Haiku (jap. 俳句; Plural: Haiku, auch: Haikus)
Das Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die heute weltweit verbreitet ist. Das (oder der) Haiku gilt als die kürzeste Gedichtform der Welt. Japanische Haikus bestehen in der Regel aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Silben. Oft drückt es eine ganze Philosophie, ein ganzes Leben aus. Ein Haiku ist konkret. Gegenstand ist normalerweise ein Naturgegenstand - außerhalb der menschlichen Natur. Issa brach zuweilen mit der konventionellen 5-7-5-Form. Seinen Werken, liegt eine tiefe Liebe zu Mensch und Kreatur zugrunde, oft mit Humor gewürzt. Ich breche den Inhalt der Form. Meine Haikus haben die Tragödie Mensch zum Inhalt.
Vorwort
Das japanische Haiku öffnet eine Tür – zu einem leeren Raum. Es hat siebzehn oder neunzehn Silben; ich kann mir nie genau merken, wie viele, und ich glaube, für Nicht-Japaner spielt das auch keine Rolle. Das Haiku lässt eine solche Freiheit zu. Es muss lediglich schnell genug zum Abschluss kommen. Ob beabsichtigt oder nicht: Es verdichtet einen Gedanken – oder ein Leben – in eben jene siebzehn Silben.
Meine Verse kreisen oft um das „Sacco-Syndrom“ – ein Leiden, verursacht durch eine Religion, die Gewalt verkörpert und verherrlicht und an deren Spitze die Menschen einen Gott der Gewalt gestellt haben, oder vielmehr das *Bild* eines solchen Gottes. Denn wahre Götter sind stets gewaltlos. Sie sind nicht wahnsinnig. Menschen hingegen sind oft wahnsinnig – besessen von Rache, Grausamkeit und Gewalt, selbst gegen Kinder.
Oberflächlich betrachtet wirkt das japanische Haiku meist zart. Es ist voller Andeutungen. Oft führt es ein wenig von der Realität fort; so kann Regen darin den Tod symbolisieren. Das „Sacco-Haiku“ hingegen bewirkt meist das Gegenteil. Es löst Symbole auf und stellt sich der Realität – gerade dort, wo diese Realität verdrängt wird. Auch das ist Zen: die Schule der Erleuchtung im Hinblick auf die Wirklichkeit. Licht muss in die Religionen gebracht werden – Licht, Vernunft und Objektivität.
Ein Haiku sollte auch dazu imstande sein zu töten – genauer gesagt: Dogmen zu töten, die schwere seelische Leiden verursachen. In solchen Momenten muss der Dichter stärker sein als das Dogma, sonst wird es ihn verschlingen. Und der Leser muss sich darüber im Klaren sein, ob er stark genug ist, sich an der Zerstörung dieses Dogmas zu beteiligen. So muss Jahwe überall dort sterben, wo er grausames Töten und Foltern befiehlt und sich damit als menschliche Erfindung zu erkennen gibt. „Er“ befiehlt seinem Volk, die Kanaaniter in einem Akt des Völkermords auszurotten – bis hin zum kleinsten Kind. Er befiehlt das Verbrennen bei lebendigem Leib und die Steinigung. In diesen Fällen wird Jahwe politisiert und sowohl von Politikern als auch von Geistlichen für eigene Zwecke instrumentalisiert.
Und so müssen auch die drei Götter der Bibel sterben, da sie offensichtlich die Erfindungen überaus grausamer Menschen sind. Kein wahrer Gott wirft Ungläubige – oder die Kinder von Ungläubigen oder Sünder – in einen Feuersee, um sie dort „in alle Ewigkeit“ zu quälen. Die Apokalypse und die Hölle sind bloße Kirchenpropaganda; sie sollen auf Kinder Eindruck machen. Doch sie machen Kinder krank – ja sogar todkrank. Hier wird Gewalt in religiöse Worte gefasst; hier wird, wie Bischöfin Käßmann es ausdrückt, Gott gelästert. Kein wahrer Gott unterhält tatsächlich eine Hölle – jene oft als ewig beschriebene Strafkolonie, jenes ewige Konzentrationslager. Schon der Gedanke, Gott könne grausamer sein als Hitler, ist ungeheuerlich. Es handelt sich um ein klerikales Konstrukt, das es verdient, abgeschafft zu werden. Wer sich dieser Ablehnung nicht anschließt, ist kein Feigling; er wird lediglich von einer – meist unbewussten – Angst vor dem Eingreifen zurückgehalten. Selbst eingefleischte Fundamentalisten handeln oft aus Angst so hart, so verbrecherisch. Nur selten sind sie kalte, berechnende Naturen. Doch auch dann sind sie krank. Vollkommene psychische Gesundheit ist ein geschätzter, aber schwer zu fassender Freund. Im Kern der menschlichen Existenz liegt die Angst.
