Fernseelsorge

Der Sprung

441777, hier ist die Telefonseelsorge, Martin mein Name, was kann ich für sie tun?

Martin, mein Name ist Hans, ich fühl mich nicht gut, ich sitz hier in Flensburg im Hochhaus. Ich fühl mich beschissen. Habs Fenster auf und will springen.

Hans, gut dass sie hier anrufen, sich mit mir unterhalten wollen, beruhigen sie sich jetzt erstmal und setzen sich auf ein Stuhl oder aufs Bett, ihre Gefühle können vergehn, es kann morgen schon alles anders aussehn, sehn sie, ich sitz hier auch im 10 Stock, im Pressehaus, und ich fühl mich prima, und ihnen kanns auch bald wieder prima gehn, aber wenn sie jetzt so da sitzen, werden sie wohl glauben, es wird nie mehr wieder was. Wo ist denn ihr Problem, an was denken sie, Hans?

Ich hab Panik, Martin, s Blut kommt mir in den Kopf, ich hab irgendwie Angst, Angst, dass ich mich versündigt hab, Angst in die Hölle zu kommen.

Hans, das gibts schon mal, das vergeht, die Hölle gibts doch gar nicht, wenigstens nicht so, durch die Fürsprache Jesu bei Gott müssen wir ja gar nicht in die Hölle, das ist ja das Evangelium unseres Herr Jesus Christus, die frohe Botschaft, ich bin ja Pastor, Pastor im Ruhestand, mir können sie vertraun, Jesus hat ja das Kreuz auf sich genommen, gerade auch für sie Hans, zur Vergebung ihrer Sünden hat ers auf sich genommen, er hat ihnen schon längst alle Sünden verziehn, und Gott hat ihnen auch verziehen, schon lange, Hans.

Aber Martin, in der Bibel sagt Jesus, wer gegen den Heiligen Geist sich versündigt, dem wird nicht vergeben, nicht in dieser und nicht in jener Welt. Und ich hab gegen den Heiligen Geist gesündigt... ich weiß nur nicht wie und wann.

Ja, Hans, so stehts geschrieben, das ist schon so, aber was ist das überhaupt, gegen den Heiligen Geist sündigen.........................

Hans,    Hans............................

Dieses kleine "Werk" zur Einführung in dieses Thema.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fernseelsorge hat sich um die psychische Not der Anrufer zu kümmern. Daher ist es notwendig, die krankmachen Dogmen einer Religion zu kennen, um überhaupt sicher helfen zu können.

Als Beispiele werden  hier der Kreuzestod Jesu  und die ewige  Hölle besprochen.

Martina Kessler, Fernsehseelsorgerin, und ihr Buch „suche dringend hilfe“, Bibel TV, 2008: Frau Kessler ist Theologin und Moderatorin bei Bibel TV.

Naturgemäß rufen Kranke bei dieser Seelsorge an, oder sie schreiben. Sie sind oftmals angst- oder schuldkrank und bedürfen „dringend Hilfe“. „Liebe Susan“, wird da von Frau Kessler auf einen Brief geantwortet. „Am Karfreitag gedenken wir des Todestages Jesu. Er ist am Kreuz für uns gestorben. Auch das ist stellvertretend für uns passiert“, so auf S. 79. Gerade solche Antworten sind es, die Sacco-Kranke in ihren religiösen Konflikten nicht unbedingt helfen.

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Zum Kreuzestod

Jesus sei also tatsächlich stellvertretend für uns, statt unser am Kreuz gestorben! Durch Jesu Folter am Kreuz habe sich also „Gott“ die mühevolle Arbeit einer Kreuzigung von uns allen, speziell auch unserer sündigen Kinder, erspart. Das ist jetzt wirklich ein Gott, Jesus und mich krank machender Gedanke, der auch Susan krank, noch kranker machen kann. Fernsehsendungen mit derartigem Inhalt sind illegal: Im „Europäischen Übereinkommen über grenzüberschreitendes Fernsehen“ steht es genau: Alle Sendungen müssen die Würde und die Grundrechte beachten. Sendungen, die „geeignet erscheinen“, die seelische Entwicklung von Kindern zu gefährden „dürfen nicht verbreitet werden“.

„Stellvertretend für uns“, das meint auch die Evangelische Zeitung vom 18.7.2010. Christus sei für unsere Sünden am Kreuz gestorben, ...um das Leben von uns Sündern... aus dem Tod zu retten. Sein Tod ist Opfer, Hingabe und Sühne stellvertretend für uns Sünder.“ „Christi Sühnetod versöhnt uns mit Gott“, so das Blatt. Das sei „Evangelium pur“. Nun, das ist Mittelalter pur. Es entwürdigt nach Papst Benedikt XVI. unseren Gott.

