Der A-kirchler

Es gibt die A-theisten und es gibt die A-gnostiker. Und nun gibt es eben auch die A-kirchler. Ich bin einer. A-kirchler wenden sich von der so unchristlichen „christlichen“ Amts-Kirche ab. Und nehmen ihr Kind aus dem christlichen Kindergarten. Wer will sein Kind schon später auf der „Geschlossenen“ einer Psychiatrie besuchen? Meiner Forderung an Pastor Christian Berndt, Superintendent in Winsen/Luhe, die krankmachende und erwiesen unwahre Sintflutgeschichte aus dem Kindergartenprogramm zu verbannen, kam seine Kirche nicht nach. Was die etablierte Psychiatrie noch nicht „weiß“ bzw.  nicht wissen will: Kirche macht, was sie nicht darf, krank. Das schreibt uns Bischöfin Käßmann (1). Der erste Holocaust der Geschichte, die Sintflut, bewirke bei Kindern, wie  kann es auch anders sein,  „ungeheure“ Gottängste. Sie wissen sich bei einem sog. „Jüngsten Gericht“ einem Verbrecher oder Wahnsinnigen ausgeliefert. Die damals von „Gott“ ertränkten Babys seien ja doch „irgendwo Sünder gewesen“, so eine Pastorin zu mir. Das ist hart. Auch Käßmann bleibt hart: Man solle die Geschichte weiterhin „so erzählen, wie es die Bibel tut“, also als ersten Holocaust. Gott „dürfe (!)“ man nicht „zum lieben Pappigott machen“. Damit macht Käßmann 1. Kinder weiterhin krank und 2. diesen Gott in Gotteslästerung zu einem Nazi. Wer Gewalttaten religiös dekliniere, sei so ein Gotteslästerer, so Käßmann an anderer Stelle. Übrigens: Heute gilt als Nazi, wer den „Inbegriff des Bösen“ darstellt, so Susan Neiman, Direktorin am Einstein Forum in Potsdam. Nazis solle man auch Nazis nennen, ermuntert uns Joschka Fischer. Kein nicht debiles Kind hält dieses Gottesbild, hält seine Kirche aus.

Und erst das krankmachende Höllendogma! Käßmann: Es treibe Kinder in „tief existentiellen Ängste“, in Höllenängste, wie Luther sie gehabt habe (1). Der Angstpatient Luther war zeitweise psychotisch. Er halluzinierte. Als Borderliner fügte er sich täglich über Jahre Wunden zu: Er wollte seinen Gott milde stimmen. Kirche treibt halt über ein Sacco-Syndrom auch in ein Schizoprenie, so nachzulesen bei  Frank Sacco.  Eugen Drewermann schreibt ebenfalls darüber. Der Teufel-Glaube mache krank und sei ein Fall für unsere Politiker! Millionen (!) Kinder sind davon krank, so Tilmann Moser in „Gottesvergiftung“. Gott als Gift. „Erträglich“ sei das heutige Gottesbild nicht. Über Krankheiten, bedingt durch Höllenängste, schreibt sogar ein Mönch ein Buch (5). Der seelische Missbrauch an Kindern hat noch weitreichendere Folgen als der sexuelle. Ja Jenseitsangst dient als Druckmittel, Kinder nach sexuellem Missbrauch zum Schweigen zu bringen. Das sei „doch bekannt, dass das so gemacht wird“, sagte man mir in der Freiburger Stadtmission. Das Höllendogma  „verstöre“ Kinder, weiß auch Bischof Nikolaus Schneider (2). Und es ist damit Ursache eines Defizits an Aufmerksamkeit, also von ADS. Angst vor der Apokalypse, dem Holocaust in steter Planung, machte die Kinder Würzburgs nach Ausstellungen, „Endspiel“ genannt, zur Welthauptstadt kirchenbedingter Kinderängste (ADS). „Bald“ werde Würzburg brennen, so die dortige Botschaft. Welches Kind brennt schon gern – und bald. Dieser Glaube ist Wahn, weiß dann auch Sigmund Freud. Er ist ein „Geschäft“ mit der Angst, so Bischof Schneider.

Das ekelhafte Kindern – Schuld – Geben am Kreuzestod Jesu ist ein weiteres Kirchen-Verbrechen. Es führt Kinder, die vom Gesetz her und damit aus gutem Grund schuldunfähig sind,  in eine „ganz dolle Angst“. Ein 13-jähriger weiß sich als ein „ganz böser schlechter Mensch“, auf dem der „Zorn“ Gottes wie ein Fluch lastet (Kirchenblatt „Klinke“ (3). Kinder seien „Mittäter an Jesu Kreuzigung“, pflichtet Pastor Giesen dem Unfug bei (6). Dabei verwirft Papst Benedikt den Sühnegedanken (7). Der rücke Gott in ein „unheimliches Licht“ und mache „die Botschaft von der Liebe Gottes unglaubwürdig“. Er macht Gott zum eigentlichen Judas. Das Geld der Kirchensteuer ist woanders besser angelegt: Der A-kirchler übernimmt z. B. eine Patenschaft, z.B. in Indien, z.B. im armen Chittapur (4). Dort gibt es jetzt (statt Prada-Schuhen) Essen, Schule und medizinische Versorgung. Oder er unterstützt Nachbarn. Ist der A-kirchler getauft, verbleibt er in der Kirche. Nach dem Dogma der „Priesterschaft aller Getauften“.  Nur:  Er zahlt nicht mehr ein.

Am 22.5.2020 kommt nun unter dem Zeichen 2 Zs 546/20 die für die Amtskirchen erlösende Nachricht der Generalstaatsanwaltschaft Celle, Oberstaatsanwältin Dr. Ihnen, im Auftrag: Käßmann darf Kinder weiterhin über massivste Ängste krank machen (AZ des Vorganges in Hannover 1161Js 20506/20 StA Hannover). Eine Kindswohlgefährdung sowie stattgehabter, kirchlich zugegebener seelischer Kindsmissbrauch sind weiterhin gestattet. Jugendschutz hat in Religionsfragen zurückzustehen. Auch darf Käßmann  „Gott“ in Gotteslästerung weiterhin zum Nazi machen. Kirche darf die Herrlichkeit und Sündenfreiheit ihres „Gottes“ trotz seines Holocausts an Juden, der Sintflut, weiterhin Kindern als solche vermitteln – und sie, unsere Kinder,  damit zu Nazis machen.

1. Margot Käßmann:   „Wie ist es so im Himmel?“ S. 108 ff  Herder
2. Bischof N. Schneider: „Von Erdenherzen und Himmelsschätzen“,
3. Klinke      Febr./ März 2010       St. Peter-Paul Kirche     Hermannsburg
4. https://www.kinderhilfechittapur.de/die-stiftung/
5. Pater Meinrad Dufner, Mönch der Abtei Münsterschwarzach:  „Gottestäter. Die Gefahr negativer Gottesbilder“. Vier- Türme-Verlag
6. Traugott Giesen in „glauben heilt“, S. 102, Radius Verlag
7. In „Einführung in das Christentum, Kösel, 9. Auflage, S. 231.