In jedem Mittelalter, so auch in unserem, versucht man krampfhaft, psychische Störungen als organisch bedingt zu erklären. In Zeiten der Aufklärung ist es anders.

So investiert die heutige Forschung Milliarden in die Aufklärung möglicher genetischer Ursachen der Schizophrenie. Allein Ted Stanley stiftete 825 Millionen Dollar dem Broad Institute in Cambridge, USA. Das Ergebnis ist sehr mager und sehr spekulativ: Weil zu viele Kontaktstellen vom C4-Marker erkannt werden, kappen die Fresszellen zu viele der neuronale Kabel, so im Der Spiegel 5/2016. Doch der leitende Hirnforscher gibt zu: Aber das sind natürlich noch unausgegorene Ideen. Grafik: Sacco

 

 

Billiger ist, bekanntes Wissen neu zu verstehen und zu verinnerlichen und sich einfach zu fragen: Kann man bei derartigen Traumen in der Krankheitsgeschichte überhaupt anders als massiv psychisch geschädigt werden? Die Antwort ist: Nein. Die ernsthafte Androhung ewiger Folter hinterlässt natürlich bei nahezu  jedem Kind Folgen. Alles andere wäre ein Wunder.

Die Ängste bei der Schizophrenie kommen, im Gegensatz zum Autismus, zeitlich relativ spät auf das Individuum zu. Die oft von Therapeuten „gesehene“ oder vermutete Liebe zu Gott ist in Wirklichkeit Angst vor seiner Strafe. Die Strafe Gottes bedeutet für den Schizophrenen die Gottstrafe Hölle. Anders straft ein Bibelgott nun einmal nicht. Zwischentöne sind nicht seine Sache. Religiosität ist hier nur in der Beschwichtigung Gottes eine „Hilfe“. Primär schadet heutige christliche Religion dem Erkrankten, weil der Gott der Christen mit seiner Sintflut ein gewissenloser Schwerverbrecher ist, der in seinem höchsten Gebot sogar vorschreibt, ihn lieben zu müssen. Bis zu 30 % der Schizophrenen sollen offen und regelmäßig religiöse Themen äußern, fühlen sich „vom Teufel verfolgt“, plagen sich „wegen vermeintlicher Sünden“, suizidieren sich oder verstümmeln sich teilweise selbst (Quelle: Medical Tribune, 17.12. 2004). In Wirklichkeit aber, so lehrte J. H. Plokker (geboren 1907) in „Zerrbilder“, beschäftigen sich Schizophrene „bevorzugt mit tiefsinnigen metaphysischen und religiösen Problemen“. Sie halten die Drohbotschaft der Amtskirchen, die ewige Feuerhölle, nicht aus. Kein Kind hält sie aus. Jedes Kind verarbeitet sie aber anders. Schizophrene flüchten aus dieser Welt in eine besser auszuhaltende Wahnwelt. Sie flüchten vor einer angedrohten Realität, die keine Realität ist. Denn welcher Gott hat schon nach Auschwitz wirklich Lust auf ein neuerliches Auschwitz unter seiner Führung? Gott ist das Hauptthema auf den geschlossenen Abteilungen. Das Buch Zerrbilder quillt quasi über mit Botschaften über Hölle, Marter, Weltuntergang, Verbrennungen, Hinrichtungen, Unsicherheiten, Ängsten und dem Tod. Während Plokker seinen Patienten noch zuhörte und über ihre Gemälde ihren Wahn verstehen wollte, unterhält man sich als heutiger Psychiater nicht mehr über Religion. Man lehnt das kategorisch ab und verschreibt bei einer psychisch bedingten Angsterkrankung, der Schizophrenie, persönlichkeitsumformende Neuroleptika mit schwersten Nebenwirkungen. Stattdessen sollte man das Trauma verstehen lernen: Das Trauma ist in unseren Breiten das Christentum mit seiner offen gepredigten Drohbotschaft Hölle. Heutige Analytiker fassen die Beschäftigung ihrer Kranken mit Höllenängsten als Symptom der Krankheit und nicht als deren Ursache auf. Belegen können sie diese Auffassung allerdings nicht. Sie ist schlicht falsch. Zum Bild: von einer Schizophrenen angefertigt: Es zeigt die Angst. Es zeigt den Grund der Angst, die alles sehenden göttlichen Augen. Es zeigt auch eine "Lösung". Hierzu ein Gedicht:

 

Anna

Anna war knapp acht,
da gab Mutter sie das erste Mal in der Kirche ab.
Sie war ein Kind der Liebe.
Sie bekam nie Hiebe.

Pastor Heuer erzählt ihr die Sintflutgeschichte:
„Anna, das ist eine große Hoffnungsgeschichte,
denn in der großen Wassernot,
erspart Gott Noah den Ertränkungstod.“

Auf dem Nachhauseweg machte Anna an einem Baume halt.
Von zuhaus her kannte sie nichts von solcher Gewalt.

