Die Psychoanalyse des Christentums

Hinweis: Dieses Kapitel ist in sich geschlossen und verständlich aufbereitet, auch wenn es an frühere Ausführungen anknüpft.

Die frühen Menschen erlebten sich in der Natur als weitgehend hilflos. Das daraus resultierende, starke Schutzbedürfnis prägt die Menschheit bis heute. Phänomene wie Blitz und Donner wurden als Manifestationen einer übermächtigen himmlischen Kraft gedeutet. Schutz bot anfangs das dominante „Alpha-Tier“ bzw. der Alpha-Mensch als erfahrener Anführer der Gruppe. Der erste Schritt hin zu einem „transzendentalen“ Schutz bestand darin, diesen Anführer in den Rang einer Gottheit zu erheben (analog zum Pharaonentum). Eine noch einfachere Methode stellte das Amulett dar: Es fungierte entweder als direkter Schutzgegenstand oder als Symbol für den Beistand der himmlischen Mächte.
Diese existenziellen Bewältigungsstrategien wurden durch das Aufkommen des Klerus und die Institutionalisierung der Götter im Rahmen organisierter Religionen instrumentalisiert. Die Geistlichkeit ergänzte die erhoffte göttliche Hilfe um transzendente Strafen – und bot gleichzeitig kostenpflichtige Rituale an, um diesen zu entgehen. Da sie behauptete, direkten Einfluss auf die göttlichen Entscheidungen zu haben, etablierte sie ein wirksames Geschäftsmodell. Die vorliegende Arbeit untersucht, warum sich das Christentum trotz dieser Mechanismen über Jahrtausende halten konnte. Ein wesentlicher Grund vorweg: Die Geistlichkeit legitimierte eine automatische Grundsicherung ihres Einkommens direkt per Bibelwort (4. Mose 18,20-24). Demnach sind Bibelgläubige per göttlichem Dekret zahlungspflichtig.
Zum Thema Sünde und ewige Verdammnis:
Über das biblische Dogma (Joh. 20,23) beansprucht der Klerus die absolute Deutungshoheit darüber, wo Gläubige die Ewigkeit verbringen werden. Dabei berufen sie sich auf ein Jesus-Zitat:
„Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ Die fundamentale Bedeutung dieser Absolution wird durch das drastische Strafmaß untermauert: die Konstruktion einer „ewigen Hölle“.
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Der Kirchenautor Hans-Werner Deppe verdeutlicht Kindern in seiner Publikation „Wie wird es in der Hölle sein“ (Betanien-Verlag, in Kooperation mit dem Erzbistum Paderborn) drastisch: „Welche Gnade ist für Sünder jedes nicht brennende Körperteil!“ Unklar bleibt sich Deppe dabei über die genaue Temperatur vor Ort und diskutiert Werte zwischen 50 und 6000 Grad. Zudem behauptet er, in der christlichen Hölle sei es schlimmer als unter Hitler. Eine von mir erstattete Strafanzeige gegen Deppe – unter anderem zur Gefahrenabwehr wegen dieses Hitlervergleichs – blieb jedoch erfolglos. Aus der Antwort der Staatsanwaltschaft ging hervor, Deppe beziehe sich lediglich auf biblische Aussagen und habe damit aus theologischer Sicht recht. Der Staat müsse in Religionsfragen Neutralität wahren. Deppe selbst sei strafrechtlich unschuldig, obgleich seine Schrift im Nachbarort Bergen an Kinder verteilt wurde, woraufhin entsetzte Mütter ihre Kinder zu mir brachten.
Selbst Bischöfin Margot Käßmann schließt eine solche Feuerfolter nicht aus. Ihr Nachfolger, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Nikolaus Schneider, kündigt in seinem Buch „Von Erdenherzen und Himmelsschätzen“ ebenfalls ein „ewiges Feuer Jesu“ für Sünder an. Laut einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ (Nr. 43, 2014) gehören solche Drohungen zum etablierten „Geschäft“ der Amtskirchen. Dieses Geschäft mit der Angst vor ewigen Qualen verursacht nachweislich schwere Angsterkrankungen. Da psychischer Terror und das systematische Schüren von Ängsten in der Bundesrepublik illegal sind, erstattete ich auch gegen Schneider Strafanzeige – ebenfalls ohne Erfolg.
