mit offener offizieller Folterandrohung verstoßen zwar gegen unsere Gesetze, bleiben aber noch ungestraft. Das wird sich ändern. Diese Drohungen werden vom Kind als wahr, heilig und als persönliche Gefahr empfunden, so sinngemäß ein Pastor hier. Sie füllen den Archetyp Gottangst.

Hier liegt der Unterschied zum Märchen. Der Wolf ist für das Selbst des Kindes viel weiter entfernt als eine persönliche Hölle. Außer den Kirchen „darf“ hier niemand mit persönlicher Folter drohen. Ein deutscher Polizeibeamter bekam massiv Probleme, als er einem Erwachsenen (!) Folter androhte, um eine Geisel vor dem Tod zu retten. Im Jahr 2012 lief ein Film über diesen Fall an. Ein Polizeibeamter sagte mir, er mache sich strafbar, wenn er bei einem Kirchenbesuch die Gesangbücher nicht beschlagnahme. Die Kirchen bringen uns also mittlerweile dadurch, dass sie außerhalb des deutschen Rechts stehen, beinahe alle in Gefahr.

Unsere Psychiatrie begeht den großen Leichtsinn, das Angstmachen unserer Kirchen in einem Ordner „…das war einmal“ abzulegen. Zu diesem Leichtsinn verführt sie ihr Unterbewusstsein. Die Schriftstellerin Aglaja Veteranyi (Ingeborg Bachmann – Literaturbewerb 1999) sagt uns dazu in „Warum das Kind in der Polenta kocht“: „Als das Kind starb, kochte es Gott in der Polenta. Gott ist ein Koch, er wohnt in der Erde und isst die Toten… Manchmal will ich mich ganz zu ihm hinabgraben, trotz meiner Angst, von ihm gebissen zu werden.“

Wann hört unsere Psychiatrie bzw. unsere Gesellschaft endlich auf ihre Dichter? Hörte und sah sie nicht Schlingensief in Venedig? Wann legt sie ihren Panzer ab? Die Angst vor „göttlicher Folter“ ist doch unüberhörbar! Der Kochtopf, diese Sünde am wahren  Jesus und eine Schande der Kirchen, ist kollektiv verdrängtes hoch pathogenes Engramm – wenn Sie so wollen ein Folter-Archetyp, ein Kochtopf-Archetyp.

Oben genannter Psychiater bestätigte verbal unser jahrzehntelanges Wissen, dass die Themen Gott und Sünde, und damit auch Hölle, in der heutigen Psychiatrie bis auf Ausnahmen ärztlich nicht mehr thematisiert werden. Das ist für uns alle hoffentlich unfassbar. Hier wurde offen vor einer Ärztekammer ein unerträglicher Kunstfehler zugegeben, ohne dass er sich auch nur ansatzweise irgendwie über meine Ausführungen beeindruckt zeigte oder gar meine Kritik an der Psychiatrie verstehen wollte. Über Schuld (er meinte wohl: Schuld des Patienten, nicht Schuld der Kirchen) werde allerdings noch gesprochen. Psychiatrische Fortbildungen, wissenschaftliche Auseinandersetzungen oder gar Kongresse mit den Spezialthemen Kirchenschäden oder gar Höllenangstschäden finden in Deutschland nicht statt. Das Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) bestätigte mir schriftlich, dass Hausärzte nichts von Höllenschäden zu wissen bekommen. Ich hatte das Institut am 09.04.2010 auf die Kunstfehler der Psychiatrie hingewiesen und mich als Spezialist und Vortragender für derartige Fortbildungen angeboten. Fortbildungen in diesen Themen werde es wohl künftig auch nicht geben. Das Institut sei aufgrund „gesetzlicher und vertraglicher Verpflichtungen voll ausgelastet“. Nun, diese Verpflichtungen gibt es und sie beinhalten ja gerade umfassende Fortbildung. Auch das Statement Frau Dr. Goesmanns (Stichwort: stattfindende Grausamkeiten in Kirchen) und der Hilferuf Pastor z. Eltz an die Adresse der Psychiatrie konnte beim Institut nichts bewirken. Auch nicht der Hinweis auf den jahrelangen krankmachenden Einfluss unserer Kirchen auf Kinder und die Radikalisierung der Kirchen in der letzten Zeit. Man tut so, als gäbe es keine „gesetzliche Verpflichtungen“, Grausamkeiten, begangen an Kindern, zu unterbinden und Hausärzte in der größten denkbaren Menschenangst fortzubilden, einer Angst übrigens, die in ihrer Intensität die vielzitierte Todesangst bei weitem übertrifft.

Nicht anders erging es bei der Nachfrage eines Arztes direkt in der Höhle des Löwen, bei der Fortbildungsstelle der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie in Berlin, kurz DGPPN. Der Arzt schrieb, er habe einen Patienten, der sich mit dem Jüngsten Gericht „beschäftige“. Er schrieb nicht, dass der Patient in dieser seiner „Beschäftigung“ auch erkrankt sei. Er stellte die Frage, ob es Fortbildungen für ihn über Höllenangst gäbe. Die Antwort bestand in dem Rat, den Patienten an einen Psychiater überweisen, er könne eine Psychose haben! Über Angst im Allgemeinen gebe es eine baldige Fortbildung. Hier drückt sich eine Religionsphobie aus, insofern, als dass das alleinige Denken an ein Jüngstes Gericht heute schon ausreicht, eine Psychose zu vermuten und zum Psychiater zu schicken. Nebenbei: An eine Adresse, die in aller Regel von Religion erklärter Maßen nichts versteht und die sowieso Menschen mit religiösen Problemen weiter „überweist“: Zum Theologen. Auch der Chefarzt des Alexianer-Psychiatriekrankenhauses (katholisch) in Köln, Dr. M. Lütz, weiß es: In Psycho- Therapeutenkreisen, das müsse man wissen, „redet man nie!“ über Religion (Quelle „Gott“, Weltbild). Weil man „schlimme Erfahrungen“ mit ihr gemacht habe. Im Klartext: weil man neurotisch sei. Angstneurotisch. Leider redet man auch in der vorgeschriebenen Supervision nicht darüber. Das macht ihre Qualität so mangelhaft.

Im anerkannten Buch über die Transaktionsanalyse „Ich bin o.k., Du bist o.k.“ des Psychotherapeuten Thomas A. Harris, rororo, wird das Ignorieren von Kirchenschäden auf die Spitze getrieben. Das Über-Ich Freuds setzt Harris einfach mit einem „Eltern-Ich“ gleich. Das Eltern-Ich komme durch Einwirkungen der Eltern oder Elternvertreter zustande. Eltern könnten tadeln oder strafen und Kindern das Gefühl vermitteln, nicht o.k. zu sein. „Schuld“ an pathologischer Überichausprägung kann damit nur noch den Erziehungsberechtigten, nicht aber mehr den Kirchen gegeben werden. Den weit sadistische Teil des Über-Ichs, das Kirchen-Ich oder globaler: das Gott-Ich ignoriert Harris.

 

Das Gott-Ich

Ich führe hiermit und längst überfällig das Gott-Ich als bedeutsameren (weil pathogeneren) Anteil des Über-Ichs in die psychiatrische Terminologie ein. Es bildet zusammen mit dem Eltern-Ich unser Über-Ich. Es beinhaltet Wertsetzungen, Gebote und Strafen des persönlichen Gottes.

