Sigusch und Freud über Pädophilie
von Frank Sacco

 

Durch die Zeitungen gehen seit Jahren erschreckende Berichte über harten Sex mit Kindern und Babys. Das ist wirklich widerlich. Doch nach der Literatur gibt es auch Sexualität zwischen Kindern und Erwachsenen, in der Anwendung von Gewalt vermieden wird. Ob sie psychisch für die Kleinen unschädlich ist, wird heute dennoch sehr bezweifelt. Aber diese Fälle landen schlicht nicht auf der ersten Seite der Tagespresse.

Bezüglich Pädophilie ist der Hamburger Sexualwissenschaftler Dr. E. Sigusch zu dem Resultat gelangt, der Pädophile sei „eher sanftmütig als aggressiv, eher triebschwach“. Er wolle „nicht mit dem Kind koitieren… sondern streicheln und gestreichelt werden“. Nur selten komme es zur Penetration oder zum Samenerguss. Befragungen von Kinderprostituierten hätten das bestätigt. „Sie sind lieb“ sagt eine 9-jährige Prostituierte. Anders der sexuelle Missbrauch Jugendlicher von Erwachsenen. Da gehe es rabiat und „lieblos“ zur Sache.

Durch einen eigenen Eindruck kann ich die Thesen verstehen. Auf zwei Seiten beim Thema Sacco-Syndrom hatten Ausländer zwei Kinderpornoseiten installiert. Ich brachte das jeweils am Tag nach der Entdeckung zur Strafanzeige. Verwundert war ich, dass auf den vielen Porno-Bildern die Kleinen offensichtlich Freude am „Spiel“ Sex hatten. Kein Kind weinte oder sah unglücklich aus. Im Gegenteil. Bornemann schreibt dazu, erst die Aufarbeitung des Missbrauches durch Richter und Eltern würde den Kindern quasi einreden, körperlich und seelisch verletzt worden zu sein. Text: „Mittlerweile gilt es unter Sexualpädagogen als erwiesen, dass freiwilliger Geschlechtsverkehr eines Kindes mit Menschen anderer Altersstufen ihm keinen Schaden bringt, sondern dass es die polizeilichen und gerichtlichen Befragungen sind, die den eigentlichen Schaden in der Seele des Kindes erzeugten.“ Das Buch wurde 1988 gedruckt.

Auch Freud war dieser Meinung (siehe Krankengeschichte Katharina in Studien über Hysterie). Das sexuelle Erlebnis in der frühen Kindheit sei ohne schlechte Wirkung („wirkungslos“). Erst die spätere Erinnerung bewirke das Trauma, „wenn sich der Jungfrau oder Frau das Verständnis des sexuellen Lebens erschlossen hat“. Ich sage: Wenn also klar wird, dass man als Kleinkind ein religiöses Tabu gebrochen hat. Der ausgedachte Christengott sieht halt alles und ist überwiegend unter jeder Bettdecke zuhause. Ein armseliges Zuhause. Die Fälle weiblicher Hysterie im o. g. Buch zeigen prüde und keusch erzogene Frauen, die in aller Regel völlig  harmlose kindlich-sexuelle Erlebnisse in der Vorgeschichte hatten.

Allermeist seien es nicht Erwachsene, die die später als Trauma empfundenen Sexualität tätigten, sondern „ältere Kinder“. Da schmiegte sich ein Kind an die Gouvernante (!) oder an die Frau Mamma (!). Das Tier Mensch ist das einzige Tier, das nicht mit der Mamma kopulieren darf. Ursache: Nur der Mensch hat Religion und religiöse Tabus. Freud wusste, dass Neurosen mit Sexualität zusammenhingen. Er verdrängte hingegen das Religiöse und damit religiöse Zusammenhänge, wo er konnte. Freud setzte sich für das „Gegenteil“ einer „Durchdringung“ der Analyse mit Gedanken und Gesprächen über Religion ein (in „Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung“). Doch so kann man Psychiatrie nicht machen! Seine neurotische Massivangst übertrug Freud auf die nachfolgenden Fachärzte und Psychologen bis in die heutige Zeit.