Die daraus resultierenden Kollateralschäden in Form psychischer Erkrankungen scheinen den Amtskirchen gleichgültig zu sein. Im Gegenteil: Als Träger der meisten psychiatrischen Krankenhäuser profitieren Diakonie und Caritas von den Angstpatienten, die sie durch diese existenziellen Drohungen selbst generieren. Entgegen der Selbstdarstellung als selbstlose Samariter agieren diese kirchlichen Träger streng finanzorientiert, während regelmäßige Einnahmen fließen. Angestellte Psychiater werden bereits bei der Einstellung auf die kirchlichen Dogmen verpflichtet: Sie müssen sich per Loyalitätsvereinbarung schriftlich zu „christlichen Werten“ bekennen – so unchristlich diese in der Praxis auch sein mögen.
Kirchenkritische Diagnosen wie die „ecclesiogene Neurose“ sucht man in der modernen Psychiatrie und im ICD-Schlüssel vergebens – die Institutionen verbitten sich derlei systemische Kritik. Das führt zu einer absurden Praxis: Erkranken kassenversicherte Patienten an einer tiefen Gottangst, schickt die Psychiatrie sie oft direkt zu den Verursachern zurück – in die Arme des Klerus (Die Zeit, 31.3.2010). Eine klassische Drehtürpsychiatrie. Als die Niedersächsische Ärztekammer 2016 über diesen Skandal informiert wurde, um im Zuge ihrer Aufsichtspflicht einzugreifen, passierte: nichts. Die Antwort blieb aus.
Die Dynamik dahinter verlangt absolute Unterwerfung unter die Dogmen. Wer spurt, dem winkt die „Gnade“ Gottes und das Paradies. Ein exklusiver Club: Nach Kirchenvater Augustinus schafft es gerade einmal jeder Dreißigste dorthin. Dieses „Paradies“ ist das psychologische Zuckerbrot der Kirche, das untrennbar an das Konzept der Auferstehung gekoppelt ist. Ein Dogma, auf das Menschen schon als Kinder im monotonen, fast hypnotischen Choral des Glaubensbekenntnisses eingeschworen werden. Die Botschaft ist unmissverständlich: Ohne Auferstehung kein Christsein, ohne Christsein kein Entkommen aus der Hölle. Es drängt sich der Verdacht auf, dass ohne das Lockmittel Himmel und die Peitsche Hölle das gesamte kirchliche „Geschäftsmodell“ in sich zusammenbrechen würde. Dass eine solche Auferstehung medizinisch unmöglich ist und der Totenschein das letzte Wort behält, wird ignoriert. Dabei ist das Konzept nicht einmal originell – man hat sich den Auferstehungsmechanismus schlicht beim ägyptischen Mumienglauben abgeschaut.
Die frühe christliche Bewegung suchte bewusst die Abgrenzung zum Judentum. Dies zeigte sich in zentralen rituellen Neuerungen: dem Verzicht auf die Beschneidung, dem Aufheben von jüdischen Speisegebote (wie dem Blutverbot) und der Einführung der Taufe. Um Jesus theologisch von der Erbsünde zu reinigen, wurde die Taufe retrospektiv auch auf ihn angewandt. Rechtlich betrachtet ist das Konzept der Erbsünde jedoch widersprüchlich, da es an einer individuellen Schuld für ein selbst begangenes Verbrechen fehlt.