Wie können sich Kinder o.k. fühlen, denen unsere Kirchen die Schuld am Foltermord an Jesus 2000 Jahre nach dessen Versterben in Entwürdigung Gottes in die Schuhe geschoben haben?

Bezüglich der angesprochenen Radikalisierung verweise ich hier auf das neu praktizierte evangelische Kinderabendmahl für Kinder ab dem dritten oder vierten Lebensjahr. Ich versuchte mit einer Klage, es zu stoppen. Jetzt wird es nur älteren Kindern verabreicht, so meine Kenntnis. Auf meine schriftliche Intervention bekam ich keinerlei Antwort. Kindern in Kindertagesstätten (z.B. Bisenort Hamburg)  wird die Schuld, die Mittäterschaft an der Kreuzigung Jesu als „Gift“ im Rilke-Sinn verabreicht. Der kirchenkritische Dichter Rainer Maria Rilke ließ seinen Jesus noch sagen: „Sie glauben es, mein Blut sei Wein, und trinken Gift und Glut in sich hinein.“ Er meint: Das Gift der Schuld und die Glut kindlicher Höllenangst aufgrund dieser eingeredeten Schuld. Das Abendmahl ist geschickt gemacht von der Kirche. Hier wird es entlarvt.

Evangelische Kinder empfangen hier am Gründonnerstag in der Kita Bisenort in Hamburg vor aller Augen (Internet) das Kinderabendmahl mit dem Kelchinhalt, dem Blut Jesu, „für Dich am Kreuz vergossen, zur Vergebung Deiner Sünden“. Auf fundierte, ernste Kritik an dieser Radikalisierung meiner Kirche erhielt ich von ihr keine Antwort. Daraufhin haben wir meine Kirche angezeigt.

Der jüngste unter den 27 deutschen Diözesanbischöfen, Franz Josef Overbeck (46), sagt uns zum Thema Radikalisierung in der Zeitung „Die Welt“ vom 22.9.2010: Unsere „Religion birgt in sich die Gefahr, sich zu radikalisieren, sodass sie weder der Freiheit der Religion noch der Würde des Menschen gerecht wird.“ Recht hat er.

Die massive „Schuld“ an einer vor 2000 Jahren stattgefunden Kreuzigung landet für heutige Psychiater unentdeckbar im ihnen vom Inhalt her unbekannten kollektiven Unbewussten. Redet ein Klient heute von unerklärlichen diffusen Schuldgefühlen, mutmaßt die Psychiatrie elterliche Schuld oder gar Patientenschuld. Redet er von unerklärlicher Angst, wird sie als „Angst vor der Angst“, die es nicht gibt, fehl gedeutet. Die Angst vor der Angst scheint sogar heute eine Diagnose darzustellen. Psychiatrisches Denken wird an diesem Punkt schlicht eingestellt. Unsere Psychiater klammern das größte Gebiet seelischer Traumata einfach aus. Redet jemand gar von Höllenangst, ist dies für unsere Psychiatrie nicht Glaube, sondern in aller Regel tablettenbedürftiger Wahn. Redet ein Arzt ohne eigene Höllenangst von Höllenängsten seiner Patienten, stellt die Psychiatrie heute sogar ihn als paranoid hin, ja sie „verurteilt“ ihn mit den Worten, er würde in seinen sozialen Bezügen dort nicht funktionieren, so ein Beispiel. Es wird sich dabei auch um eigene Angstreaktionen oder Projektionen handeln. Eine Projektion ist psychoanalytisch das Hineinprojizieren eigener Gefühle und Krankheiten in das Gegenüber. Die perfektionistische Radikalität ihres Inschutznehmens der Kirchen spricht in der Tat für eine Zwangsneurose unsrer Psychiater. Deren Ursache: eigene Höllenangst.

Glaube ist indes kein Wahn in engem Sinn: Wenn eine Mutter ihrem Kind irrtümlich sagt: „Im Keller sind riesige Ratten, die fressen dich auf“, und das Kind glaubt der Mutter, ist es dann wahnsinnig? Nein! Es geht nur nicht mehr in den Keller. Und es kann schlimmstenfalls Angst vor Kellern, vor jedem Keller bekommen. Auch wahnsinnige Angst. Auch später noch als Erwachsener, wenn die Ratten längst vergessen sind. An diesem Punkt muss unsere Psychiatrie im eigenen Interesse dazulernen: Neurotische sog. Glaubensgewissheit, die nie objektives Wissen ist, ist kein Wahn. Sie bleibt in ihrer Erlebnisbedingtheit Neurose.

Das Szenarium ist folgendes: Papst Benedikt XVI. und die evangelische Kirche lehren unseren Kindern vom zweiten bis achtzehnten Jahr die Hölle als Glaubensgewissheit. Die Hölle ist offizieller Glaube und wird als solcher gelehrt. Glaubt dann ein Kind dies und wird als Erwachsener durch das Gelehrte und Gelernte höllenangstkrank, indem Hölle für ihn Glaubensrealität geworden ist, kommt der Patient in die Schublade Wahn. Und oft genug wird diese Schublade dann für immer mit einem Schlüssel abgeschlossen. Die Fehldiagnose Wahn bedeutet in der Regel heute den Einsatz stärkster, die Persönlichkeit und den Körper der Patienten umformenden Neuroleptika.

Das Wort bzw. die Diagnose Wahn bedeutet aber auch für unsere Psychiater das Einstellen einer analytischen Psychotherapie. Das Gegenteil müsste zur Regel werden. Sprechen ist jetzt angesagt. Das ist neu. Das bringe ich Psychiatern jetzt bei. Ich integriere mit diesem Buch die Seelsorge erneut in die schulmedizinische Psychiatrie und entwickelte die EAT als Behandlungsform.  Nebenbei: Der Unterschied zwischen Seele und Psyche ist uns allen sowieso nie klar gewesen. Unter Psyche kann ich mir etwas vorstellen, unter Seele nichts. Die Seele kenne ich nur aus Büchern. Sie soll aus dem Körper im Tod gen Himmel aufsteigen. .

Kirchenjesus wird durch die Drohgebärden und Dankbarkeits-einforderungen seiner Kirchen selbst als Menschenkoch für Teile der Allgemeinheit und die Tiefenpsychologie sogar nach Auschwitz unkritisierbar. Die Psychiatrie mag die Ankündigung ewiger Folter nicht mehr als Trauma erkennen oder anerkennen. Das Kind und wahrscheinlich auch der spätere „atheistische“ Psychiater empfinden tiefe Dankbarkeit Jesus gegenüber. Er hat zum einen den Kreuzestod „auf sich genommen“, der eigentlich nach Kirchenlehre ihm, dem Kind, wegen seiner „Sünden“ gebührte. „Stellvertretend“ für uns sei Jesus am Kreuz gestorben, so äußert sich die Theologin Kessler (Bibel TV). Welches Kind stirbt schon gerne am Kreuz? Jedes Kind ist doch heilsfroh, wenn ihm diese Art des von ihm durch Gott zugedachten Todes abgenommen wird. Zum anderen verzeiht Jesus dem Kind seinen Foltermord an ihm. Das nun aber nur eventuell und nur, wenn es auch lieb ist und lieb und demütig bleibt. Verwundert sind Psychiater, dass Patienten als Erwachsene dann „zu lieb“ sind, zu lieb geblieben sind und nicht „nein“ sagen können. Die Schuld an dieser Konstellation geben Psychiater dann gern den schuldlosen Eltern. Am Liebsein erkennt man oft den Sacco-Kranken. Es ist manchmal eine „prima vista“ Diagnose: Eine Diagnose auf den ersten Blick. Das „Nein“ bedeutet ihm Verweigerung von Nächstenliebe und damit nach Bibellehren, nach der Bergpredigt, Hölle. Ich habe eine Patientin gehabt, die jeden Stein vom Fußweg räumte, aus Angst, jemand könne „ihretwegen“ hinfallen und sie würde dann bestraft. Da kommt man naturgemäß auch mit Verhaltenstherapie oder Tabletten nicht weiter. Diese Therapien kommen gegen Höllenangst nicht an. Hier muss unsere weitgehend schweigende Psychiatrie jetzt sprechen lernen. Der o.g. Patientin geht es nach einer Ecclesio-Adversativen Therapie von 2 x 1 Stunde (s. dort) jetzt nach eigenem Bekunden deutlich besser.