Die nächste Woche der Pastor erzählt,
was unsre Anna noch mehr quält,
wie Lot aus Sodom rannte,
sich umsah und sah, wie seine Familie verbrannte

Auf dem Nachhauseweg machte Anna an einem Baume halt,
von zuhaus her kannte sie nichts von solcher Gewalt.
Sie dachte an das Flammenmeer.
Sie sagte den ganzen Tag nichts mehr.

Die nächste Woche die Mutter wartet,
sie hatte Anna um vier erwartet.
„Trink sein Blut“, hat er gesagt, der Pastor Heuer,
„dann kommst du in den Himmel und nicht ins Feuer.“
Und dann hat der Pastor noch angefangen,
der am Kreuz sei für Annas Sünden ans Kreuz gegangen.
Auf dem Nachhauseweg machte Anna an einem Baume halt.
Als man sie fand, da war sie schon kalt.

 

Der deutsche Prediger Reinhard Bonnke schickt sich an, Afrika verrückt zu machen. Er brüllt in einer Nacht 200.000 (!) Afrikanern das Evangelium ins Gehirn: „Jeder, der nicht Jesus Christus als Retter anerkennt, fährt senkrecht zur Hölle“. Dahin wollen die Nigerianer nicht. Säckeweise werden Spendengelder weggefahren. Die Bücher Bonnkes werden 140 Millionen Mal gedruckt. Genau 1.723.652 Bekehrte „brachte die Ernte des Mähdreschers Gottes“, so im Fokus 3/2002. Seinen Siegeszug erlebt das Christentum nur durch Angstmacherei. In mit Stacheldraht eingezäunten Fußballfeldern wird den aus Gott-Angst schizophren gewordenen Afrikanern der mit Gewalt erst eingetriebene Teufel dann wieder ausgetrieben. Das kostet wiederum: 200 Euro. Man verdient auf diese Weise als Priester doppelt.

Die regelmäßige Ursache der Schizophrenie erfasst auf einer Doppelseite (!) der bildende Künstler Benjamin Güdel im Zeit-Magazin vom 20. 3. 2014, das sich mit Ai Weiwei und der Psychose einer Lea befasst. Während die Mutter Leas und ihre Psychiater vor einem Rätsel stehen, zeigt uns Güdel die Angst der Erkrankten: Die Angst vor der Hölle und den ihn ihr Dienst tuenden Teufeln. Diese Angst bringt sie auch zum Ausdruck, ohne dass jedoch überhaupt jemand diese Äußerungen ernst nimmt – außer Güdel natürlich: 16 Jahre Angst" vor der „Wohnung“ des Teufels, der Hölle. Fast obligatorisch ist ein hoher IQ. Lea hat 142. Fast obligatorisch ist auch eine zu Krankheitsbeginn verstärkte Realitätssicht, die in die vorschizophrene Depression führt, eine Depression, die (nach Freud) mit dem späteren Wahn mehr oder weniger erfolgreich bekämpft wird. Freud schreibt: Neurose wie Psychose sind also beide Ausdruck der Rebellion... gegen die Außenwelt.... Der Psychotiker bastele sich eine neue Realität. Er verschaffe sich neue Wahrnehmungen, wie sie der neuen Realität entsprechen würden, was in gründlichster Weise auf dem Wege der Halluzination erreicht wird, so Freud. Die Halluzination, so schlimm sie auch von außen betrachtet erscheinen mag, ist vom Kranken selbst gemacht und ein Heilungsversuch. Wer glaubt, er sei Jesus, ist vor dem Holocaust Apokalypse geschützt. Wo die Psychose in die rettende Wahnidee abgleite, gleite die Neurose in die Phantasie ab - also auch in einen Realitätsverlust, so Freud.

Die ursprünglich so genaue Realitätssicht, die, da nicht auszuhalten, durch eine andere (schizophrene) ersetzt werden muss, hat Lea von der Mutter gelernt. Insofern gibt es sie schon, die "schizophrenogenen Mütter". Lea "mochte keine traurigen Märchen..., sie litt mit jedem Wurm auf der Straße, genau wie ich...", so die Mutter. Natürlich ist eine schizophrenogene Mutter nirgendwo bzw. keineswegs automatisch eine schuldige Mutter. Anstatt Eltern aber diesen Zusammenhang in aller Ruhe zu erklären, fügte sich unsere Psychiatrie der Lobby der Mütter und strich den schon erbrachten Beweis (der schizophenogen Mütter) aus dem Repertoire. Liebe Mütter psychisch kranker Kinder: Ihr müsst da durch. Ihr werdet es überstehen. Ihr seid so, weil ihr selbst als Kinder vom Klerus missbraucht wurdet.