Berglöwin
Du leitest mich zur Brücke,
von Spinnen gewebt
an Herbsttagen
Der Freund
Dass er trinke aus seinem Glas,
dem Freund gab er´s
Bittermandelsaft
Der Kuss
Der letzte Kuss
er schmerzt schon lang auf Zimmer acht
Rosenbringerin
Am Lagazuoi, Südtirol
Dein Gipfel umkämpft
Deutschland gegen alle.
Knödel gegen Pizza.
Im Sturm
So bewegt deine Wasser
So ruhig dein Horizont
Ostseestrand
Der Freudsche Denkfehler
Kastrieren
darf dein Vater dich nicht
Aber Gott darf dich verbrennen
Keine Gefahr
Schön ists in den Domen
und ohne Gefahr,
wenn du nicht glaubst
Das Pferd
Auf hohen Weiden
hört es sein Rufen, wenn´s Nacht wird
Geschecktes Pferd
Ein hoher Preis
Der Preis ist hoch
den Heiligen
die Heiligkeit zu nehmen
Bibelgott
Wie kann von Sünde
reden, der selbst der
allergrößte Sünder ist.
Du liebst Jesus
Du bist nicht dabei,
bei denen, die er grillen will
Jesus liebt dich
Dame in Rot
Du Dame in Rot, rot sind deine Lippen
rauh deine Hand
Herzblutrot
Die Außerirdischen
Wenn sie hören,
was wir hier glauben,
drehen sie wieder ab
Frei nach Nietzsche
Siehst du einen Heiligen
mit Heiligenschein,
ist Folter nicht weit
Unser Schöpfer
Er ist lange vor unserer
Schöpfung vor Langeweile
verstorben
Sterbebegleitung
Verweigerer letzter Hilfe,
sieh´s kleine Mal,
schwarz auf deinem Arm.
Schwarze Seele
Die Seele des schwarzen Buches
ist ebenso wie ihr Umschlag:
schwarz
Schöne Schöpfung
Rosen, sie kommen uns
schön vor.
Die Abwehr der Depression.
Nach dem Sturm
Auf hartem Holz, im sichren Boot
übers Meer, lau jetzt.
Passatwinde
Unzurechnungsfähigkeit
Solang es Höllen gibt
in der Welt, sind wir
unzurechnungsfähig.
Tauben und Dohlen
Weiß und schwarz im Sonnenlicht
doch auch die Tauben sind schwarz
In der Nacht
Die Würde Gottes
Die Würde Gottes
ist unantastbar.
Auch für unsere Kirchen
Mein Jesus
Wie erkennst du meinen Jesus?
Er trägt keinen
Heiligenschein.
Der Autist
Hast begriffen, wie die Welt ist
und wie die Hölle ist
Schrei nur Kind
Der Missionar
Auf schwerem Boot übers Meer
Bananen im Gepäck
Schuld im Gepäck
Die schizophrenogene Mutter
Das Gebet: Lieber Gott, mach mich
fromm, dass ich nicht
in die Hölle komm.
Übers Meer
Noch schwerer Sand in deinem nassen Fell
alte Berglöwin
Dezemberwellen
Vor dem Sturm
Ostwind treibt die Wellen,
hellbrauner Schaum, Treibgut.
Das Fest der Möwen.
Was Flechten brauchen
Den Stein, das klare Wasser,
etwas Sonne, etwas Luft,
etwas Glück.