Ein ausführlicher Brief über das Thema Kirchenschäden und die Kunstfehler der Psychiatrie an die DGPPN, nachrichtlich an Prof. Hoppe, blieb schweigend unbeantwortet. Genauer: Mir antwortete die Gesellschaft nicht. Meine Kammer erhielt jedoch Kenntnis dieses Briefes. Alle Psychiater sind selbstverständlich nicht so. Ich betone dies immer wieder. Zu dem Thema „moralisch vollkommener“ Menschenkoch Kirchenjesus sagt uns in Bestätigung meiner Rückschlüsse der Analytiker Peter Schellenbaum in seinem Buch „Gottesbilder“, dtv, (4):

„Die einzige Moralvorschrift, die bei allen Christen so viel gilt, dass sie nicht einmal ausgesprochen wird, lautet: Du darfst an der moralischen Vollkommenheit des Menschen Jesus nicht rütteln… Dieses Tabu ist die wirksamste Waffe des christlichen Gottesbildes, sich gegen Wandlungen zu wehren… Dass auch die Tiefenpsychologie dieses Tabu in Bezug auf Jesus noch kaum angegangen hat, ist schwer verständlich.“

Hier wird jetzt sehr deutlich, dass die Tiefenpsychologie, deren Vertreter sich meist im Oberflächenbewusstsein als Agnostiker oder Atheisten sehen, sich meist streng an das christliche Tabu hält. Warum? Sind Tiefenpsychologen Gläubige? Gar der harte Kern der orthodox Gläubigen, ohne es zu wissen? Haben sie Angst vor einem Tabubruch? Angst vor den Folgen? Angst vor der Hölle? Ein Tabu rächt sich selbst, sagt S. Freud. Es ist ein Satz, den jeder Psychiater kennt. V. E. v. Gebsattel schreibt uns: „Meistens weiß ein Mensch, bei höchstem Bewusstsein, gar nicht, was ihn treibt, und er kommt nicht hinter sich, trotz aller Tiefenpsychologie.“ Dieser Satz gilt speziell für Tiefenpsychologen.

Jetzt verstehen wir aber: Psychiater gingen als sehr empfindsame Menschen nicht den Weg in die Depression oder die Psychose. Ihre „Rettung“ vor der ihnen angedrohten Hölle bestand möglicherweise im „Altruismus“: Bibeljesus schlägt den Gläubigen diese Art der Rettung vor der Hölle ja vor. Aus dem helfen wollen wird ein helfen müssen, und damit der Kern des sog. Helfer-Syndroms. Einen Vorwurf an die Adresse unserer Psychiatrie kann es daher bis heute nicht unbedingt geben, wenn man sie als krank betrachtet. Kranke sind nicht unbedingt schuldig. In einem vor Jahren geführten kurzen Telefonat mit Prof. Dr. H. Joas über sein Buch „Die Entstehung der Werte“ lehnte er meine Überlegung übrigens strikt ab, Höllenangst könne sozialisierend wirken, Werte schaffen, oder ein Helfen bewirken. Altruismus sei ein zu edler Wert, als dass man ihn in dieser Form erklären dürfe. Übrigens: Der Berufsstand unter uns Ärzten, der am häufigsten seelisch erkrankt, sind unsere Seelenärzte. Sie sind selbst ihre besten Kunden. Das will ich ändern.

Wie intensiv unsere Psychiatrie ohne es zu begreifen durch den Sündenbegriff unserer Kirchen Arbeit bekommt, sei hier erläutert:

Die 260 klinischen Fälle, die Sigmund Freud in seiner „Psychopathologie des Alltagslebens“ anführt, lassen sich ausnahmslos in die vier „Sünden“ nach der Bergpredigt ordnen: 57 x Unaufrichtigkeit, 122 x Selbstsucht, 39 x Unreinheit, 42 x Lieblosigkeit (Tournier). Psychiatrische Alltagserkrankungen sind demnach zu annähernd 100 % Schuld (-gefühl) oder besser: In Sünde transzendierte Schuld mit beinhaltender Höllenangst. Eine Schuld lässt sich meist bereinigen, eine Sünde wird dagegen vergeben – oder gnadenlos bestraft. Je nachdem, wie Bibeljesus beim Gerichthalten am Tage X gerade drauf ist. Tournier hält, wie der Großteil der älteren Psychiater um 1920 noch, diese Sünden für krank machend. Zu Recht. Die Schuld ist aber dabei oftmals so unerheblich oder gar fehlend, wie der Apfel beim Sündenfall keine Schuld darstellt. Der Apfel ist ein genialer, allerdings bewusst krank machender Einfall der Geistlichkeit: Der kleinste denkbare Ungehorsam gegen das Gott-Ich löst einen Amoklauf „Gottes“ aus. Für unsere Kinder ist dies eine Lehrstunde in schlechtestem Sinn. Eine für unsere Seele notwendige erste Trotzphase lässt der Über-Ich-Anteil Gott-Ich nicht zu. Hier hätte es „Gott“ gut getan, vor seiner Schöpfung einige Stunden Pädagogik zu belegen. Analytisch bedeutet der Apfel, dass es eine Riesensünde ist, dem Über-Ich auch nur irgendetwas zu entwenden bzw. anzutun. Das hat mit weltlicher Macht und nichts mit Religion zu tun. Es wird öfters versucht, Evas Nehmen des Apfels symbolhaft zu deuten: Sie habe verbotener Maßen vom „Baum der Erkenntnis“ gegessen. Aber: Die Entdeckung des Unterschiedes gut – böse kann doch nicht selbst böse sein, sondern nur das gerade Gegenteil. Das Apfelessen war dringend erforderlich.