Marina Kessler ist kein Einzelfall. Was sie denkt, ist „normal“. Im „Wort für die Woche 21“, Jahrgang 2009 (dieses Faltblatt ist protestantisch), spricht Jesus wie in der Tagesschau plötzlich ganz persönlich zu uns: „Schaut mich an..., es ist euer Kreuz, das ich getragen habe..., an dem ich hänge.“ Der Wochenspruch im Blättchen ist aus Johannes 3.16: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“  Beim Thema  Verlorengehen spricht das Missionswerk Heukelbach vom „ernsten, bedrohlichen Element des ewigen Verlorengehens". „Gottes Zorn“ bleibe ewig auf denen, die nicht an Jesus glaubten. Ohne ihn müsse man „die Ewigkeit in der Hölle verbringen. Das ist die Wahrheit!.. Im Evangelium geht es um ...Himmel oder Hölle“, so das Missionswerk. Da behaupte noch jemand, unsere Religion und ihre Art der Mission sei nicht fundamentalistisch.

Natürlich sind Kinder Jesus ausgesprochen dankbar. Er habe sie ja vor Gottes Zorn und vor einem qualvollen Sterben am Kreuz gerettet. Die Kirchen haben von jeher begriffen: Je grausamer zugerichtet man als Kirche Kindern den von ihnen angeblich selbst derart gekreuzigten Jesus zeigt, desto größer ist deren Dankbarkeit und ihr Schuldgefühl. Je enger ist ihre lebenslange Bindung zur Kirche. Je voller wird die Kasse. Je voller werden aber auch die Psychiatrien.  Eugen Drewermann meint zu dieser Thematik sehr richtig, man solle Kindern das Kreuz nicht wie ein „Brandmal“ zufügen. Kinderseelen verbrennen tatsächlich bei derartigem kirchlichen Missbrauch, der mehr Patienten erzeugt als alle Sekten zusammen.

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Zur ewigen Verdammnis

Die Botschaft des „Evangelisten“ Matthäus lautet: „Der Menschensohn wird seine Engel senden... und sie werden... alle einsammeln..., die Gesetzlosigkeit tun, und sie in den Feuerofen werfen.“ Das ist zu eindeutig, um  nur irgendeinen Interpretationsspielraum, z.B. im Rahmen einer Predigt zu lassen.

K. Barth, Zürich, Theologe : „Die Macht Gottes waltet auch da und über ihm (dem verlorenen Menschen), wo er ist, aber nun als das ihn verbrennende, zerstörende, vernichtende Feuer seines Zornes.“ Die „Negation Gottes Gnade“, Barth meint damit die Gnadenlosigkeit Gottes, sei das Chaos, und es könne und dürfe in seiner Gestalt als Sünde und Schuld nur als Strafe und Not begriffen werden.

So richtig derb für unsere Kinder wird der Katholizismus täglich in K-TV. Ein Beispiel: In den Jahren 2011 und 2012 ist ein monotones Gebet mit suggestiv sich rosenkranzartig wiederholenden Inhalten zu hören: Das Rosenkranzgebet. Es dauert ca. 20 Minuten und kommt dreimal täglich. Das „Gegrüßet seist du, Maria“ wurde gekoppelt mit den „Geheimmissen des schmerzhaften Rosenkranzes“ („der für uns Blut geschwitzt hat, der für uns gegeißelt worden ist, der für uns das schwere Kreuz getragen hat, der für uns gekreuzigt worden ist“) und dem „Gebet von Fatima“: „O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle...“ Der Vatikan behauptet, die Mutter Jesu habe uns persönlich dieses Gebet geschenkt, als sie im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima erschienen sei. In einer offiziell aus „Wahrheit“ anerkannten Vision habe die heilige Jungfrau Maria uns über Visionen dreier Bauernkinder mitgeteilt, wie es in der Hölle ihres Sohnes tatsächlich aussieht.

Die Kinder: Sie zeigte „uns ein großes Feuermeer... eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgeworfen von den Flammen... unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien.“

Immerhin können diese Kohlen also noch (ewig) schreien. Ob Maria noch weiterhin stolz auf ihren Sohn ist, wird uns nicht mitgeteilt. Das Gebet von Fatima nehmen unsere Kleinen als den wahrhaftigen Beweis, dass in der Hölle Jesu ein Feuer zum Menschenverbrennen wirklich existiert. Sie können nach so einem Nachtgebet  nicht gut schlafen. Sie werden krank. Ihr Gehirn wird hier kurz vor dem Einschlafen kirchlich und gründlich gewaschen. Und unglaublich: Das Suggestivgebet des Rosenkranzes gibt es anscheinend täglich. Der Sender erhielt eine Strafanzeige.  Ein „ungeheures Gewaltpotential“ steckt in unseren Offenbarungsreligionen, so der Philosoph Prof. Winfried Schröder, Marburg. Das ist unseren Psychiatern wohl noch nicht ganz klar.

Die 20-Minuten-Rosenkranzgebete auf K-TV sind wider die Menschenwürde (Artikel 1 Grundgesetz). Beides, Gehirnwäsche in einem Suggestionszustand und seelische Folter sind in Deutschland strengstens verboten. Auch und gerade abends. Gesetzlich ist bei uns festgelegt, dass jugendgefährdende Sendungen erst ab 23 Uhr ausgestrahlt werden dürfen. Wieder also eine Gesetzesübertretung.