Den Aufenthalt Leas in einem Nonnen-geführten Internat sehe ich als problematisch an. Da die dortigen Gebete, Gott möge das Kind gesund machen, nicht gehört werden bzw. sich nicht erfüllen, muss Lea davon ausgehen, dass ihr Gott ihr zürnt. Wem der Juden-Christengott aber zürnt, den straft er. Womit? Mit Verrücktheiten wie einem ewigen Feuer oder einer ewigen Depression. Welches empfindsame Kind hält das aus? Welches Kind hält dieses verrückte Gottesbild aus? Nun, Lea schon gar nicht. Zudem wird man Lea vermittelt haben, ihre Krankheit sei gottgewollt und wenn sie fleißig bete, würde er sie vielleicht heilen. Nun, um eine Hepatitis C zu heilen, sollte man lieber zu einem Arzt statt zu einem Gott gehen.

In der Einleitung des Buches „Die Offenbarung des Johannes“, Fischer-Verlag, berichtet Will Senf von seinem Freund Ben. Die Apokalypse der Bibel hatte Ben fest im Griff. Er predigte und wurde als Angstpatient schizophren.  Von Furien seines Verstandes wurde er „tyrannisiert“. Zwar erkannte er: die Bibel ist hier „abergläubiger Schwachsinn“, doch sein Unbewusstes verurteilte ihn als Sünder zur Höllenstrafe. Mit 28 Jahren beging Ben Suizid.

Will Self wohnte in der Nähe einer psychiatrischen Klinik, dem Royal Free Hospital. Ihm fällt auf: „Jeder Dritte“ Schizophrene habe den Text der Offenbarung deklamiert. Den Text nennt Senf „pervers“. Er sei ein „Wust‘“ der Gewalt mit übler Kulturfeindlichkeit mit einem „verderblichen Effekt‘“. Er geht ins Internet: 2.666.896 Webseiten beschäftigen sich mit der Story der Apokalypse. Im Netz trifft er auf einen „psychotischen Alptraum“, auf „Schreie, die Vergebung möchten“.

Nach Selfs Einleitung kommt der Bibeltext: Jesus, der Sohn Gottes, habe „Augen wie Feuerflammen“. Die Kinder einer Prostituierten wolle er „zu Tode schlagen“. Das passt doch nun wirklich nicht zu einem kinderlieben Jesus. Nein, hier wird der wirkliche Jesus, die Liebe, von einem unheiligen Buch, der Bibel, vergewaltigt. Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer trat wegen der Grausamkeiten der Kirchen aus. Das sagte sie mir 2009 in der Ärztekammer Hannover. Der damalige Protokollführer weigert sich bis heute, das in sein Protokoll aufzunehmen. Doch weiter: Die Bibel spricht dann von Folterungen wie Ertränken und Verbrennen von Sündern – in einem „feurigen Pfuhl“. Die Sünder „werden gequält werden mit Feuer und Schwefel … und der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Eine Ewigkeit ist der Bibel da nicht einmal genug. Solche Aussagen machen Angst. Sie machen über maximale Ängste schizophren. Vorher versuchen etliche Patienten, sich mit Haschisch und Drogen zu betäuben.

Den ursächlichen Zusammenhang Religion – Schizophrenie beweist uns auch die DGPPN  im „Fallbuch Spiritualität in Psychotherapie und Psychiatrie“. Von den dortigen 20 Fällen sind 17 schwere Sacco-Syndrome (www.religionsmedizin.de) und 6 der 17 religiös bedingte Schizophrenien. Ängste vor der Hölle werden geäußert. Die Bibel ist nicht jugendfrei. Sie gehört auf den Index. Auf jeden Fall ist es für Mitglieder überfällig und verantwortungsbewusst, analog der Vizepräsidentin aus der evangelischen oder katholischen Kirche auszutreten. Die Nebenwirkungen von Kirche sind einfach zu hoch.

Die vorschizophrene Depression ist eine andauernde Beschäftigung mit der Religion (nach S. Freud), bzw. dem Wahnsinn Religion, und eine schier endlose Qual. Sie ist eine irdische Hölle. In der Schizophrenie wird dann eine schützende Wand zwischen der Welt und dem Erkrankten von ihm selbst errichtet. Seine einzige Gesellschaft wird er sich selbst. Das ist ein Tod im Leben aus lauter Angst vor diesem Leben mit der eingeredeten Option einer ewigen Hölle. Diese wird ja heute im Programm beider Kirchen wieder ganz offiziell gepredigt und auf vielfältigste Weise besungen. Seit Mitte der achziger Jahre ist fundamentalistische Ausrichtung unserer Religion wieder im Vormarsch. 50 meiner Kirchenlieder gehen über die Hölle, 50 über den Teufel und 150 über die Gnade, die möglicherweise zugesprochen werde, um dieser Hölle zu entkommen. Das sind 250 Lieder! Freud und Leid nimmt im seelischen Erleben Schizophrener ab. Der Kranke wird, wenn Sie so wollen, Buddhist. Buddhismus ist ebenfalls eine Form der Leidreduktion. Man strebt zwei Dinge an: Keine Freude zu empfinden und kein Leid. Doch dazu später. Das Abendmahl mit seiner Schuldzuschreibung bezüglich des Kreuzestodes Jesu ist nichts für Psychotiker. Hier wird nach Paragraph 20 StGB Schuldunfähigen an diesem Paragraphen vorbei die Schuld an einem, nach der Staatsanwaltschaft Flensburg nicht begangenen Foltermord angelastet.