Das nicht „Nein“ sagen können ist weniger auf elterlichen früheren Tadel zurückzuführen, als auf das krankmachende, bewiesen sadistisch-kleinliche Kirchen-Überich. Die Kirche qualifiziert hier Gott als einen Amokläufer ab, der dringend in psychiatrische Therapie müsste, wäre er denn so gewesen: Dieser Amokläufer verflucht Adams Acker und damit Adam selbst. Man soll aber nicht verfluchen, auch nicht wegen eines Apfels. Und schon gar nicht als ein Gott, bei dem wir eine moralische Grundausstattung voraussetzen. Und ein Gott soll auch unschuldigen schwangeren Frauen nicht unnötig Schmerzen bei jeder Geburt zufügen, nur weil ihm durch Eva ein Apfel oder ein pathologischer militaristischer Gehorsam seiner Geschöpfe abhanden kommt. Sie möchten Beweise für den von mir behaupteten Inhalt des kollektiven Unbewussten? Hier kommen sie:

1. Ganz offiziell (Papst Benedikt XVI.) existiert heute schon Folter in einer Großhölle. Folter ist doch für die Medien immer interessant, siehe die Foltern in Guantanamo. Warum möchten die Medien nicht wissen, wie genau in „Jesu“ Hölle gefoltert wird? Der Vatikan weiß es doch! Durch die geprüften Aussagen einer von dort wiedergekehrten und darum im Heiligen Jahr 2000 heilig gesprochenen Ordensschwester mit Namen Faustine. Ein Büchlein dazu legt man in Kirchen für unsere Kinder als Landmine aus. Gebraucht „Jesus“ noch die alttestamentarischen Methoden seines Vaters wie Kochen, Braten, Ertränken, Fressenlassen durch wilde Tiere? Die Zeitungen schweigen meist eisern zu „Jesu“ Foltern. Verdrängen Journalisten ihre eventuelle Zukunft in der düsteren Ewigkeit? Über „Jesu“ Foltern regen sie sich nicht auf. Wäre es nicht ihre Pflicht, uns davon mehr zu berichten als über den Sitzplatz Christian Wulffs bei Air Berlin? Oder halten alle Bild-Journalisten unseren deutschen Papst für einen Schwindler oder unverbesserlichen Fundamentalisten und sagen es nur nicht laut? Warum sagen sie es nicht laut?

Einer meiner Praxisvertreter überreichte mir neulich ein Foto einer Parkbank in Blankenese aus dem Jahr 2010. Auf der Lehne die Inschrift in weißem Farbspray: „Religionen, in denen die Kinder mit ewiger Verdammnis bedroht werden, sind dreckige Sadisten-Organisationen.“ Es gibt halt auch weise Parkbänke.

2. Einen Holocaust zu veranstalten, ist eigentlich in Deutschland indiskutabel. Nahezu jeder verdrängt aber, dass die Sintflut der erste Holocaust war, begangen auch und speziell an Juden. Nicht ein einziges jüdisches Kind wurde nicht von „Gott“ auf grausamste Weise ertränkt. Seine Gründlichkeit und Brutalität sind dort ohne jedes geschichtliche Beispiel. Dieser Holocaust Sintflut wird von den beiden Großkirchen unseren Kleinen als Akt einer diffusen Gerechtigkeit dargestellt, einer uns unverständlichen „höheren Ethik“, die unkritisierbar sei. Dies ist in Deutschland offenbar für Kirchen zulässig, weil es „sozialadäquat“ ist oder sei. Natürlich ist es nicht sozialadäquat. Fast alle Bürger versteigen sich ja tatsächlich in „Gotteshäusern“ hypnotisiert in die Anbetung derartiger „Gerechtigkeit“ bzw. eine Anbetung einer derart folternden Person. Warum? Aus Angst. Diese Angst ist kollektiv im Archetyp Gottangst.  Ist nicht die Bibel mit ihrer „gerechten“ Sintflut jeden Diktators Lehrstück für „gerechte Gewalt“ gewesen? Vereinzelt gibt es diese Meinung in der Literatur. Ich stehe nicht einsam da, wenn ich behaupte, das lebendig Ertränken oder Verbrennen von Kindern sei nie gerecht, einerlei, wer es tut. An diesem Punkt existiert eine Absolutethik, die auch für alle Götter gilt. Meiner Meinung ist auch Albert Camus: „Es gibt keine privilegierten Henker“, sagt uns der Nobelpreisträger.

3. Warum verzichtet Afrika lieber auf Kondome als auf Aids? Will Afrika unserem Papst Benedikt einen Gefallen tun? Oder will es nicht sündigen? Warum will es nicht sündigen? Diese Frage, lieber Leser, können Sie jetzt schon selber beantworten: Aus Furcht vor „Gott“ und seiner Höllenstrafe werden keine Kondome benutzt. Ein paar Jahre Aids sind immer noch besser als die Ewigkeit in der Hölle.

4. Ganz unwohl wird der „Allgemeinheit“ und speziell der Psychiatrie bei einem Vergleich Bibelgott – Hitler, in der Literatur als B-H-V eingeführt. Es spielt da auch keine Rolle, wenn man den wahren Gott, die Liebe, als Nicht-Hitler vor den Kirchen in Schutz nimmt. Es spielt auch keine Rolle, dass der Vergleich rein wissenschaftlich Begründung findet. Er kommt im Ursprung aus dem jüdischen Schrifttum. Er kommt aus dem KZ.

Der beisitzende Psychiater kritisierte am 17.11.2009 diesen Vergleich. Warum? Warum ist dieser Vergleich mit negativen Gefühlen besetzt? Nun, ein Beipflichten in dem Sinn, dass der B-H-V in Ordnung ist, kann immense Schuldgefühle bei Nichttrainierten hervorrufen. Es kann so zu einer Übertragung kommen. Eine Übertragung ist immer eine Übertragung einer Schuld, einer Sünde.  Ich hingegen verstehe die Menschen, die eine derartige Verbindung herstellen. Als Therapeut muss man auf Situationen vorbereitet sein, wo der Vergleich vom Patienten kommt. In dieser Frage darf man, auch im Sinne und zur Entlastung des wirklichen Gottes, der Liebe, beim „Objektivismus“ bleiben, dem Goldstandart unseres zeitgenössischen Denkens. In der Forschung soll das Denken ausschließlich auf den Gegenstand gerichtet sein mit vollständiger Ausschaltung alles Subjektiven. Für einen Deutschen ist es oft eine reflexartige Selbstverständlichkeit, den Täter des ersten Holocausts, der Sintflut, mit dem Täter des zweiten zu vergleichen, auch wenn dieser ein „Gott“ sein sollte. Allein unsere schulische Ausbildung mit dem Kern, jeden Holocaust zu erkennen und zu brandmarken, bedingt diesen Reflex. Jeder muss es heute mit seinem Gewissen vereinbaren, ob er sich dreinfügt, einen „Gott“ anzubeten, der eine derartige Endlösung veranstaltet haben soll. Jeder muss sich fragen, ob es seinem wirklichen Gott recht ist, ihn auf eine derart niedrige Stufe, auf die gleiche Stufe wie Hitler zu stellen. Jeder muss wissen, was er seinen Kindern damit antut. Er mag sie damit in einen für sie unlösbaren Konflikt treiben, den Konflikt Gottliebe / Gotthass oder zumindest Zweifel an Gottes bedingungsloser Liebe und seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit.

Oben genannter Psychiater hat nicht irgendein wissenschaftlich oder gar ethisch begründetes Recht, ein Negativurteil über Äußerungen von im KZ gefolterten Juden (s.u.) auszusprechen. Er hat lediglich natürlich das Recht der Nichtnutzung des B-H-V, wenn er ihn persönlich abstoßend findet oder ihn aus welchen Gründen auch immer nicht aushält. Er muss sich fragen, warum er ihn nicht aushält.