Aus einer kritischen juristischen Perspektive lassen sich Taufe und Mission daher als Formen der psychischen Nötigung interpretieren, da sie auf der impliziten oder expliziten Androhung jenseitiger Strafen basieren. Der tradierte „Missionsbefehl“ Jesu begründet dogmatisch das allgemeine Priestertum, das auch von Luther aufgegriffen wurde. Jeder Getaufte wird damit in die Pflicht genommen, den Glauben weiterzutragen. Diese historische Aggression wirkt fort; im islamischen Kulturraum wird das Christentum daher oft noch mit dem Begriff der „Kreuzfahrer“ assoziiert. Die Taufe fungiert in diesem System als vermeintliche Befreiung aus der existenziellen Bedrohung der Verdammnis.
Die Erzählung vom Sündenfall gleicht einem psychologischen Kunstgriff. Das konkrete Vergehen – das Essen einer Frucht – ist minimal, was die unnachgiebige Strenge der Gottheit unterstreicht. Die darauf folgende Strafe steht dazu in keinem Verhältnis. Diese Disproportionalität erzieht Kinder zur permanenten Selbstüberwachung und erzeugt die Notwendigkeit, selbst kleinste Verfehlungen ängstlich zu beichten. Solche frühen Schuldgefühle, insbesondere im Bereich der Tabuthemen wie der frühkindlichen Sexualität, können nach einer Latenzphase schwere Angststörungen auslösen. Analytisch betrachtet greift hier nicht die klassische Kastrationsangst, sondern die existenziellere Höllenangst.
Diese genuine Angstursache – die von Karl Jaspers beschriebene Furcht vor transzendenter Qual – wird gesellschaftlich kollektiv verdrängt. Sie bleibt jedoch ein psychpathologischer Faktor, der die Entstehung von Neurosen, Psychosen, Zwangsstörungen, ADHS und Suchterkrankungen begünstigt. Das Zerrbild eines strafenden, klerikal instrumentalisierten Gottes erweist sich damit als die eigentliche Ursache dieser psychischen Deformationen.
Jede terroristische und ernsthafte Androhung drakonischer Strafen produziert Wahnsinn. Das wissen wir aus der Forschung zu Autismus und Schizophrenie. Bei den Betroffenen ist das Religiöse auch in ihrer „Art Brut“, ihrer Kunst, das zentrale Thema. Ein strenger, asketisch gelebter Glaube gleicht einem masochistischen Gefängnis; er ist bereits das Symptom einer dahinterstehenden Maximalangst. Selbst Heiliger wird man aus Angst. Das Lockmittel des Himmels spielt religionspsychologisch dagegen kaum eine Rolle: Für einen einzigen uns ersparten Tag im Höllenfeuer gibt jeder gerne eine Ewigkeit im Paradies her.
Zum Thema Heilige Messe:
Es ist unerträglich, dass der literarische Bibel-Jesus in Johannes 8,44 die Juden als Söhne des Teufels bezeichnet, die einen falschen Gott – Jahwe – anbeten würden. Hitler und seine Gefolgschaft teilten dieses angebliche Jesuswort via Plakate den Juden nicht zuletzt in Auschwitz mit. Sie sollten wissen, warum sie dort waren. Der historische Jesus jedoch wird dies, da er selbst Jude war, nie ausgesprochen haben. Menschen sind Antisemiten – wirkliche Götter nicht. Vor 1945 war Johannes 8,44 ein festes Thema in den „heiligen“, unheiligen Messen.
Und heute? Die „Heilige“ Messe erlaubt es dem Klerus bis heute, seinen Gott in einem absolut diskussionsfreien Raum als den Urheber der globalen Sintflut anbeten zu lassen. Kinder sind von diesem Gott entsetzt. Sie alle wissen in Deutschland um Hitlers Genozid, den Holocaust. Ein Vergleich mit der Sintflut stellt sich ihnen automatisch ein – bis dieser Gedanke irgendwann als Sünde oder Gotteslästerung tabuisiert wird. Es ist leider der christliche Bibelgott, der einen Holocaust – hier in Form der Strafaktion „Sintflut“ – salonfähig gemacht hat. Diese Sintflut gilt in den Kirchen noch heute, nota bene nach 1945, als ein Akt besonderer, unantastbarer Gerechtigkeit. Was „Gott“ tut, so die Logik, sei gerecht – selbst wenn es ein Holocaust ist.