Psychotiker gehören daher - wie auch Kinder - nicht in eine Kirche. Auch nicht in die Krankenhauskapelle.

So etwas lehrte schon Nietzsche. Erwachsenen-Schizophrenie entsteht als Angsterkrankung durch Realangst vor dieser Erde und durch lediglich eingeredete, überflüssige Gottangst. Inwieweit genetische Faktoren begleitend wirken, ist unbekannt. Verwertbare Zwillingsforschung gibt es nicht. „Die Psychoanalyse zeigt aber, dass alles Unheil der menschlichen Psyche der Angst des Menschen entstammt“, so Eugen Drewermann, der mir schreibt, die Tätlichkeiten der Kirchen seien ein Fall für verschiedene Ministerien. Er denke da wie ich. Die Angst, die im menschlichen Urgrund liegt, ist so „grenzenlos“ wie die ewige Hölle ewig ist. Grenzenlos sind die Qualen der Schizophrenen gewesen, bevor sie in einem geistigen Suizid ihre Seelen hingaben. Sie gehören damit zu den wahren Heiligen. Sie sind zumeist Opfer der Kirchen bzw ihrer Glaubensgemeinschaften. Da sie psychischen Terror ausüben, der Opfer produziert, sind unsere Amtskirchen terroristischen Vereinigungen gleichzusetzen.

Eugen Drewermann schreibt, es mache Sinn, in einer Psychose (die Schizophrenie ist eine, der Verf.) einen qualitativen Umschlag von bestimmten neurotischen Konflikten aufgrund einer quantitativen Steigerung ihrer Dynamik zu erblicken. „Auch die Religion mit ihren fundamentalistisch interpretierten Höllenphantasien... kann auslösend wie verstärkend an solchen psychotischen Prozesse beteiligt sein“, so der Therapeut. Die Patienten kämen nicht darauf, dass die Kirche seit Kindertagen ein Gottesbild in ihre Seele gepflanzt habe, das sich von dem gängigen eines Teufels kaum unterscheiden lasse (ich würde das „kaum“ in ein „nicht“ umwandeln, der Verf.). Die Angst des Menschen wird so ins „Unendliche“ getrieben. Drewermanns sinnvolle Überlegungen und Schussfolgerungen decken sich mit meinen ärztlichen Erfahrungen und wir können sie heute als bewiesen ansehen. Psychiater müssen bei Drewermann also auf die Schulbank. Und höllenpredigende Kleriker wie Bischof N. Schneider machen sich strafbar, solange sie keine Unterschrift Gottes unter der Bibel vorweisen können. Ein Märchenbuch wird Gott aber nicht unterschreiben. Zum Bild: den Text habe ich zur besseren Lesbarkeit noch einmal - und zwar mittig  - eingefügt. Es bildet eine Bewusstseinsspaltung ab: Hier hat ein älterer Psychotiker sich mit seiner schrecklichen Religion insofern arrangiert, als dass er nicht mehr entsetzt und traurig, sondern eher heiter daherkommt. Sihe Bild.

 

 

 

Schizophrene kommen mit "Gottes" Grausamkeiten nicht zurecht. Sie sind die bei weitem häufigste Ursache ihrer Erkrankung. Das Grausame muss daher "heiter" gesehen werden - und damit Gott als unschuldig - sündenfrei.