Für Interessierte: Der Hitler-Vergleich kommt primär also aus dem KZ. Weil Gott dort nicht half, der Talmud-Gott solche Hilfe aber seinem Volk zusichert, verglichen KZ-Insassen „Gott“ logischerweise mit Hitler. Ich zitiere einen Text von Isaak B. Singer aus „Die Aktentasche“: „Gib mir die Flasche. Es gibt für mich nur noch den Suff. Warum hat Gott die Welt erschaffen? Beantworte mir das. Er ist kein Gott, er ist ein Teufel. Er ist auch ein Hitler – und das ist die bittere Wahrheit. Er saß in seinem siebten Himmel und sah zu, wie man Kinder in die Gaskammern schleppte. Gib mir die Flasche. Wenn du es nicht tust, bringe ich mich sofort um.“

In obigem Text Singers vermuten wir schon, dass der Alkohol bzw. der Alkoholismus, jenes „Gib mir die Flasche“, nicht notwendiges Suchtmittel zum Vergessen von Gaskammern ist, sondern ein Suchtmittel zur Bekämpfung von Gewissensnöten, die entstehen, wenn man „seinen Gott“ mit Hitler vergleicht, vergleichen muss.

Viele sind, wenn sie die Auschwitzqualen auch überlebten, am B-H-V, an den Schuldgefühlen, die er hervorruft, zugrunde gegangen. Der Despotenvergleich, resultiert jedoch aus den Dogmen der Kirchen heute noch zwangsläufig. Im krankhaften Festhalten an der jüdischen und christlichen Phantasie der Allmacht Gottes, auch nach Auschwitz, soll Bibelgott seinem dafür ausgewählten Volk Auschwitz zugefügt haben. Hitler sei gar „Knecht“ und „Werkzeug“ Gottes gewesen (Ignaz Maybaum, 1897-1976, Rabbiner). Unschuldige seien gestorben „für die Sünden anderer“, um Nichtjuden die Hölle zu ersparen. Dieser für uns Deutsche völlig absurde Standpunkt wurde aber von gleicher Seite auch ebenso heftig kritisiert (Richard L. Rubenstein, geb. 1924, in seiner jüdischen „Tod Gottes Theologie“ (siehe Verena Lenzen, „Jüdisches Leben und Sterben im Namen Gottes“) Zeitung DIE ZEIT am 24. 10. 2009 zu Holocaust – Vergleichen (ich denke da an den Vergleich Sintflut/Auschwitz): „In Deutschland herrscht eine gewisse Verwirrung darüber, was ein legitimer Vergleich ist.“ Vergleiche „gehören zu den Mechanismen, mit deren Hilfe wir die Welt verstehen“. Sie müssen nur stimmig, zutreffend und angebracht sein. Alle Kriterien treffen für den Vergleich Sintflut / jüdischer Holocaust von 1939-1945 und für den uns Gläubige in mancher Weise abstoßenden B-H-V zu.

Der katholische Dogmatiker Michael Schmauß hat noch in den 70er Jahren ungestraft die Auffassung vertreten, im Holocaust sei Gott am Werk gewesen, um sein Volk, die Juden, zu Christus zu bekehren (s. DIE WELT vom 23.3.05). Für uns alle ist dies ein erschreckender, widerwärtiger Gedanke: Ein Super-Hitler mit Namen „Gott“ bekehrt sein Volk mittels KZ. So etwas wäre das Gegenteil einer frohen Botschaft. Die Gottallmachtphantasie unserer Kirchen ist durch Auschwitz als bloße Phantasie bestätigt. Sie hat Abertausenden das Leben gekostet.

Im Judentum ging und geht man meist mit etwas spitzer Zunge mit einer Kritik am eigenen Gott um, um eben nicht in eine zu starke Konfrontation mit ihm zu kommen. Beispiele: Gott wird uns helfen, nur, wie hilft Gott, bis Gott uns helfen wird? // Schrei nicht, du wirst Gott aufwecken! // Was Gott tut, ist selbstverständlich gut. // Gott, gesegnet sei er, übersieht keinen bei der Verteilung. // Ruft man den Engel, kommt der Missionar.

Missionieren sollte man einen Juden allerdings nicht, denn konventionelles Christentum ist die grausamere Religion. Im neuen Roman „Nemesis“ von Philip Roth kommt der Held der Handlung zu dem Schluss: Es gibt einen Gott, aber der ist böse. An dieser falschen Erkenntnis zerbricht er, wie so viele daran zerbrachen.

Der B-H-V ist wichtig. Und er ist problematisch. Wir alle können uns nicht ernsthaft vorstellen, Gott oder Jesus stellten das Hitleräquivalent dar, als den die Kirchen uns unsere beiden Götter verkaufen. Jesus ist doch nicht schlimmer als Hitler. Der Vergleich hat religionstherapeutischen Wert und kann unter bestimmten Bedingungen in der EAT, der Therapie kirchenbedingter Krankheiten, zum Einsatz kommen. Er ist notwendig, damit eine veraltete Höllenideologie ins verdiente Koma fällt und für alle gespenstisch wird. Über die EAT siehe dort.

Sehen wir uns die Kirchen in einem objektiven Licht an, das Eugen Biser (Theologe und Priester, Die Welt, 5.1.2008. Sie sehen unten ein Bild von ihm) für uns anschaltet:

„Auf der einen Seite der liebende Gott, auf der anderen Seite der drohende, strafende Gott. Hier muss eine Selbstkorrektur stattfinden. Hier muss gezeigt werden, dass es diesen strafenden Gott für ein richtig verstandenes Christentum nicht gibt, sondern nur den Gott der bedingungslosen Liebe. Dieser bedingungslos liebende Gott darf und kann nicht mehr gefürchtet werden, denn er nimmt dem Menschen die tiefste aller Ängste, die Gottesangst (gemeint: Höllenangst, der Verf.) aus der Seele. Ich habe den Eindruck, dass die Kirchen das noch nicht begriffen haben. Karl Jaspers sagt uns dazu in „Chiffren der Transzendenz:

„Die ewigen Höllenstrafen sind zur größten Angst für den Menschen geworden.“ Sie versklave den Menschen.

Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen. Es ist Inhalt und Kern auch meiner Religiosität. Es ist der Kern der im weiteren Text formulierten „Neuen Religion“.

Ewiges Höllenfeuer ist natürlich nicht mit den Gräueln zu vergleichen, die Hitlers Anhänger taten. Folter erlangt ja leider in der Bibel und in unseren Kirchen eine potenzierte, eine transzendentale und zugleich unendliche Dimension. Falsche Sentimentalität bezüglich eines krank machenden, spätestens nach Auschwitz nicht mehr adäquaten Gottesbildes ist bei der Therapie kirchenbedingter Erkrankungen, und diese führe ich in meiner Praxis durch, nicht angebracht. Zusammengefasst gibt es einen kranken, krank machenden B-H-V: Gott sei ein Hitler. Und einen gesunden, letztendlich gesund machenden: Die klerikale Erfindung Bibelgott sei „ein Hitler“. Eine saubere Trennung ist hier möglich und notwendig.

