Der Kierkegaard -Test

Der Kierkegaard-Test: Unbewusster Glaube und die Angst vor der Verdammnis
Der vonmir entwickelte Kierkegaard-Test gibt Aufschluss, ob eine Testperson an Gott oder an eine Form der Verdammnis glaubt. Er ist besonders dann hilfreich, wenn Patienten von sich aus behaupten, eine eigene „Höllenangst“ sicher ausschließen zu können – also glauben, vollen Zugriff auf ihr Unbewusstes zu haben. C. G. Jung wettete einst 100:1, dass selbst der aufgeklärteste Atheist im Unterbewusstsein zu einem gewissen Teil an die „ewige Dunkelkammer“ glaubt.
Durchführung des Tests
Die Testperson wird gefragt, ob sie sich in jene Situation hineinversetzen kann, in der Søren Kierkegaards Vater Gott verfluchte – oder in eine vergleichbare emotionale Lage. Dabei sind zahlreiche Varianten denkbar. Der eigentliche Kern des Tests lautet: Kann sich der Proband vorstellen, den Satz „Ich verfluche Gott“ laut auszusprechen?
Je ausgeprägter der unbewusste Gottesglaube ist, desto schwerer fällt diese Vorstellung. Dies zeigt, dass die Person nicht nur an Gott glaubt, sondern unbewusst auch eine schwere Strafe für dieses Verfluchen fürchtet. Auf diese Weise lässt sich der Grad einer tiefsitzenden Höllenangst erkennen.
Wichtiger Sicherheitshinweis
Zur Sicherheit des Tests muss die Antwort unbedingt stumm bleiben! Ein lautes Verfluchen oder auch nur die explizite Äußerung, man könnte es tun, kann noch Jahre später negative Folgen haben und schwere Schuldgefühle auslösen. Ohne psychotherapeutische oder psychologische Ausbildung darf dieser Test daher weder von Therapeuten noch von Laien angewendet werden.
Ein Fallbeispiel: Janosch
Vergleichsweise leicht fiel das Verfluchen Gottes dem Kinderbuchautor Janosch, wie die Zeitung Die Welt am 4. Advent 2010 berichtete. Janosch, der über 300 liebevolle Kinderbücher verfasste, wurde streng von Jesuiten erzogen – eine Zeit, die er rückblickend als seelischen Missbrauch beschreibt. Er äußerte unter anderem: „Weihnachten ist mir ein Fest des Grauens.“ Schon früh habe er begriffen, „dass Gott seinen Sohn ermorden ließ, den Menschen als Mörder dingte. Nichts geschieht ohne seinen Willen, und er ist allwissend und er wusste immer, was geschehen wird.“ Ein weiteres, bitteres Zitat von ihm lautet: „Saufen ist eine Kunst. Kann man bei mir lernen.“
Die Realität zeigt: Zahlreiche Menschen, die durch kirchliche Institutionen seelisch missbraucht wurden, flüchteten sich später in eine Alkoholkrankheit.

Unklar bleibt in dem Interview, ob Janosch tatsächlich mit 79 Jahren noch das Gottesbild hatte, das er hier beschreibt. Er lässt sich nicht gern auf den tiefsten Grund seiner Seele blicken. Möglicherweise ist sein Hadern mit „Gott“ auch Grund für seine Zuneigung zu einem oder drei Gläschen Sangria gewesen. Dann hätte ihm ein renoviertes Gottesbild, wie ich es aufzeige, helfen können. Janosch lebte auf Teneriffa. In den Bergen. Nahe beim wirklichen Gott. Und dieser Gott weiß Janoschs Fluch ebenso  einzuschätzen und sogar ebenso zu schätzen, wie seine vielen Kinderbücher.