Schon Freud wusste und lehrte, dass die Psychose zumeist eine erlebnisbedingte Angststörung ist. Anders als bei der Neurose, die von der Realität nichts wissen will helfe sich der Psychotiker durch Realitätsverleugnung (Das Lesebuch, S. Fischer). Er suche sie zu ersetzen durch eine neue Wahrnehmung, und sei bemüht, sich solche Wahrnehmungen zu verschaffen, wie sie der neuen Realität entsprechen würden, was in gründlichster Weise auf dem Wege der Halluzination erreicht wird. Schon Bleuler (1911) und später C. G. Jung, so Freud in „Kurzer Abriss der Psychoanalyse“, hätten in „wahrscheinlich endgültiger Weise“ lebensgeschichtliche Traumen für die Psychose-Entstehung verantwortlich gemacht. Schon Jung war das Sacco-Syndrom bei Psychotikern klar. Freud forderte die Anwendung der Psychoanalyse bei der „funktionellen“ Schizophrenie, der Schizophrenie also, der ursächlich ein „Komplex“ zugrunde liegt. Ein Komplex besteht aus einem Trauma und seiner Verdrängung. Freud lag nur grundverkehrt in seiner Annahme, Kastrationsangst sei das wesentliche Trauma in der Genese psychischer Erkrankungen: Es ist nach Karl Jaspers die Gottangst, die Angst vor jenseitigen Strafen. So starben also diejenigen Analytiker, die eine Analyse „nach Freud“ bei Psychotikern durchführten, wie die Fliegen. Ursache war Freuds Kardinalfehler, Gottangst mit Kastrationsangst zu vertauschen. Er verwechselte zum Eigenschutz einen Gott-Gläubiger-Konflikt also mit einem Vater-Sohn Konflikt. Man zog sich also als Analytiker in Übertragungen die Gottangst der Schizophrenen zu und lief somit in das Messer des Sacco-Syndroms.

Ein konstruiertes Beispiel: Ein Psychotiker sagt, er habe sich gegen den Heiligen Geist versündigt. Der Analytiker will helfen und sagt in der irrigen Annahme, er sei Atheist: „Scheiß Heiliger Geist“. Schon hat er selbst die Sündengefühle übertragen bekommen, die seinen Klient erkrankten ließen. Der Klient wird gesund, sei Arzt aber erhängt sich. So wurde die Psychiatrie ängstlich. Man negierte zur eigenen Sicherheit die ursächlichen Wirkungen der christlichen Religion, begab sich in die Fänge des Macht- und Wirtschaftsapparates Kirche und setzte statt Analyse der Einfachheit und „Sicherheit“ halber stark sedierende Neuroleptika und eine passende „Unterbringung“ der Erkrankten z. B. in Einrichtungen der Kirche ein. Man verheiratete sich mit der Kirche. Erst heute steht mit der EAT eine Behandlungsform zur Psychose-Therapie zur Verfügung. Sie geht die zugrunde liegende verdrängte Gottangst direkt an und macht, da sie Gottangst voraussetzt, eine individuelle Analyse überflüssig. Auch die heute noch hohe Suizidalität bei Psychotherapeuten beruht auf ihrer Unkenntnis, welche Angst sie eigentlich behandeln. Schon Nietzsche war hier aufgeklärter als die heutige Psychiatrie. Er benötigte nur einen „flüchtigen Gang" über die Flure einer Psychiatrie, um den Verursacher der Psychosen auszumachen: Unsere Großkirchen.

Auch der Analytiker N. Frenkle bringt die Dinge auf den Punkt. Schizophrenie ist eine starke Neurose, also eine erlebnisbedingte und damit durch Gespräche heilbare Krankheit. Es ist ein Ausweichmanöver, eine Totalflucht aus einer zu erdrückenden Außenrealität in eine Innenrealität mit einer Besetzung des Ichs durch dieselbe. In der Psychose zerstört der Erkrankte sein von außen bedrohtes Ich und ersetzt es durch ein Unbedrohbares. Und was kann ein Ich besser und effektiver bedrohen und zerstören als das Predigen einer ewigen Feuerhölle, auf das sich Bischof Schneider und seine EKD ja bestens verstehen und die Schneider eine Strafanzeige wegen Kindesmisshandlung einbrachte? Frenkle, zu seiner Zeit wahrscheinlich der beste Analytiker war, beklagt zu Recht den sehr mangelhaften Ausbildungsstand vieler heutiger Ärzte mit dem Zusatztitel Psychotherapie. Ein strafender Gott sei nichts anderes als ein Teufel (Quelle: Vom Werden und Sein des Menschen). Durch derartige Angstmacherei stagniere die Entwicklung eines Kindes. Es würden Psychosen verursacht. Man habe durch Höllenpredigen ständig geschädigt und krank gemacht und Positives sei dadurch nicht entstanden. Geradezu lächerlich ist das Statement heutiger Psychiater, man würde heute nicht mehr an die Hölle glauben. Was der Mensch glaubt, weiß er nicht. Es ist ihm unbewusst. Gerade Nervenärzte sollten das wissen.