Der B-H-V kam nicht nur aus dem KZ, er kommt auch von Patienten. Ich hörte ihn in meinem Sprechzimmer sogar von einem Pastor. Gläubigen fällt er leichter als „Ungläubigen“, die sich oft über ihn entsetzen oder ihn gar widerlich finden. Der erste Holocaust, der wissenschaftlich inzwischen widerlegt ist, aber von unseren Kirchen rigoros weiterhin vor Kindern behauptet wird, geschah durch Bibelgott. Der nahm Regenwasser statt Gas und benötigte 150 Tage. Dann waren alle Juden bis auf acht Erwachsene grauenhaft getötet. Es dauerte über ein Jahr, bevor die Erde durch Noah wieder betreten werden konnte. Diese sog. Sintflut ist und war immer ein Verbrechen, hätte sie denn stattgefunden. Aber was hat ein Gott davon, unschuldige Kinder zu ertränken? Zu Bibelgottes „Entschuldigung“ erwähnen Geistliche die Erbsünde, die auf Babys laste. Erbsünde (wie auch Sippenhaftung) ist aber eine Schuld, die juristischer Prüfung zu keiner Zeit standhielt. Von „gesunden“ Menschen wird dieser „erste Holocaust“ oft durchaus positiv gesehen. Im kath. „Bonifaciusblatt“ Juli/Sept. 2010 wird Dr. B. Blaszkiewitz, Zoodirektor, zitiert: „Der Bericht über die Arche Noah ist wohl der erste Naturschutzauftrag der Menschheit.“ Nun, die Natur schützt man nicht durch eine globale Überflutung, die auch die Flora zerstört.

Unser Bibelgott, der schrecklichste der bisher bekannten ca. 8 Millionen Götter, ist eine Erfindung gewissenloser Geistlicher, die meinen, mit ihm Angst machen und Geld verdienen zu können. Beides haben sie geschafft. Auch wird unseren Kindern explizit im Neuen Testament (Joh. Evangelium) gesagt, unsere beiden Götter „Gott“ und „Jesus“ würden kommen und foltern, Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Eine Ewigkeit reicht den beiden bösen Buben nicht. Mit Feuer arbeiten Vater und Sohn dort. Genauer: Mit einem „Feuerofen“, wie es bei Matthäus „geschrieben steht“. Diese Ausdauer im Foltern haben bisher nur zwei Ausgedachte: Bibeljesus und sein Vater.

Beim B-H-V schneidet Bibelgott also de facto schlechter ab als Hitler. Schon im einfachen Dreisatz geht dieser Grausamkeitsvergleich, dem naturgemäß immer etwas Dunkles anhaften muss, gegen unendlich. Zudem war Hitler ein Mensch und damit auch irgendwie krank: Voller Angst, voller Zorn, voller verletzter Eitelkeit, dem durch Bibel und Kirche geschürten hypnotischen Massenwahn ausgesetzt, jeder jüdische Mensch sei schlecht und ein Teufelssohn, wie es in Joh. 8,44 heißt. Hitler wurde bis 1944 in großem Stil bis hin zur allsonntäglichen Fürbitte von den Kirchen unterstützt. Adenauer hat das kritisiert. Hitler wurde größenwahnsinnig gemacht. Insofern sehe ich in ihm ein Produkt. Er war auch schwer krank (siehe „Hitlers erster Mord“, google).

Das Statement des o.g. Psychiaters ist also zunächst wissenschaftlich völlig unverständlich und unlogisch. Die Erklärung ist aber möglicherweise einfach: Die im Oberflächen-Bewusstsein meist „atheistische“ oder „agnostische“ Psychiatrie „glaubt“ in konservativem Sinn. Sie glaubt an den Bibelgott, den Gott ihrer Kindheit, ihrer Großeltern, an seinen Zorn, seine Rache, sein Feuer. Und sie meint, diese Dinge würden denjenigen treffen, der Bibelgott mit irdischen Despoten vergleiche. Sie empfindet daher den Vergleich als abstoßend. Sie hat Gott nicht als die bedingungslose Liebe verinnerlicht, mit dem eine Welt umfassende Ökumene erst ermöglicht wird. Die Diskrepanz dessen, was im Bewusstsein geglaubt wird und was im Unterbewussten dominiert (siehe Prof. D. Otto Haendler), führt zu den heutigen Katastrophen in der Psychiatrie.

Die kollektive unbewusste Angst macht unsere Psychiatrie hier (als Opfer) sprachlos und selber krank (siehe P. Schmidbauer „Hilflose Helfer“, rororo). Das drückt sich aus in der Abhängigkeits-, Depressions- und Suizidrate dieses Berufszweiges: Etwa 40 % sollen abhängig sein. Unsere Psychiater wissen nicht mehr, welche massiven Ängste sie eigentlich behandeln und dass sie selbst diese Ängste haben. Damit sind sie Übertragungen schutzlos ausgeliefert. Sie sind in Kirchendingen krankhaft stumm. Ich nenne dies das „Bremer Phänomen“. Es ist die Stummheit von Opfern. Die Äußerungen Prof. Leuziger-Bohlebers beweisen, dass Religions- und Kirchendinge kein grundlegendes Thema in der Ausbildung und in den Lehranalysen von Psychiatern sind. Somit kann ein schwer an einer Höllenangstübertragung erkrankter Arzt keine Hilfe bei seinen Kollegen finden. Die stellen mit ihrer Definitivdiagnose „Angst vor der Angst“ ihr analytisches Denken ein. Dem Kollegen bleibt oft nur der Suizid. In typischer Weise schwieg die Psychiaterin auf einen Brief von mir Ende 2011. Auf ein Fortbildungsangebot ging sie nicht ein.

Das Schweigen kennen wir bereits vom sexuellen Missbrauch her. Norbert Denef, Opfer sexuellen kirchlichen Missbrauches, zitiert die moderne Hirnforschung: Es fehlten bestimmte neurochemische Verbindungen im Hirn, die dieses Schweigen auslösten. Leider ist mir aber durch mehrere Patienten bekannt, dass das Opferschweigen auch über direkte oder indirekte Höllenandrohung vom Triebtäter abgesichert wird. Als ein Beispiel seelischer Gewalt demonstrierte ich meiner Kammer am 17.11.2009 den Kasus einer Patientin, die sexuelle Gewalt in einem evangelischen süddeutschen Internat erlitt und der man drohte, sie komme in die Hölle, wenn sie der Mutter auch nur irgend etwas darüber sage. Hier kombiniert (bzw. potenziert) sich sexuelle und seelische Gewalt. Diakonissen zwangen das Kind, wie damals üblich, ihr Erbrochenes zu essen. Ihr „Gott“ habe schließlich der Patientin das Essen „gebracht“. Diese gab eine Odyssee an: Von einem ärztlichen Psychotherapeuten aus dem Nachbarort sei sie brüskiert worden mit den Worten, sie solle „erstmal über ihre eigenen Fehler“ nachdenken. Das führte dort zu einem Abbruch der Therapie. Sie sei aus der Praxis gerannt. Sie beschwerte sich über den Kollegen bei der Kammer. Eine Klinik habe dann die Patientin mit den Worten abgewiesen, dieser Fall mit seiner kirchlichen Verstrickung sei für eine dortige Behandlung „zu komplex“. Bei einem Traumatologen sei sie schon von der Helferin abgewiesen worden. Sie klinge so am Telefon, dass eine Therapie wohl nicht dringlich sei. Ein Pastor, der wusste, welchen Leidensdruck die Patientin in aktueller Aufarbeitung aufwies und dem bekannt ist, dass ich Höllenängste behandele, wies sie dann letztlich mir zur Therapie zu. Einem Internisten!