Das ist  unerträglich.  Und doch predigt das der Klerus unseren erschaudernden Kindern noch heute, die dabei auch an die weiteren Grausamkeiten ihres "Gottes" in  Sodom, Kanaan und Gomorrha denken.  Hier ein schändliches, gotteslästerliches und krankmachendes Bild aus der Kinderbibel: "Illustrierte Bibel für Kinder", Weltbild-Verlag. Gott sei im Gegenteil die bedingungslose Liebe, so Papst Franziskus. Wann kommt seine Message endlich an?

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Der gefeierte Martin Luther ist mit seinem Befehl, die Wohnungen der Juden anzustecken, gewissermaßen der geistige Vater der Reichskristallnacht. Auch unser Christengott steht mit „seiner“ Sintflut zur Debatte – als ein Symbol des Vergessens für all diejenigen, denen das allsonntägliche Anbeten eines solchen Despoten unangenehm bis unmöglich ist. Schlimmer als Hitler wüte Gott in der Hölle, so das Zitat des Autors H.-W. Deppe. Ein Psychiater der Niedersächsischen Ärztekammer hielt diesen Hitlervergleich jedoch nicht aus: In einer Projektion erklärte er mich – der ich den Vergleich eigentlich scharf verurteile – für paranoid. Dabei ist es gerade der amtskirchliche Dogmatismus, der solche Vergleiche erst provoziert. Die despotischen Qualitäten Gottes sind eine fatale Erfindung des Klerus und dienen der Einschüchterung schon unserer Kleinsten. Die Kollateralschäden dieser Indoktrination können zur besten Besuchszeit auf den geschlossenen Stationen unserer Psychiatrien besichtigt werden.
Die Psychiatrie weigert sich beharrlich, den kausalen Zusammenhang zwischen fundamentalistischem Glauben und psychischen Erkrankungen anzuerkennen. Stattdessen versteift man sich auf die bekannte Berliner Psychiater-These, Kirche mache nicht krank. Im Gegenteil: Nach dem Motto „Glauben heilt“ wird Religion zumeist als positiver „Resilienzfaktor“ dargestellt. Der Grund dafür liegt tiefer: Viele Therapeuten sind oft nur in ihrem Oberflächenbewusstsein ungläubig oder agnostisch. L. I. Hofmann von der Universität Oldenburg zeigte in ihrer Dissertation, dass unsere Psychiater ähnlich gläubig sind wie ihre Kollegen in den USA. Somit bedeutet für viele Psychiater jede ernsthafte Kritik an der Religion oder an „Gott“ unbewusst Sünde – und zieht die Angst vor göttlicher Strafe nach sich. Man teilt die kollektive Gottangstneurose und verhält sich auf religiösem Gebiet sicherheitshalber autistisch stumm. Gespräche über Religion seien in der Praxis „verpönt“, bestätigt auch der Chefarzt und Autor Manfred Lütz. Schon Sigmund Freud irrte, als er schrieb, der Glaube verhindere die individuelle Neurose. Da er selbst unter einem Sackgassen-Syndrom litt, versuchte er, das Religiöse aus der Psychoanalyse zu verbannen – genau dort, wo C. G. Jung es in Zürich wieder hineinbrachte. Freud trat eine Flucht über ein von ihm konstruiertes Dogma an: Nicht die Gottangst, die Katrationsangst sei „die größte Angst jedes Knaben“. Er mochte sich zeitlebens nur Vaterangst („Kastrationsangst“) und nicht seine eigene tief verdrängte Angst, seine Gottangst vorstellen. Er habe seine zwei Väter verwechselt, so Jung.

Der Trick der Auferstehung

Diesen Trick brauchte man dringend nach dem endgültigen Sterben Jesu am Kreuz. Es war ein sicheres Vorgehen, hatte es ja bereits in Ägypten funktioniert und bediente es ja einen uralten, bis heute anhatenden Menschheitstraum. Und nur ein auferstandener Gestorbener kann definitiv  Sünder in einer Hölle bestrafen. Bei genau diesem Zeitvertreib ist der Kirchen-Jesus nicht nur auf dem Margaretenaltar in Paderborn zum Schrecken aller Kinder zu sehen. Er kocht dort Sünder im einem überdimensionalen Topf. Der kinder-krankmachende Erzbischof Becker erhielt von mir eine Strafanzeige, da er bereits Zweijährige über ihre Mütter vor den Altar und in den Hauptgottesdienst zitiert. Sie sollten dort, so seine Worte, eine „besondere Sensibilität“ für den Kirchenraum (mit besagtem Höllen-Kochtopf) entwickeln.
In der Bundesrepublik Deutschland stellt es zum einen eine strafbare Gotteslästerung dar, Jesus grausamer als jeden irdischen Despoten zu zeichnen – denn wer kocht schon Menschen? Zum anderen handelt es sich um strafbare seelische Misshandlung, wenn man Kindern oder seelisch  Kranken vor der Entwicklung eines kritischen Bewusstseins ihren Gott derart grausam präsentiert – und das in der suggestiven Atmosphäre einer Kirche.
Der kirchentreue Autor Deppe spricht die „Wahrheit“ der Amtskirchen offen aus: In der Hölle Jesu gehe es um etliches schlimmer zu als unter Hitler. Unter dem „Führer“ habe es noch Trost gegeben, den man unter Jesus jedoch vermissen werde. Deppe beherrscht eben das „Geschäft“ seiner Kirche. Versteht man Deppe richtig, dienen wir im Gottesdienst einem Hitler-Äquivalent – ein unerträglicher Gedanke. Ich habe Deppe daher „zur Gefahrenabwehr“ angezeigt.
Der zuständige Staatsanwalt schrieb mir daraufhin, Deppe dürfe dies alles. Natürlich darf er das nicht. Die Religionsfreiheit ist – wie wir an der Beschneidungsdebatte sehen – trotz Hitlers Reichskonkordat den geltenden Gesetzen und speziell dem Grundgesetz unterworfen. Die Staatsanwälte müssen folglich regelmäßig Rechtsbeugung begehen, um Kirchenmännern Freiheitsstrafen zu ersparen.
Übrigens: Selbst bei modernen Gläubigen ruft das Anzweifeln der Auferstehung Jesu ein sehr unangenehmes Gefühl hervor. Sicherer sei es, so glaubt man, einfach an Wunder zu glauben. Es gibt sie allerdings nicht. Den  Beweis liefert uns Auschwitz (siehe „Religion nach Auschwitz“, Internet). Dort fiel kein Manna vom Himmel. In den Gaskammern liegt der Beweis: Gott, der „Allmächtige“, ist ohnmächtig. Er hat keine Hände. Ich sage immer: Wir sind seine Hände. Nur wenn wir lieben, lebt Gott. Gott lebte in den alliierten Soldaten, die die Gashähne dann definitiv "zudrehten".
Der Trick unserer Schuld am Kreuzestod Jesu:  Zur Psychologie des Kreuzestodes: Wie das Abendmahl Schuldgefühle erzeugt