Nur eine der Katastrophen in der Medizin ist die Schublade Schizophrenie, in die alles kommt, was sich religiös bedrängt fühlt - zu Recht bedrängt fühlt und darüber in Anwesenheit eines Psychiaters spricht. In dieser Schublade gibt es keine analytisch ausgerichtete, die Ursachen aufdeckende Psychotherapie. Es gibt nur dauerhaft schädigende Neuroleptika und teure Daueraufenthalte in geschlossenen Abteilungen. Die Psychiaterin A. Haufe und ihr Kollege D.-E. Krause stellen in „Der Weg in eine andere Welt“ eine Frau vor. „Sie saß fast regungslos, grau, unscheinbar und gebeugt auf der Stuhlkante. Zögernd drückte sie aus, dass sie jetzt bestraft werde, weil sie sich in ihrer Jugend versündigt habe.“ Sie wollte sich das Leben nehmen. Das sei eine Psychose, eine paranoide Schizophrenie, meinen die Autoren. Der Begriff Psychose beschreibe „Veränderungen erheblichen Ausmaßes, die zu einer Beeinträchtigung im Sinne von <Verrücktheit> führen.“ Für Mitmenschen sei das „nicht mehr einfühlbar“. Man meint, die Patientin gehöre in Gruppe 4 nach Marneros (1993), mit dem Symptom eines „anhaltenden, kulturell unangemessenen und völlig unrealistischen Wahnes“. Der Fall zeigt, dass Psychiater sich in Religionsdingen nicht einfühlen können. Sie sind dazu nicht ausgebildet und lehnen eine Ausbildung ab. Solche Fälle überweist man den dogmaverpflichteten Theologen. Natürlich hat sich die Frau, wie wir alle, in der Jugend irgendwann versündigt – und das vielleicht nicht gebeichtet. Nun hat sie

Sündengefühle,

ein Begriff, den ich hiermit in die psychiatrische Nomenklatur einführe. Das sind ins transzendental-unermessliche überhöhte, unkontrollierbare Schuldgefühle. Dass auch auf die kleinste Sünde, Beispiel Evas Apfelklau, bei ausbleibender Gnade schwerste und verrückt anmutende göttliche, auch ewige Feuer-Strafe folgen kann, lernte sie im Konfirmations- und später unter staatlicher Aufsicht im Religionsunterricht. Wenn man dort das Lied über die Hölle nicht auswendig wusste, bekam man eine Fünf. Der Gott der Bibel und sein Sohn, klerikal erfundene Konstrukte, sollten rasch einen Ethikkurs bei einer Volkshochschule oder direkt am Institut für Ethik an der Uni München, Vorstand Prof. Markmann, belegen, bevor sie weiteres Unheil an meinen Patienten anrichten. Zum Bild: Auch hier das Kreuz, auch hier die Angst...

Die Frau hat also ein Sacco-Syndrom und reagiert kulturell durchaus angemessen, weil staatlicher Religionsunterricht, Kirche und kirchliches Dogma unsere Kultur mitbestimmen und man das Dogma Hölle in der Suggestivsituation „Gottesdienst“ Kindern aufbürdet, aufbrennt wie ein Brandmal. Diese Frau hat kirchliche Gehirnwäsche und frühkindliche seelische Gewalterfahrung vor dem Altar hinter sich. Man muss mit ihr über Sünde sprechen. Das kann und tut unsere gottphobische Psychiatrie nicht. Die Autoren äußern: „Bis heute weiß man unzureichend, was eine Psychose verursacht.“ Nun, die Kirche, der größte Arbeitgeber der Psychiater, produziert solche Psychosen, die in Wirklichkeit relativ leicht zu behandelnde (erlebnisbedingte) Neurosen sind. Gerecht sei Folter, wenn Jesus sie anordne oder durchführe, so die heutige dogmatische, aber nach Bischöfin Käßmann gotteslästerliche Lehrmeinung beider Großkirchen. Den Zahn eines hitlergleich sich aufführenden Jesus muss man der Patientin gleich auf der Stuhlkante ziehen. Sonst wird sie nicht gesund.

Folter ist nie gerecht, auch wenn diese internationale und inzwischen kulturell bindende Erkenntnis den Kirchen nicht ins Konzept passt.

Jesus wird nicht, wie es die EKD predigt, in die Fußstapfen eines Hitlers treten. Lässt gar die Psychiatrie die Kirchen in Ruhe, weil man Ärger mit ihr vermeidet? Natürlich muss die oben zitierte Patientin zunächst stationär. Natürlich muss sie kurzfristig Neuroleptika bekommen, wenn sie starke Ängste hat. Ganz im Vordergrund sollte aber eine Ekklesio-Adversative Psychotherapie stehen. Das Hauptthema bei Schizophrenen ist die Religion. Sie reden über den Grund ihrer Erkrankung. Was man schnell als Größenwahn bezeichnet, dass sich da jemand als Mutter Gottes, Gott oder Jesus vorstellt und präsentiert, sind verzweifelte Rettungsversuche bei Gottangst und daher oft unerschütterliche Fixpunkte. Es sind Rettungsanker. Jesus wird weder seine Mutter Maria noch seien Vater Gott in seinen ewigen Feuerofen (Diktion Matthäusevangelium) werfen. Es ist einfach nur praktisch und intelligent gemacht, sich vorzustellen, man sei als Maria Jesu Mutter.