Im Frühjahr 2010 besuchte ich eine evangelische Stadtmission in Süddeutschland. Dort erklärte mir meine Ansprechpartnerin auf meine Schilderung hin, es sei „doch bekannt“, dass das Schweigen missbrauchter Kinder über Höllenandrohung abgesichert werde. Hier wird abscheulichster seelischer kirchlicher Kindesmissbrauch zur ganz normalen „Routine“. Mit dem kleinen Wörtchen „Hölle“ verschafft sich der Klerus ungehinderten und kostenfreien Zugang zu diversen Körperöffnungen unserer Kleinen. Das ist Religion zum abgewöhnen.

Norbert Denef schreibt: „Man hätte mir die Zunge abschneiden können, ich hätte nicht geredet.“ Natürlich konnte er, der Sprachlose, die Dinge folglich auch nicht beichten. Und ohne Beichte resultiert nach Kirchendoktrin folgerichtig die Verdammnis, die ewige Hölle. Analog dazu kann man manchen Psychiatern anscheinend eher die Zunge abschneiden, bevor sie sich einer rationalen Bibeljesussicht und damit einer rationalen Kirchenkritik anschließen.

Es wird viel Arbeit für die Ärztekammern bedeuten, die Hölle als Thema wieder in der Psychiatrie und bei sich selbst zu etablieren. Schellenbaum drückt das Problem in seinem Buch „Gottesbilder“, dtv so aus: „In Jesu Hölle gibt es noch viele Schätze zu heben.“ Diese Schätze sind jetzt allerdings gehoben: Als leere, aber hoch pathogene Kisten. Die Hölle ist, ebenso wie die angebliche Allmacht Gottes oder die unbeschränkte Möglichkeit seines helfenden oder strafenden Eingreifens hier, Kirchenreklame in finanziellem Eigennutz. Auschwitz, innerhalb dessen Mauern kein Gott grundlegend helfen konnte, lehrt es uns: Gott ist ganz anders zu verstehen: Als die bedingungslose, oft aber ohnmächtige Liebe, als Menschlichkeit und Brüderlichkeit.

Sie, lieber Leser, möchten, nach so trockenen Seiten, Beispiele aus der Praxis, Beispiele von Verdrängungen.

1. Ein Patient aus der ehemaligen DDR litt unter sehr starken Phobien. Besonders, wenn er etwas unter mehr oder weniger Zwang tun musste, z.B. pünktlich zur Arbeit zu erscheinen hatte. Er bezeichnete sich als „absoluten Heiden“. Er war ungetauft. Erst mein wirkliches Insistieren ergab, dass er als Kind doch zur Kirche ging. „So zum Spaß“. Der Pastor gab ihnen ein Büchlein. Hinein kam für jeden Besuch in der Kirche ein Stempel. Je mehr Stempel, umso besser sah es beim Jüngsten Gericht dann für die Kleinen aus, so der Pastor. Je mehr Himmel, je weniger Hölle. Zur Höllenvermeidung sah sich das Heidenkind zu den Besuchen gezwungen. Ein Muss steckte dahinter. Alles, was er als Erwachsener dann musste, z.B. pünktlich die Stempeluhr bei Arbeitsantritt betätigen, konnte er nicht. Seine zahlreichen Psychiater hatten typischerweise nie das Thema Religion angesprochen. Sie begingen damit einen massiven Kunstfehler und vergaben die Gelegenheit zur Heilung des Patienten.

2. Nun ein Vielleicht – Beispiel aus der Literatur über eine „Nadelöhrneurose“. Karin Webers Buch „Nimm dir doch das Leben“, Edition Bitter, ist es entnommen. Es geht um Sandras Suizid mit 15 Jahren. Zentral bei Sandra ist der Gedanke, dass die Reichen, und fatalerweise zählt sie sich dazu, am Elend der Armen schuld sind. Sie beginnt einen Kampf gegen Elend und Armut. Den Kampf einer Heiligen, möchte ich sagen. Sie verbringt ihre Nächte bei den Obdachlosen, sammelt für sie barfuss im kalten Bahnhof Geld in eine Mütze. Diese wird symbolisch später in ihr Grab geworfen. Hier liegt ein religiöser Arm-Reich-Konflikt vor. Banal nenne ich ihn die Nadelöhrneurose: Geistliche wie Religionslehrer lehren unseren „reichen“ Kleinen das Nadelöhrgleichnis des Bibeljesus: Reiche, und der Begriff ist relativ, kommen demnach ebenso sicher in die ewige Hölle, wie ein Kamel nicht durch ein Nadelöhr passt. Das Gleichnis produziert durch seine Maximalangst Heilige, Nonnen, Bettelmönche und Suizide durch Dauerdepression. Sandra ist verzweifelt. Sie sagt, sie könne nicht werden wie Jesus. Das aber ist genau ihr kirchenimplantierter Anspruch. Sie kommt sich bei all ihrer Güte schlecht und unzureichend vor.

Über den sog. „fatalistischen Suizid“ bei Kindern berichten Helga Käsler und Brigitte Nikodem im Buch über Suizidprophylaxe bei Kindern: „Bitte hört, was ich nicht sage“, Kösel. Er tritt auf bei überstarkem moralischen Druck und überstarker Disziplinierung, d. h. Strafen und Strafandrohungen – natürlich auch und gerade in und durch unsere Kirchen. „Nach heutiger psychoanalytischer Sicht sind suizidale Menschen im hohem Maß in ihrem Selbstwertgefühl gestört.“ Tatsächlich beeinträchtigt oder zerstört massives kirchliches Schuldgeben (bis hin zur angeblichen Täterschaft an der Kreuzigung Jesu) beinahe jedes kindliche Selbstwertgefühl.

Sandra entwickelt Autoaggression: Drogen, Alkohol. Auch Nägelkauen und Selbstverletzungen gehören hierher. Die Ursache für Sandras Depression bleibt verborgen, weil man Kirche und Bibeljesus nicht als krank machend sehen will oder kann: Prof. Rainer Krockauer, Mitautor, sagt dazu auf Seite 134: „Die christliche Religion verkündet den Menschen den gütigen Gott.“ Er kennt sich in der Bibel und in Gottesdiensten nicht aus oder will sich dort nicht auskennen. Nach der Bibellehre wird Jesus kommen und foltern: „Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Man sollte diese grausamsten Höllen – Geschichten endlich aus dem Lehrplan wenigstens der Schulen und der Kirchenunterrichte streichen. Im Neuen Testament erscheint die Hölle 12 x öfter als im Alten. In ca. 100 grauenhaften Kirchenliedern in der neuesten Auflage des Evangelischen Gesangbuchs von 1994 müssen unsere Kinder direkt über die Hölle, vom Teufel oder vom Satan singen. Ca. 145 Lieder sprechen die (nur eventuell erteilte) Gnade Gottes an, die nötig ist, unseren Kindern diese ewige Hölle zu ersparen. Zahllose Kirchenbilder über einen „Jüngsten Tag“ suggerieren unseren Kindern: Nur die Hälfte von uns kommt in den Himmel. Jesus sei somit ein Fifty – Fifty – Gott mit einer Gnade übrigens, die vom größten lebenden Sünder, dem Täter der Sintflut und Gomorras, ausgesprochen werden soll: Unserem Bibelgott. Er ist seit dem Konzil zu Nizäa mit Jesus „ein Wesen“, eine „Person“. Übrigens: kirchenbedingte Angst- und Schuldgefühle teilt das Kind den Eltern nicht unmittelbar mit, siehe Heiko Franke: „Religiöse Erziehung im Vorschulalter“, calwer.