 

Auch am Leid Marias sei man natürlich als Kind schuld. Der Trick wirkt über das Unbewusste. Das Bewusstsein „weiß“ in der Regel nichts von unserem „Mord“ an ihrem Sohn. Doch die in Hypnose implantierte „Schuld“ macht demütig und die Vergebung dieser angeblichen Gewalttat notwendig. Ja, sie macht Sühne notwendig, damit eine solche göttliche Vergebung stattfinden kann. Oft will man durch ein Opfer, analog Ödipus,  seinen Gott gnädig stimmen. Sühne ist ein Deal mit dem jeweilig zuständigen Gott: Lieber hiesiges statt jenseitiges Leid. Es resultiert religiöser Masochismus.

Diese Sühne ist im heutigen Christentum nahezu immer masochistisch geprägt und fördert die Innenaggression. Der heutige Islam hingegen fördert die Außenaggression, die Begehung von Gewalttaten. Beides – selbst das Selbstmordattentat – dient im Kern der Höllenvermeidung und nicht etwa der Freude an einer 72-fachen Entjungferung. Früher sühnte die Kirche noch sadistisch: So verbrannte man Hexen bei lebendigem Leib – drei von ihnen sogar unter Mittäterschaft Luthers in Wittenberg.

Heute jedoch quält man sich selbst: Man betet auferlegte Rosenkränze in masochistischer Manier, geißelt sich mit einem Waschzwang oder flüchtet in eine „endogene Depression“, die in Wirklichkeit eine religiös-masochistische ist. Man spritzt sich Heroin, trinkt Alkohol, raucht und stirbt letztlich daran – wie es das Schicksal des „Gottesmörders“ Sigmund Freud zeigt. Freud, der bireligiös erzogen wurde, hatte mit seinem Diktum „Religion ist Wahn“ den Jahwe seiner Kindheit „getötet“.
Auch ein religiöses Selbstmordattentat wird keineswegs aus Egoismus begangen, wie heute oft angenommen wird. Analytisch betrachtet handelt es sich bei einem solchen erweiterten Suizid um eine höllenangstbedingte, masochistische Selbstopferung. Der Islamist Nils D. brachte dies auf den Punkt: Es freue ihn, dass sein Freund nach dem Märtyrertod nicht „in der Hölle schmort“ (Der Spiegel, 6.8.2016). Man tötet mit einer von Allah übernommenen Wut auf die christlich-westlichen „Kreuzfahrer“, die seit Jahrhunderten ärmere Länder wirtschaftlich schädigen. Religionskriege sind politisch initiierte Wirtschaftskriege, welche die religiösen Ängste und Hoffnungen des Fußvolkes instrumentalisieren.
In diesem Sinne sind ein kriegsbereiter Staat und das Christentum Geschwister. Überhaupt fungiert Religion als Außendienststelle der jeweils herrschenden Ordnung (frei nach Harry Mulisch) – eine Polizei ohne Polizisten. Doch was man hier an der Polizei einspart, muss man später für Landeskrankenhäuser und die psychiatrische Dauerunterbringung wieder ausgeben.