Die Psychose ist eine zunächst rettende Lebenslüge.

Auch ist man als Kaiser von China nicht christlich religiös, sondern Buddhist und selber ein Gott. Und doch sind diese Lösungen oft unbefriedigende Illusionen und nur ein temporäres Aufgeben des Problems, das ungelöst im Unbewussten weiter virulent wirkt. Irgendwo weiß man als Psychotiker sehr wohl, dass man nicht der Kaiser von China ist. Hier ist der Ansatz zur Therapie gegeben bzw. hier wird sie notwendig, wenn offensichtlich doch noch Leiden besteht, wenn der seelische Suizid unvollständig ist. Er ist nahezu regelmäßig unvollständig. Die Halluzination ist ein Trick als Versuch einer Heilung. Auch wenn sie von außen betrachtet quälend erscheint, ist sie dennoch besser als die Realität. Man muss also nicht mit Neurolepika versuchen, das Symptom Wahn wegzutherapieren, denn dann entstehen Ängste, die den Therapeuten verleiten, noch mehr zu geben. Besser als der Rezeptblock ist ein Gespräch, eine EAT. Im Frühjahr 2014 las ich Sigmund Freud, Das Lesebuch, S. Fischer. Schon Freud wusste, dass eine Psychose zumeist eine erlebnisbedingte Angststörung ist. Anders als bei der Neurose, die von der Realität nichts wissen will, helfe sich der Psychotiker durch Realitätsverleugnung. Er suche sie zu ersetzen durch eine neue Wahrnehmung, und sei bemüht, sich solche Wahrnehmungen zu verschaffen, wie sie der neuen Realität entsprechen würden, was in gründlichster Weise auf dem Wege der Halluzination erreicht wird. Wenn der Trieb einen Vorstoß mache, werde jedes Mal mit Angst reagiert. Soweit Freud. Was Freud aber falsch dachte: Nicht die ausgebliebene Triebbefriedigung macht Angst, es ist der Sexualtrieb selbst, der als angebliche Sünde Angst macht und daher nicht befriedigt wird.

 

 

Lebenslügen kommen auch bei "Gesunden" vor. Das Urvertrauen in diese Welt ist eine solche Illusion, wie auch die Eigensicht von Psychiatern, sie könnten trotz jahrzehntelanger klerikaler Indoktrination (in Suggestion) doch Atheisten oder Agnostiker sein. Oft kommt man mit einer solchen Lüge ein Leben lang zurecht. Was ist aber, wenn jemand wie ich im Interesse von Patienten die Lebenslüge aufdeckt und zerstört? Oft wurden bei Schizophrenen Psychoanalysen von Psychiatern versucht. Das Ergebnis: Es kam zu massenhaften Übertragungen und ekklesiogenen Suiziden bei den "atheistischen" Therapeuten. So beinhaltet so manche Lebenslüge wirkliche Lebensgefahr bei Illusionisten. Insofern halte ich meine Analyse der Psychoanalytiker doch für sehr wichtig und richtig, auch wenn der Analysand nicht einverstanden ist. Ist man als Illusionist sogleich Psychotiker? Irgendwo ja. Irgendwo sind wir nahezu alle Psychotiker, wenn wir Lebenslügen als Wunsch- und Tagträume wie Schutzwälle gegen Unerträgliches aufbauen. Das macht uns ja so interessant. Wenn man so will, ist jede Verdrängung Lebenslüge und Psychose bzw. psychoseähnlich. Es ist der gleiche, unbewusst funktionierende Trick. Unsere alltägliche Psychose hilft uns, in dieser unerträglichen Welt zu überleben. Im Ameisenhaufen stehend, verdrängen wir das Elend unter unseren Füßen und damit unsere Schuld, den Fuß nicht vorsichtiger im Waldboden aufgesetzt zu haben.

Prof. Heinz Häfner nennt die Symptome einer Schizophrenie: Vergleicht man vier depressive IRAOS-Symptome bei Schizophrenen und Gesunden (versus), so ergeben sich Depressivität bei 70,2% (versus 19,3%), Schuldgefühle 33,3% (versus 10,5%), mangelndes Selbstvertrauen 59,4% (versus 12,3%) und Suizide bei 12,3 (versus 8,8%). Da auch moderne Neuroleptika depressiv machen können, ist man oft besser beraten, bei Psychosen Antidepressiva und eine EAT zu verordnen, Gespräche also, die kirchenverursachte Traumen darlegen.