Der „moderne“ Geistliche regiert also heute mit dem völlig überflüssigen Begriff der Gnade. Der Himmel – wie er auch aussehen mag – und die Gottes Gnade sind für alle da. Dieser Gedanke macht Geistliche im Eigennutz oft sehr zornig. Gott sei kein Wohlfühlgott, er sei der Herr der Hölle. Wie hätte nun die Therapie bei Sandra ausgesehen, hätte man diese Diagnose festgestellt, hätte es sich um den von mir angenommenen Konflikt tatsächlich gehandelt? Dies entnehmen Sie bitte einem späteren Kapitel, dem Kapitel über die EA-Therapie, die EAT.

Objektive Kirchenkritik löst in unserer Gesellschaft, das müssen Sie wissen, ein kollektives Unbehagen aus. Man meint, sich z.B. als mein Leser an einer Blasphemie zu beteiligen, das Gegenteil ist jedoch der Fall. Das Unterbewusstes wähnt sich am Tor zur Hölle und schleicht lieber vorbei. Lieber gibt man sein normales Rechtsempfinden, seinen Verstand, sein Mitgefühl für Hölleninsassen und die in Gomorra verbrannten Kindergärten auf. Lieber wird man Barbar, als selbst einer jener „Insassen“ der Hölle. Dabei ist meine ehemalige Bischöfin Dr. M. Käßmann sehr meiner Meinung wenn sie sagt:

„Jeder Mensch, der glaubt, dass er Gewalttaten (und Gomorrha, die Sintflut und die Hölle sind Gewalttaten, der Verf.) religiös deklinieren könne, ist ein Gotteslästerer.“ Diesem Tenor schließt sich der heutige (2016) EKD Ratsvorsitzende Bedford – Strohm an. Gewalt habe nichts mit dem Willen Gottes zu tun. Terror im Namen einer Religion sei „Gotteslästerung“. 

Ich selbst gehe mit dem Begriff der Gotteslästerung nicht in dieser Form um: Zu viele Unschuldige sind deswegen von der Kirche denunziert und qualvoll ohne jedes Mitleid verbrannt worden. Aber immerhin. Sie meint im Kern das Richtige. Sie meint, Gott ist die bedingungslose Liebe. Er hasst Gewalt und es ist von der Bibel und von Geistlichen verwerflich, sie dem Mensch gewordenen anzudichten.

Doch sehen wir uns in den nächsten Kapiteln einmal an, wie Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Institutionen seelisch missbraucht werden. 

 

Benutzte Literatur, Auszüge.

Volker Spierling: Schopenhauer im Denken der Gegenwart, Piper

Janetzke, Stichwort Autismus, Wilhelm Heyne Verlag, München

3. Otto Zischkin: Immerwährende Gnadennovene zur Barmherzigkeit Gottes, Mediatrix Verlag

Peter Schellenbaum, Gottesbilder, dtv.

Verena Lenzen: Jüdisches Leben und Sterben im Namen Gottes

Nikolaus v. Preradovich/Joseph Sting: „Gott segne den Führer“, Kirchen im Dritten Reich, Druffel Verlag Leoni am Starnberger See

Ella Liebermann- Shiber: Am Rande des Abgrundes, Alibaba, Frankfurt

Rolf Zimmermann: Philosophie nach Auschwitz, rowohlts enzyklopädie

Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler, Fischer

Friedrich Nietzsche: Der Antichrist, Goldmann

Volker Spierling Hrsg. : Schopenhauer im Denken der Gegenwart, Piper

Frank Sacco: Das Sacco- Syndrom, www.sacco-syndrom.de

Nelly Sachs: Das Leiden Israels/ In den Wohnungen des Todes

Joseph Murphy: Die Macht des Unterbewusstseins, Knaur

C.C. Lewis: Gott auf der Anklagebank, Brunnen

Eugen Drewermann: Kleriker, Psychogramm eines Ideals, dtv

Horst E. Richter: Der Gotteskomplex, rororo

C. Lair/ Lechler: Von mir aus nennt es Wahnsinn

Bernhard Lang: Himmel und Hölle

Diverse: Evangelisches Gesangbuch/ Die Bibel

Gerd Lüdemann: Das Unheilige an der Heiligen Schrift

Der große Betrug. Und was Jesus wirklich sagte und tat, zu Klampen

Tilmann Moser: Gottesvergiftung, Suhrkamp

Dito: Von der Gottesvergiftung zu einem erträglichen Gott, Kreuz

Wilhelm Bitter: Vorträge über das Vaterproblem in Psychotherapie, Religion und Gesellschaft, Hippokrates Verlag Stuttgart

Uwe Dittmer: Im Blickpunkt: Abendmahl, Ev. Verlagsanstalt Berlin

Christopher Hitchens: Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet, Blessing Verlag

Traugott Giesen : Glauben heilt, Radius Verlag

Viktor E. Frankl : Der unbewusste Gott , dtv

Ärztliche Seelsorge, Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse

Erich Neumann: Kulturentwicklung und Religion, fischer

Eckart Wiesenhütter , Religion und Tiefenpsychologie , GTB Siebenstern

Hans Joas: Die Entstehung der Werte

León Poliakow: Geschichte des Antisemitismus, Verlag Georg Heintz

Gottfried Bitter :Grundriss des Glaubens, Katholischer Katechismus, Kösel

Eugen Jungjohann: Kinder klagen an, Fischer

Stanley Milgram: Das Milgram Experiment, rororo

Bornewasser u.a.: Einführung in die Sozialpsychologie, UTB Quelle &Meyer

Joseph Ratzinger: Gott und die Welt, Knaur

Peter de Rosa: Der Vatikan von Gott verlassen? , Bertelsmann Club

Frank Schirrmacher: Minimum. Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gesellschaft, Blessing

Friedrich Nietzsche, Die Bibliothek deutscher Klassiker Band I-III

Klaus Aichele, Gabriele Volk Kinder in der Psychotherapie, Bonz

Prof. D.Otto Haendler: Unbewusste Projektionen auf das Christliche Gott-Vaterbild

und ihre seelsorgerische Behandlung. In: Vorträge über das Vaterproblem, Hippokrates Verlag Stuttgart 1954

Felicitas D. Goodman: Ekstase,Besesssenheit, Dämonen, Gütersloher Verlagshaus ,Mohn

Ingrid Romberg-Asboth: Wenn die Kinderseele weint, Kösel

Kirsten Bauer: Fundamentalismus, Heyne

Dagmar C.Walter: Kinder vor Gewalt schützen, Kreuz

Herbert Frank: Van Gogh, rororo

Stefan Koldehoff: Vincent van Gogh, rororo

Fundamentalismus: Jahrbuch Mission 1995

Erich Neumann:Kulturentwicklung und Religion

Prentice Mulford: Unfug des Lebens und des Sterbens, Fischer

Martin Baierl: Familienalltag mit psychisch auffälligen Jugendlichen, Vandenhoeck & Ruprecht

Harry Mulisch: Das sexuelle Bollwerk, rororo