 

Der Trick  Heiligkeit:

Alles am Christentum, was dubios ist, was Lüge und Gemeinheit darstellt, wird mit einem „Heilig-Trick“ in christlichen Beton gegossen. Damit soll es für alle Zeiten unantastbar gemacht werden. Der „Heilige Stuhl“ deklariert jeden noch so grausamen Papst als unantastbar, unfehlbar und gar zum Stellvertreter Gottes – allerdings ohne dessen gültige Unterschrift. Ohne das Prädikat der Heiligkeit hätte es der Vatikan bei der Legitimierung der Inquisition deutlich schwerer gehabt. Auch der „Heilige Geist“ wird als angeblich grausamster aller Geister vor jeglicher Kritik geschützt. Er richtet, ohne jemals Gericht zu halten, und hat dadurch Tausende schwer Angstkranke sowie eine entsprechende Zahl an Suiziden hervorgebracht.
Die „Heilige Jungfrau“ wurde wohl vor allem wegen einer dem Klerus eigenen Heterophobie zur Heiligen deklariert. Ohne vorherige „schmutzige“ Sexualität, stattdessen auf einem Lichtstrahl reitend, soll sie ihr Kind Jesus zur Welt gebracht haben. Dieser theologische Schachzug der Kirchen brandmarkt bis heute jede frei gelebte Heterosexualität als „unreine“, sündige Angelegenheit. Die psychologischen Folgen sind massive Schuldgefühle, Frigidität, Impotenz und das Ausweichen auf alternative Formen der Sexualität (sogenannte Parasexualität). Aus diesen tiefsitzenden Ängsten entstehen nach Sigmund Freud und anderen Autoren Störungsbilder wie Pädophilie, Fetischismus, Sadismus sowie die unechte Homosexualität.
Auch die „Heiligkeit der Schrift“ erweist sich als Trick, um höchst Unheiliges salonfähig zu machen. Sie steckt voller bewusster Unwahrheiten und ist offensichtlich reines Menschenwerk, das die politischen Interessen der jeweiligen Führungsschicht durchsetzen sollte. So schützte der angebliche Steinigungsbefehl „Gottes“ die Ehe vor Ehebrecherinnen und der Verbrennungsbefehl vor dem Fremdgehen (3. Mose), um für Ruhe im Volk zu sorgen. Der vermeintliche Befehl „Gottes“, Homosexuelle zu töten, diente – genau wie das spätere Verhütungs- und Kondomverbot – rein der Maximierung des Kindersegens.

Warum will man Kinder? Man benötigt sie  später für Kriege und Zahlungen. „Gottes“ Befehl an sein Volk, bei der Eroberung  Kanaans auch alle Frauen und Babys zu töten, würde, wäre er keine Lüge, die Botschaft von Gott als der Liebe unglaubwürdig machen. Die Schrift ist ein antikes menscherdachtes Gesetz- und Strafgesetzbuch. Aus verschiedenen Gründen ist sie heute verfassungswidrig, denn ihr Gott befiehlt uns Morde und ihr „Jesus“ droht Angehörigen anderer Religionen ewige Folter an. Auch der Gedanke ewige Folter ist ein Trick der regierenden Priesterkaste. Adolf Hitler war nur beinahe heilig. Beim "Heil" war man schon angelangt. Lt. Bibel war er wie jede Oberigkeit von Gott eingesetzt.

Zum Tötungsbefehl:

Wenn Geistliche wie Pastor Keller aus Hermannsburg öffentlich dazu aufrufen, biblischen Tötungsbefehlen bedingungslos zu gehorchen, berührt dies fundamentale Prinzipien unserer Rechtsordnung.
In einer online zugänglichen Predigt zur versuchten Opferung Isaaks forderte Keller wörtlich, man solle „ohne Zögern losgehen“, „bevor der Feind Gottes irritieren“ könne, selbst wenn der Auftrag als „grässlich“ empfunden werde. Das eigene Gewissen oder „Herz“ müsse in solchen Momenten schweigen, da Gottes Anordnungen stets gut seien.
Diese theologische Positionierung kollidiert massiv mit dem Strafgesetzbuch (§ 212 StGB – Totschlag) und stellt die freiheitlich-demokratische Rechtsordnung infrage. Die Gefahr solcher Narrative zeigt sich besonders bei psychisch instabilen oder manipulierbaren Menschen. Ein analoges Phänomen ist aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus bekannt: Laut Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes suchen Extremisten gezielt Kontakt zu psychiatrischen Kliniken, um vulnerable Personen als Attentäter zu rekrutieren.
Daraus ergibt sich eine fundamentale strafrechtliche und ethische Frage: Liegt die Schuld allein bei den ausführenden Tätern, oder tragen die Prediger und die von ihnen radikalisierten Schriften die Hauptverantwortung? Im Fall des Hermannsburgers Axel H., der einem solchen Aufruf folgend „losging“, urteilte die Justiz eindeutig: Er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, während die Staatsanwaltschaft Celle nach einer entsprechenden Anzeige keinen Anlass sah, gegen den Prediger einzuschreiten.
Diese Instrumentalisierung des Glaubens hat eine historische und politische Dimension. Die biblische Erzählung von der Opferung Isaaks lässt sich auch als politisches Narrativ verstehen: Wenn eine höhere Instanz zum Krieg ruft, sollen Eltern bereit sein, ihre Kinder zu opfern. Dieses Muster zieht sich durch die Geschichte. George W. Bush legitimierte den Irak-Krieg mit religiöser Rhetorik, und auch deutsche Soldaten zogen im Zweiten Weltkrieg mit dem Slogan „Gott mit uns“ auf dem Koppelschloss in den Krieg. Gott wird hierbei gezielt zum politischen Werkzeug degradiert, um staatliche Gewaltakte moralisch zu legitimieren.

Der Trick  Apokalypse und ADS:

 In Lukas 17 kündigt Jesus für seine Wiederkehr eine erneute Sintflut und eine feurige Apokalypse an. Dieses brutale Szenario mittels Schwefelregens soll laut biblischer Vorstellung nur von wenigen überlebt werden. Der historische und sachliche Wahrheitsgehalt der Bibel geht jedoch vielfach gegen null: Schon Gottvater hatte nach der ersten Sintflut versprochen, die Menschheit nie wieder auf diese Weise zu vernichten. Die Apokalypse und die Offenbarung des Johannes erweisen sich damit als perfide kirchenpolitische Instrumente.
Dennoch musste im Jahr 2009 jedes christliche Kind in Würzburg diese angekündigte Endzeitkatastrophe als bedrückende Glaubensgewissheit verinnerlichen. Meine damalige Strafanzeige gegen die Würzburger Kirchen wurde von der zuständigen Kammer mit Verweis auf eine „Nichtzuständigkeit“ abgewiesen.
Die Folgen dieser dogmatischen Grausamkeit sind bis heute spürbar: Würzburg hat sich psychologisch zu einem Brennpunkt für Angsterkrankungen und ADS entwickelt. Für die Zukunft ist hier zudem mit einer erhöhten Suizidrate zu rechnen. Das auf Kirchentagen so populäre Mantra „Jesus liebt mich“ ist in Wahrheit kein Ausdruck bewusster Freude, sondern ein verdrängter Hilferuf des Unbewussten. Wenn Kinder Gott „feiern“, geschieht dies meist aus einer tief sitzenden, verdrängten Angst heraus – als Pflichtübung, die ihnen durch die ersten beiden Gebote dogmatisch aufgezwungen wird.
Auch das Konzept des Jüngsten Gerichts fungiert als psychologischer Kontrollmechanismus. Es hält den Menschen bis zum letzten Atemzug in Demut und Angst vor einem unbarmherzigen Gottessohn, der als Initiator dieser Endzeitkatastrophe dargestellt wird. Der Reformator Martin Luther verschärfte diese Dynamik noch, indem er die entlastende Beichte, die irdische Vergebung und das Prinzip des Seelenheils durch gute Taten abschaffte. Damit lieferte er die protestantischen Gläubigen der bloßen Willkür einer „eventuellen Gnade“ Jesu am Jüngsten Tag aus. Es ist daher kein Zufall, dass Protestanten statistisch häufiger in psychiatrischer Behandlung sind als Katholiken.
Das fundamentale Problem einer auf Gewalt basierenden Religion wird Kindern gegenüber von keiner Seite thematisiert. Auch die meisten Erwachsenen schweigen, da sie sich im Sinne eines kollektiven Stockholm-Syndroms lieber mit dem ihnen einmal derart präsentierten Christengott arrangierfen, als sein verbrecherisch-terroristisches Fußvolk wegen massiver Verstöße gegen deutsches und internationales Recht anzuzeigen. Denn wo bitte ist die Unterschrift Gottes unter der Bibel? Das Buch ist, so gesehen, Makulatur. Würde jemand anderes als ein „Gott“ oder ein Religionsvertreter Kindern Feuerfolter androhen, wäre Eltern und Lehrern der Gang zur Polizei eine Selbstverständlichkeit. So überlässt man die Arbeit einem Arzt oder einem Bestatter.