Bei Häfner gibt es in „Das Rätsel der Schizophrenie“, C.H. Beck, auch Fallschilderungen: Eine Frau äußert sich im Wahn über Sexualität. Die ist insofern immer problematisch, da wir bei verkehrter Anwendung ja bekanntlich nach katholischem Dogma in die Hölle kommen. Wir haben dann gesündigt. Nebenbei: Dieses Dogma ist selbstverständlich auch für Nichtkatholiken bindend, selbst für Buddhisten und Atheisten! Die Frau zieht sich dann auf einem belebten Vorplatz einer Kathedrale splitternackt aus, um vor der Kirche ihre „Reinheit“ zu zeigen. Erklärung: Die Sinne der Patientin wurden durch Angst vor Unreinheit und damit durch Höllenangst verwirrt. Irgendwann hat sie sexuell „gesündigt“, wobei sündige Gedanken schon für die Hölle ausreichen (siehe Bergpredigt). Vielleicht hat sie gar nackt geduscht: „Nacktduschen widerspricht katholischer Moral“, so das Generalvikariat Köln. Der Krankheitsverursacher ist also die Kirche. Therapie und Heilung kann in einer EAT geschehen.

Ein zweiter Fall: Ein Mann wirft einen Fernseher aus dem Fenster und will mit einem Hammer das Gerät seines Nachbarn ebenfalls zerschlagen. Aus dem Fernseher kämen die „teuflischen“ Botschaften, er solle seinen Bruder erschlagen. Das entrüstete den Mann. Seine Fernseherwut wird uns verständlich, nur seine unerklärlich und skurril anmutenden Taten können wir nicht einordnen.

Es ist so: Wir müssen immer nach der „Sünde“ sehen.

Sie ist die Ursache der größten Angst. Es ist Sünde, seinen Bruder zu erschlagen. Aber, und das mag der Leser hier einwenden, der Erkrankte hat es ja nicht getan! Das unglaublich Perfide an der Bibel und ihrem „Jesus“ liegt aber in der Tatsache, dass der alleinige Gedanke, man wolle den Bruder töten, schon ebenso schwer wiegt wie die ausgeführte Tat. Dieser gedankenlesende und Gedanken bestrafende Gott war im Judentum noch nicht erfunden! Sich bei sündigen Gedanken selbst masochistisch ein Auge auszureißen sei besser, als in seine ewige Feuerhölle zu kommen, meint der Jesus der Bibel. Wo? In seiner Bergpredigt. Die Story verunsicherte mich als Kind doch sehr. „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten…“, singen wir. Aber das ist Unfug. Das Kirchenkonstrukt „Gott“ errät alles und macht aus uns unfreie beichtende Sklaven. Ich gehe einfach einmal davon aus, dass der Patient sich derart „versündigte“. Skurril ist daher nie der Psychotiker. Aber:

Seine Religion ist skurril. Unsere Religion ist skurril und schizophrenogen.

Die „Sünde“, die hier rechtlich nicht einmal simple Schuld ist, analytisch herauszufinden, dauert Jahre - eine EAT dagegen oft nur weinge Stunden..Nur sollte man sie bei Psychosen frühzeitig einsetzen. Wenn der Patient so weit „weg“ ist, dass er nicht mehr zuhören kann und will, weil er es sich in seiner Scheinwelt ereträglich gemacht hat, ist es für jede Psychotherapie zu spät.

Flott geht auch eine Teufelsaustreibung, wie sie die katholische Kirche betreibt. Dabei wird natürlich nicht der Teufel ausgetrieben, sondern die vorher eingeredete Angst vor ihm und seiner angeblichen Feuer-Hölle. Auswüchse hat das im leichtgläubigen missionierten Afrika angenommen. Es stand im Spiegel: Erst produziert die Mission massenweise Schizophrenien. Dann werden die so Erkrankten in Fußballfelder getrieben, drum herum Stacheldraht. Nun kommen eben diese Missionspriester und treiben den Teufel aus. € 200,- kostet die Angelegenheit für jede Familie. Das ist viel Geld, wenn man keines hat. Und für die Priester ist es leicht verdientes Geld, weil es ja eine Massenaustreibung in Massensuggestion ist. Viele passen da hinein, in dem Fußballpferch. Von den ausgetriebenen Teufeln sieht man aber gar keinen. Sind die unsichtbar? Die Kirche verdient, das sehen wir hier, doppelt, denn bei der allsonntäglichen Teufelhineintreibung kassiert sie ja auch schon. Das ist so, wie wenn wir Ärzte Großküchen betreiben, das Essen vergiften und dann die Behandlung übernehmen würden. Tun wir natürlich nicht. Da es Todesfälle gab, holt sich die katholische Kirche nun drei Psychoanalytiker mit an Bord. Man beratschlagt, was unglaublich ist, im Team, ob eine einfache Psychose oder eine Besessenheit vorliegt, so beschrieben in Die Neurose der Psychiatrie. Man staunt, wofür sich Ärzte und Psychologen so hergeben.