Außer Kontrolle
Sobald Höllenangst im Spiel ist,
gerät alles
außer Kontrolle
Mittäterin in Auschwitz: Joh. 8,44
Sie bezeichnet die Juden
als die Söhne des Teufels:
Die Bibel
Abendmahl III
Ein schönes Gefühl,
irgendwie erleichtert:
Knapp dem Kreuz entronnen
Keine Gefahr
Schön ists in den Domen
und ohne Gefahr -
wenn du nicht glaubst
Hitler beklagt sich
Euer Heil Hitler – Schreien
hat mir geklungen wie:
„Heilig Hitler“
Gott wehrt sich
Vor jede mir unterstellte
Schweinerei setzt ihr ein
„Heilig“
Das Helfersyndrom
Du hast Angst vor der Hölle,
deine Lösung ists Helfen:
Bergpredigt
Werners Unterbewusstsein
„Ich glaub wirklich nicht an die Hölle,
auch nicht im
Unterbewussten"
Am Morgen
Rosen hatten wir gesucht
hatten Veilchen gefunden.
Unterm Moos
Das Kreuz der Christen
Verklärtes Lächeln
beim Anblick eines Kreuzes
Vergebung winkt euch
In der Geschlossenen
Meist ist es Kirche,
die den Geist verwirrt:
Der Foltergott. Der Feuergott.
Irrenhäuser
Kinder werden gezwungen,
einen Irren anzubeten:
In Kirchen
Was ihr seid
Ihr seid Atheisten, sagt ihr.
Der harte Kern der Gläubigen,
sage ich.
Der Freund fühlt sich schlecht
Ists der Wein aus meinem Garten?
Ist es die Blutkirsche
aus Deinem?
Das Neue Evangelium
Nicht mehr eure Schuld:
Das Zeichen eures Leides:
Das Kreuz
Verrücktheiten
Mildernde Umstände,
sie gelten für uns Menschen.
Nicht für Gott
Schuldunfähigkeit nach §19StGB
Unsere Kirchen geben
unsern Kindern Schuld:
Am Jesustod
Der Fortschritt (Paderborner Dom, Margaretenaltar)
Die Kirche kocht ihre Sünder
nicht mehr selbst,
sie lässt Jesus kochen
Auschwitz war nicht umsonst
Es gibt ein paar Deutsche,
die gegen jeden Holocaust sind:
Die Sintflut
Auf Sylt gehört von Pastor Traugott Giesen
Liebe Gläubige, ihr seid
Mittäter
an der Kreuzigung Jesu
Asperger-Syndrom
Gefühle machen oft
wahnsinnige Angst
Angst vor der Hölle
Die schizophrenogene Kirche
Ihr Kinder! Betet um die Gnade Jesu
beim Jüngsten Gericht
Glaubt!
Wunder Schöpfung?
Ein Fleischfresser als Geschöpf
Das wär von Gott
unchristlich gewesen
Atheistische Analytiker
Analytiker verstehen
es perfekt,
Gott in Schutz zu nehmen
Schizophrenie
Auf dem Hinterhof der Hölle
ists nicht so heiß, Hans.
Ruh dich aus.
Bundeskanzlerin Merkel
in der Tageschau 13.1. 2008
"Gewalt in unserem Staat -
in welcher Form auch immer -
ist nicht akzeptabel."
Christentum, Definition
Religion, eine von fünftausend,
die schlauste,
die brutalste.
Eine Doppelfunktion
Das Kreuz hat sie:
einmal: Schuld einreden,
dann: sie vielleicht vergeben.
Gomorrha II
Gott ist nie als Macht denkbar,
immer nur als Ohnmacht:
Die Liebe
Hölle
Ein KZ – Vorsteher
mitten in Deutschland entdeckt:
Bibelgott
Religion und Wahnsinn
Rechter Wahnsinn kommt durch
wahnsinnigen Schreck,
und wahnsinnige Angst
Gar nichts
Die Psychiater tun schon
was gegen die Kirche -
nämlich gar nichts
Bibeljesus sagts uns
Ein Auge sich ausreißen
ist besser
als meine Hölle
Bischöfinnen
… soll es geben,
die den Täter eines
Holocausts anbeten
Buddha zeigt Mitleid
Buddha, man stiehlt Dir
Dein Lächeln
Deine Mutter in der Folter