Zusammenfassung:

Ein Kartenhaus.

Das bisherige Christentum ist analytisch gesehen ein einfaches, mit wenigen Taschenspielertricks, aber zugegeben intelligent aufgebautes Kartenhaus. Es weiß um die größte Angst des Menschen, die vor Folter, und nutzt diese, indem sie ewige Folter ersinnt,  gewissenlos aus. Man macht möglichst früh wehrlosen, in Hypnose versetzten Kindern mit einer Androhung maximal denkbarer Qual in einer klassischen Gehirnwäsche  lebenslängliche Angst. So entsteht der Archetyp Höllenangst. Diese Angst ist, da nicht im Entferntesten auszuhalten, tiefer verdrängt als jede andere Angst. Doch man gibt von höchster Stelle (EKD, Bischof Schneider) zu: Diese Religion ist ein „Geschäft“ mit der Angst. Damit widerlegt man in Teilen S. Freud, der meinte, Religion sei reiner Wahn. Es ist ein Wahn, der als Glaubensgewissheit Kindern unter Androhungen auch schulisch vermittelt wird. Das Christentum erfindet in Ablösung des Begriffes Schuld eine sog. Sünde, die schon in der Winzigkeit eines Apfelbisses maximale Strafe auslösen soll. Es etabliert über eine angebliche Mittäterschaft jedes Gläubigen an einem üblen, vor 2000 Jahren erfolgten Foltermord, ein permanent schlechtes Gewissen. Nur mit einem schlechten Gewissen darf sich ein Christ „gut“ fühlen. Es wird gekoppelt an eine übergroße Dankbarkeit gegenüber einem angeblichen Retter, der zum einen durch Eigenopferung vor einem eigenen „verdienten“ Tod am Kreuz gerettet habe und zum anderen vor einer angeblich existierenden Feuer-Hölle retten könne. Es pervertiert die ursprünglich vom Kind in Gott, Jesus und dem heiligen Geist gesehene bedingungslose Liebe über Kirchenmänner wie Deppe in ihr gerades Gegenteil.

Ausblick: Grausam seien die Amtskirchen, so die Bundesärztekammer in Gestalt ihrer damaligen Vizepräsidentin  Dr. C. G. am 17. Nov. 2009 in öffentlicher Kammer-Sitzung. Sie sei deshalb ausgetreten, "aus der katholischen". Die Amtskirchen würden alle Kriterien einer kriminellen Vereinigung, so ein Kriminalhauptkommissar zu mir.  Die Vizepräsidentin  gibt aber ein Beispiel, wie man maximaler Gewalt begegnen kann, wenn man die Kraft und den Mut dazu aufbringt. Man tritt aus der Gewaltkirche aus.  Doch auch Strafanzeigen der Allgemeinheit und Schadenersatzforderungen psychisch Kranker und deren Angehöriger sind geeignete Mittel, geht es den Kirchenoberen im Grunde nur um eines: Um Macht und Geld. Ihr Kartenhaus bricht zusammen, wenn man die Brutalität ihrer drei Götter mit dem von ihnen selbst geführten Hitlervergleich ad absurdum führt, und statt unglaubwürdiger, im Eigennutz erdachter Wunder, Beweise und einfache Logik verlangt. Schon Freud wünschte sich eine eigenverantwortliche Nächstenliebe anstatt eines Gutseins aus Angst vor Strafen in der Transzendenz. Der alternde Freud ging zu milde mit dem Christentum um. Er meinte in „Die Zukunft einer Illusion“, es sei doch tröstlich, wenn am Ende nicht nur ein Häufchen Asche von uns übrig bleibe. 

Doch was ist der Preis für solchen Trost? Und wer zahlt den Preis? Den Preis zahlen unsere Psychiatriepatienten. Dabei bleibt doch die Erinnerung an uns. Und es bleibt uns der Mut und der Wille, diese Welt zu unseren Lebzeiten etwas humaner zu gestalten – zumindest in unserem näheren Umfeld. Und wenn wir einen Gott definieren wollen oder glauben, es tun zu müssen, dann sollte es ein humaner Gott sein, der sich auch christlich benimmt. Das sind wir unseren Kindern schuldig,  Und da wir einen humanen Gott  außen nur als Illusion finden werden, müssen wir ihn in uns suchen.